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Linux Mint 17: So klappt die Installation

12.11.2014 | 12:41 Uhr |

Komfortabel und komplett: Linux Mint 17 basiert auf Ubuntu, will aber mit seinen Anpassungen den Linux-Einstieg zusätzlich vereinfachen. Trotzdem gibt es bei der Ersteinrichtung einige Tücken zu beachten.

Linux Mint ist eine eigene Interpretation, wie Ubuntu auf dem Desktop nach Meinung der Mint-Entwickler aussehen und funktionieren sollte. Die trafen damit offensichtlich einen Nerv, denn die Popularität von Mint nimmt auch acht Jahre nach der ersten Version immer noch zu. Aus ein paar Anpassungen und Zusatzpaketen, die Mint in der Anfangszeit von Ubuntu unterschied, ist beinahe eine eigenständige Distribution geworden. Bis auf Installer, Paketquellen und Überschneidungen bei der Programmauswahl ist in Linux Mint 17 nur noch wenig vom Ubuntu-Unterbau zu sehen. Trotzdem handelt es sich natürlich weiterhin um ein Ubuntu – Linux Mint 17 entspricht der LTS-Version 14.04. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, funktionieren die Konfiguration, Einrichtung und Fehlerbehebung genauso wie in Ubuntu. Aber es gibt auch ein paar speziellere Probleme und Eigenheiten, die nur Mint betreffen. Um diese geht es vorrangig bei den folgenden Installationshinweisen und Einrichtungstipps, die Mint grob in Form bringen, bevor der letzte Schliff erfolgt.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 5/2014

Zehn Top-Systeme für den USB-Stick - der Linux-Multiboot-Stick für jeden Einsatzzweck, die besten Power-Tricks für Mint 17 - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 5/2014 .

In welchem Modus läuft Mint? Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Live-System für die Installation nun im Bios- oder im Uefi-Modus läuft, bringt dieser Befehl Gewissheit.
Vergrößern In welchem Modus läuft Mint? Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Live-System für die Installation nun im Bios- oder im Uefi-Modus läuft, bringt dieser Befehl Gewissheit.

Installation im Uefi-Modus

Die 64-Bit-Versionen von Linux Mint 17 unterstützen auch Uefi bei der Installation. Damit dies funktioniert, muss bereits das Live-System im Uefi-Modus gestartet werden, wie bei anderen Distributionen auch. Mit Hilfe der ISO-Datei von der Linux-Mint-Webseite, können Sie selbst eine DVD brennen oder einen bootfähigen USB-Stick erzeugen, um den Rechner im Uefi-Modus zu booten. Zur Übertragung der ISO-Datei auf einen Stick (ab zwei GB) kann das komfortable Tool Unetbootin dienen, das Menüs für den Bios-Boot und den Uefi-Boot erzeugt. Auf welche Weise der Stick oder die selbst gebrannte DVD starten soll, legen Sie im Auswahlmenü auf dem Startbildschirm des PCs oder Notebooks fest. Im laufenden Live-System können Sie sich mit diesem Terminal-Befehl vergewissern, dass Sie sich im Uefi-Modus befinden:

mount|grep efi

Falls die Ausgabe leer bleibt, läuft das Live-System im Bios-Modus. Andernfalls ist Uefi aktiv, und der Installer wird das System in diesem Modus installieren.

Linux Mint 17: Das sind die Neuheiten

Achtung „Installationsart“: Anders als es die Warnung nahelegt, formatiert diese Option die gesamte Festplatte, auch eventelle Datenpartitionen. Mint 17 hat inzwischen mit einer korrigierten Version „v2“ reagiert, auf Heft-DVD ist jedoch noch der originale Setup-Assistent.
Vergrößern Achtung „Installationsart“: Anders als es die Warnung nahelegt, formatiert diese Option die gesamte Festplatte, auch eventelle Datenpartitionen. Mint 17 hat inzwischen mit einer korrigierten Version „v2“ reagiert, auf Heft-DVD ist jedoch noch der originale Setup-Assistent.

Vorsicht bei den Installer-Optionen

Mit einem installierten Windows als Nachbarn versteht sich Linux Mint 17 ganz problemlos. Der Mint-Installer bietet genau wie jener von Ubuntu an, das System neben Windows einzurichten und es dabei unangetastet zu lassen. Ausgerechnet mit seinesgleichen kommt Linux Mint aber nicht so gut zurecht: Ist schon ein älteres Linux Mint vorhanden, dann schlägt der Installer vor, die ältere Version mit der neuen Version zu ersetzen. Die Warnung des Installers „Dies wird alle Ihre Anwendungen, Dokumente, Fotos, Musik und anderen Dateien von Linux Mint 16 löschen“ ist aber nicht präzise: Es handelt sich dabei nämlich nicht einfach um einen Austausch des Betriebssystems allein. Stattdessen führt der Installer eine Neupartitionierung und Formatierung der gesamten Festplatte durch. Sollten hier neben den Systempartitionen noch Datenpartitionen oder eine separate Partition für „/ home“ liegen, die mit dem Betriebssystem nichts zu tun haben, so sind diese Daten ebenfalls weg.

Dass die Warnung unzureichend ist, wurde inzwischen auch von den Mint-Entwicklern bemerkt: Es gibt jetzt ein Mint 17 „v2“, wo sich der Installer klarer äußert. Die Downloads auf www.linuxmint.com sind entsprechend aktualisiert. Um eventuelle Datenpartitionen zu behalten, wählen Sie als „Installationsart“ am Besten „Etwas Anderes“, um das Partitionsschema manuell festzulegen. Beachten Sie, dass Sie im Fall einer Installation im Uefi-Modus zusätzlich eine „EFI-Boot-Partition“ mit rund 100 MB Größe im Partitionierer des Installers manuell anlegen müssen.

Hilfreich vor Neuinstallationen: Mit dem Datensicherungswerkzeug aus dem Fundus von Linux Mint sind Sicherheitskopien des Home-Verzeichnisses auf externe Medien möglich.
Vergrößern Hilfreich vor Neuinstallationen: Mit dem Datensicherungswerkzeug aus dem Fundus von Linux Mint sind Sicherheitskopien des Home-Verzeichnisses auf externe Medien möglich.

Partitionierung: eigene Partition für „Home“

Generell ist es empfehlenswert, für das Verzeichnis „/home“ eine gesonderte Partition anzulegen, auf der sich dann alle Benutzerdaten befinden. Die Systemdateien bekommen mit dem Wurzelverzeichnis „/“ ihre eigene Partition, wobei hier für Mint zwischen acht und zehn GB ausreichend sind und noch genügend Platzreserven für benötigte Programme bleiben. Dieses Partitionsschema macht eine späteres Update oder die Neuinstallation eines Linux-Systems deutlich einfacher, da die Home-Partition „/home“ erhalten bleiben kann. Nur die Systempartition „/“ muss dann bei zukünftigen Linux-Installationen neu formatiert werden. Falls Sie sich für eine separate Home-Partition entscheiden, dann legen Sie bei allen weiteren Installationen das Partitionsschema stets selbst fest.

Vor dem Update: Backup von Home

Eine komfortable Update-Funktion liefert Linux Mint in seinem angepassten Ubuntu-Installer nicht mit. Wer ein neues Linux Mint anstelle einer älteren Version will, muss das ältere System ersetzen. Wenn das vorhandene System keine getrennte Home-Partition hat, dann geht bei Linux Mint auch der Inhalt von „/home“ verloren. Immerhin machen die Mint-Entwickler zumindest das Sichern und Wiederherstellen des eigenen Home-Verzeichnisses mit einem eigenen Tool recht einfach. Sie finden es bei Linux Mint 16 im Anwendungsmenü unter „Systemverwaltung -> Datensicherungswerkzeug“. Da es nicht nur mit dem eigenen Home-Verzeichnis arbeiten kann, ist zunächst die Eingabe des sudo-Passworts nötig.

Um persönliche Daten und Einstellungen zu sichern, klicken Sie auf „Sicherungsdateien“ und geben Quelle und Ziel an. Wollen Sie statt des gesamten Systems nur persönliche Dateien sichern, was die empfehlenswerte Sicherungsmethode ist, dann wählen Sie unter Quelle „Andere ...“ und danach Ihr Home-Verzeichnis. Als Ziel bietet sich eine externe Festplatte mit genügend Speicherplatz an. Unter „Erweiterte Einstellungen“ können Sie unter anderem die Art der Sicherung bestimmen: „Struktur erhalten“ kommt einer normalen Kopie gleich, mit „tar-Datei“ erstellen Sie ein unkomprimiertes Archiv, mit „tar.bz2“ und „tar. gz“ komprimierte Archive. Im nächsten Schritt legen Sie fest, ob bestimmte Dateien und Ordner nicht in die Datensicherung einbezogen werden sollen. Die Wiederherstellung auf dem frisch eingerichteten System erfolgt über „Dateien wiederherstellen“. Neben Quelle und Ziel müssen Sie dann aber noch angeben, ob die Sicherung aus einem „Archiv“ oder „Ordner“ wiederhergestellt wird.

Broadcom-Treiber auf DVD: Der Treibermanager von Linux Mint 17 kann nun auch im Offline-Modus Netzwerktreiber für WLAN-Adapter von Broadcom einrichten und braucht dazu keine Internetverbindung.
Vergrößern Broadcom-Treiber auf DVD: Der Treibermanager von Linux Mint 17 kann nun auch im Offline-Modus Netzwerktreiber für WLAN-Adapter von Broadcom einrichten und braucht dazu keine Internetverbindung.

Treiber offline installieren

Einige WLAN-Netzwerkadapter, etwa von Broadcom, benötigen unter Linux erst noch Treiber, bevor sie funktionieren. Wenn keine Kabelverbindung zur Verfügung steht, dann gerät dies zum Dilemma: Wie und woher den Treiber herunterladen, wenn die Netzwerk-Hardware nicht funktioniert? Der Treiber-Manager von Linux Mint 17 bietet zusammen mit dem Installationsmedium dafür jetzt eine eigene Lösung: Auf einer erstellten Mint-DVD beziehungsweise dem erstellten USB-Stick finden sich im Unterverzeichnis „pool“ Broadcom-Treiber, und der Treibermanager kann diese im Offline-Modus installieren. Statten Sie dazu dem Tool „Systemeinstellungen -> Gerätetreiber“ einen Besuch ab. Wenn keine Internetverbindung steht, fordert Sie das Programm auf, die DVD oder den USB-Stick mit Linux Mint 17 einzulegen.

Alle Updates zeigen und installieren: Die eigenwillige Einstufung von verfügbaren Updates nach einer Stabilitätseinschätzung im Update-Tool von Linux Mint 17 sollten Sie einfach ignorieren und besser sämtliche Level freischalten.
Vergrößern Alle Updates zeigen und installieren: Die eigenwillige Einstufung von verfügbaren Updates nach einer Stabilitätseinschätzung im Update-Tool von Linux Mint 17 sollten Sie einfach ignorieren und besser sämtliche Level freischalten.

Aktualisierung: alle Updates installieren

Für eine laufende Aktualisierung sorgt die Aktualisierungsverwaltung, die nicht von Ubuntu übernommen wurde, sondern eine Eigenentwicklung ist. Sie finden das Tool über sein Icon im Panel oder über „Zubehör“ im Anwendungsmenü. Standardmäßig sehen Sie hier zunächst nur Updates, die Mint nach den Stufen 1, 2 und 3 klassifiziert. Alles, was nicht selbst vom Mint-Team getestet wurde, sondern beispielsweise aus den Ubuntu-Repositories stammt, wird mit Stufe 4 oder 5 bewertet. Mit der Realität hat die Einschätzung, was tatsächlich stabil ist, aber wenig zu tun. Es handelt sich dabei um einen unnötigen Sonderweg von Linux Mint. In den offiziellen Ubuntu-Repositories landen generell keine experimentellen Pakete, und Probleme mit Updates aus diesen Paketquellen sind deshalb auch sehr selten. Die Einstufung von Mint hält auch wichtige Pakete wie etwa neue Kernel-Versionen zurück. Dies sollten Sie ändern, indem Sie in der Aktualisierungsverwaltung unter „Bearbeiten -> Einstellungen -> Ebenen“ auch die Stufen 4 und 5 als „sicher“ und „sichtbar“ markieren. Ein manuelles Update im Terminal mit

sudo apt-get update sudo apt-get dist-upgrade
Keine Konfigurationsdateien überschreiben: Da die Mint-Entwickler zahlreiche Anpassungen vorgenommen haben, sollte bei der Software-Aktualisierung immer die momentane Version beibehalten werden.
Vergrößern Keine Konfigurationsdateien überschreiben: Da die Mint-Entwickler zahlreiche Anpassungen vorgenommen haben, sollte bei der Software-Aktualisierung immer die momentane Version beibehalten werden.

kennt diese Einstufung übrigens nicht und installiert alle neuen Pakete. Dies ist der empfehlenswerte Weg für fortgeschrittene Anwender, ein System komplett zu aktualisieren. Beachten Sie, bei Rückfragen zu Konfigurationsdateien immer die bereits vorhandene Konfiguration durch die Eingabe von „N“ zu behalten, da die Mint-Entwickler oft Anpassungen vorgenommen haben. Übrigens: Linux Mint nutzt Server in den USA als Paketquellen, und diese sind von Europa aus nicht immer die schnellste Downloadmöglichkeit. Gehen Sie in den Systemeinstellungen auf „Anwendungspaketquellen -> Offizielle Paketquellen“, um stattdessen Adressen in Deutschland für die Quellen „Haupt“ und „Basis“ zu wählen.

Firefox: Suchmaschine umstellen

Im Suchfeld von Firefox sind die Suchmaschinen von Yahoo als Standard vorgegeben, da Yahoo die Mint-Entwickler über ein Partnerprogramm an Einkünften über Klicks beteiligen. Wer lieber mit Google sucht, geht im Suchfeld auf „Suchmaschinen verwalten -> Weitere Suchmaschinen hinzufügen“. Nun öffnet sich http://www.linuxmint.com/searchengines.php und dort finden Sie Google unter „Commercial Engines“. Nach einem Klick auf das Google-Icon steht im Suchfeld die Option „Google hinzufügen“ bereit.

Linux Mint in vier Geschmacksrichtungen

Suchanbieter nachrüsten: Firefox ist in Linux Mint zunächst mit Yahoo ausgestattet. Über eine Webseite der Mint-Entwickler kann man aber auch Google ganz leicht ergänzen.
Vergrößern Suchanbieter nachrüsten: Firefox ist in Linux Mint zunächst mit Yahoo ausgestattet. Über eine Webseite der Mint-Entwickler kann man aber auch Google ganz leicht ergänzen.

Andere Browser: Chrome und Chromium

Firefox ist der Standard-Browser in Linux Mint. Die Mozilla Foundation betreibt die Pflege und Weiterentwicklung der Linux-Version von Firefox aber nur noch nebenbei: Bugs, die unter Linux auftreten, werden nur noch sporadisch behoben. Eine Unterstützung von neueren Grafiktreibern in Linux gibt es nicht. Dadurch hat die Leistung von Firefox unter Linux stark abgebaut. Im Zusammenspiel mit anderen schwierigen Patienten wie dem Adobe-Flash-Plug-in ist Firefox wegen der resultierenden, permanenten Abstürze unbenutzbar geworden. Wer stattdessen Chromium eine Chance geben möchte, kann die Open-Source-Variante von Googles Webbrowser über die Standard-Paketquellen nachinstallieren. Mit dem Browser allein ist es allerdings nicht getan, Sie benötigen auch noch ein separates Sprachpaket mit der deutschsprachigen Oberfläche. Beides installieren Sie in einem Terminal-Fenster mit

sudo apt-get install chromium-browser chromium-browser-l10n

Chromium kann das vorinstallierte Flash-Plug-in in der alten NPAPI-Version von Firefox weiter verwenden. Das neue Flash über die PPAPI (Pepper Plug-in-API) gibt es derzeit nur zusammen mit Chrome. Um Chrome zu installieren, gehen Sie auf https://www.google.com/intl/de/chrome und folgen den Anweisungen für Ubuntu, die genauso auch in Mint funktionieren.

Cinnamon: Applets für Panel und Desktop

Mittlerweile gibt es für den Desktop Cinnamon eine stattliche Anzahl von Erweiterungen (Applets) für Panel und Desktop zum Nachrüsten. Für neue Applets im Panel gehen Sie nach einem Rechtsklick auf die untere Leiste auf „Applets zur Leiste hinzufügen -> Herunterladen“. Hier müssen Sie erst die Liste aktualisieren und das gewünschte Applet installieren, bevor es dann auf der Registerkarte „Installiert“ zum Einfügen ins Panel bereitsteht. Genauso verhält es sich mit den Applets (Desklets) für den Desktop. Deren Liste finden Sie im Cinnamon-Anwendungsmenü unter „Einstellungen -> Desklets“. Allgemeine Cinnamon-Erweiterungen, etwa Effekte, gibt es unter dem Menüpunkt „Einstellungen -> Erweiterungen“.

Aktive Ecken: Im neuen Konfigurationsdialog „Aktive Ecken“ können Anwender für jede der Ecken per Klick oder per Überfahren mit dem Mauszeiger eine eigene Aktion festlegen.
Vergrößern Aktive Ecken: Im neuen Konfigurationsdialog „Aktive Ecken“ können Anwender für jede der Ecken per Klick oder per Überfahren mit dem Mauszeiger eine eigene Aktion festlegen.

Cinnamon: Aktionen in den Ecken

Eine praktische Neuerung in Cinnamon sind die Einstellungen für aktive Ecken. Dieses Feature haben sich die Entwickler bei Gnome 3 abgeschaut, wo beispielsweise der Mauszeiger in der linken oberen Ecke die Übersichtsseite aufruft. Bei Cinnamon sind die aktiven Ecken aber erst mal ausgeschaltet, um neue Anwender nicht zu verwirren. Zum Einschalten und zur Konfiguration, was in welcher Ecke geschehen soll, gehen Sie im Anwendungsmenü auf „Einstellungen -> Aktive Ecken“. Für jede Ecke kann man nun einzeln festlegen, ob eine Aktion per Klick („Symbol sichtbar“) oder beim Überfahren mit dem Mauszeiger ausgeführt werden soll. Als Aktionen stehen Standards wie die Anzeige von Fenster und Schreibtisch zur Auswahl, aber auch „Einen Befehl ausführen“, über das man ein eigenes Programm oder Script definieren kann.

Light DM unter Linux Mint: Der einfache Display-Manager (Log-in-Bildschirm) von Ubuntu funktioniert auch in Linux Mint anstandslos und ist eine schlanke Alternative zu MDM.
Vergrößern Light DM unter Linux Mint: Der einfache Display-Manager (Log-in-Bildschirm) von Ubuntu funktioniert auch in Linux Mint anstandslos und ist eine schlanke Alternative zu MDM.

Cinnamon: Desktop-Neustart erzwingen

Im 3D-Modus kann es vorkommen, dass die Arbeitsoberfläche oder Teile davon hängen und nicht mehr reagieren. Verursacher sind meistens die verwendeten Treiber, wobei das Problem mit dem Open-Source-Treiber „Nouveau“ für Nvidia-Karten häufiger auftritt. In diesem Fall ist aber nicht gleich ein Reboot nötig. Sofern der Desktop noch reagiert, drücken Sie Alt-F2 und geben im Ausführen-Dialog ein „r“ ein, um einen Neustart der Arbeitsfläche auszuführen. Laufende Anwendungen und ungesicherte Dokumente bleiben damit erhalten. Funktioniert dies nicht mehr, so wechseln Sie mit Strg-Alt-F1 in eine Textkonsole, wo Sie sich mit Namen und Passwort anmelden. Geben Sie dann den Befehl

sudo killall cinnamon-session

ein. Dies bringt Sie zurück zum Anmeldebildschirm und erspart den Reboot. Laufende Programme beendet der Befehl allerdings auch, so dass ungesicherte Arbeiten verlorengehen, sofern die Anwendung nicht automatisch Sicherungskopien anlegt.

Keine Animationen, dafür schlicht und elegant: Light DM von Ubuntu lässt auch bei der Verwendung unter Linux Mint das Hintergrundbild des jeweiligen Benutzers durchscheinen.
Vergrößern Keine Animationen, dafür schlicht und elegant: Light DM von Ubuntu lässt auch bei der Verwendung unter Linux Mint das Hintergrundbild des jeweiligen Benutzers durchscheinen.

Hängenden Display-Manager wieder beleben

Die Anmeldung am System übernimmt bei Linux Mint der Mint Display Manager (MDM), eine Weiterentwicklung von GDM, aber mit mehr Funktionen und neuer Optik. So bietet MDM mit animiertem Hintergrund allerhand grafische Spielereien. Die Animation nutzen HTML5 und die Browser-Engine Webkit zur Darstellung. Probleme macht MDM, wenn das animierte HTML-5-Theme nicht läuft und Webkitabstürzt. Eine Anmeldung ist dann zunächst nicht möglich. Es gibt aber ein Tool für solche Notfälle, mit dem Sie die Konfiguration von MDM zurücksetzen können. Öffnen Sie mit der Tastenkombination Strg-Alt-F1 eine Konsole, und melden Sie sich an. Dann geben Sie den Befehl mdm-recovery ein, woraufhin das sudo-Passwort abgefragt wird. Nach einem Neustart meldet sich MDM nun ganz schlicht ohne Theme. Zur anschließenden Neukonfiguration von MDM bietet das Menü unter „Systemeinstellungen -> Systemverwaltung -> Anmeldebildschirm“ die Auswahl fertiger Themes, um das Aussehen der Anmeldung anzupassen. Die Themes in der Kategorie „GDM“ sind nicht animiert, sondern statisch, und machen keine Probleme.

Linux neben Windows installieren - so geht's

Anmeldung: Display-Manager wechseln

Wer auf grafische Spielereien verzichtet und für einen älteren Rechner den schnellen und eleganten Display-Manager Light DM der regulären Ubuntu-Varianten haben möchte, muss nur die Programmpakete ersetzen. Dies ist nicht weiter schwer. Installieren Sie das übliche Light DM aus den Ubuntu-Paketquellen mit

sudo apt-get install lightdm gnome-settings-daemon indicator-session unity-greeter lightdm-gtk-greeter ubuntu-mono light-themes

im Terminal, worauf ein Konfigurationsscript mit englischem Text daraufhin weist, dass es bereits einen Display-Manager gibt. Im nächsten Fenster können Sie dann auswählen, ob „lightdm“ oder „mdm“ zum Einsatzkommen soll. Nach der Auswahl von „lightdm“ und dem Abschluss der Paketinstallation zeigt sich ab dem nächsten Neustart der Display-Manager von Ubuntu im schlanken Stil von Xubuntu. Damit auch hier der Hintergrund durchscheint, müssen Sie das Hintergrundbild in Linux Mint einmal ändern. Das alles lässt sich auch wieder rückgängig machen. Der Befehl

sudo dpkg-reconfigure mdm

zeigt wieder die Auswahl des Display-Managers im Terminal an, wenn das System wieder MDM verwenden soll.

Startoptionen bei widerspenstigen Nvidia-Karten: Mit diesen Startparametern, die Sie im Multibootmenü der Heft-DVD anfügen, beseitigen Sie Anzeigeprobleme bei Grafikchips von Nvidia.
Vergrößern Startoptionen bei widerspenstigen Nvidia-Karten: Mit diesen Startparametern, die Sie im Multibootmenü der Heft-DVD anfügen, beseitigen Sie Anzeigeprobleme bei Grafikchips von Nvidia.

Desktops Cinnamon und Mate zusammen

Genau wie bei Ubuntu ist man mit Linux Mint nicht gezwungen, sich auf eine Desktop-Umgebung festzulegen. Es ist möglich, auf einem System mehrere Arbeitsumgebungen zu installieren, was beispielsweise bei mehreren Benutzern mit verschiedenen Anforderungen nützlich ist. Für Cinnamon und Mate gibt es Metapakete, die eine ganze Paketgruppe zur einfacheren Installation zusammenfassen. Die Arbeitsfläche Mate installieren Sie in einem Terminal mit diesem Kommando:

sudo apt-get install mint-meta-mate

Der zusätzliche Platzbedarf für Mate umfasst rund 340 MB. Genauso können Sie auch in Linux Mint Mate die Desktop-Umgebung Cinnamon per Metapaket nachinstallieren:

sudo apt-get install mint-meta-cinnamon
Cinnamon und Mate auf einem System: Bei der Anmeldung können Sie eine der installierten Arbeitsumgebungen auswählen. KDE und XFCE bleiben derzeit noch außen vor.
Vergrößern Cinnamon und Mate auf einem System: Bei der Anmeldung können Sie eine der installierten Arbeitsumgebungen auswählen. KDE und XFCE bleiben derzeit noch außen vor.

Cinnamon verlangt lediglich 90 MB zusätzlichen Platz, da nicht wie bei Mate auch etliche Programme im Metapaket als Abhängigkeiten enthalten sind. Die neu installierte Desktop-Umgebung können Sie ab der nächsten Anmeldung auf dem Log-in-Bildschirm über das Lambda-Symbol rechts über dem Benutzernamen auswählen. Während die Installation von Cinnamon und Mate auf diesem Weg unkompliziert ist, funktioniert dies für die Mint-Version von XFCE und KDE nicht. Zwar gibt es auch für diese beiden Desktop-Umgebungen Metapakete. Diese richten aber keine komplette Arbeitsfläche ein. Wer einen XFCE- oder KDE-Desktop bevorzugt, muss die jeweilige Mint-Variante installieren. Die Live-DVDs für XFCE und KDE stehen unter www.linuxmint.com/download.php zum Download in 32 Bit und 64 Bit bereit (circa 1,3 GB).

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