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So klappt der Umzug auf Linux reibungslos

15.10.2014 | 12:09 Uhr |

Linux statt XP – ja! Aber wie am besten? Sollten Sie das alte Windows komplett ersetzen oder noch parallel am Leben lassen? In diesem Beitrag geht es um die Installationsmethode, das Setup und den Erhalt der Benutzerdateien.

Die in den vorausgehenden Beiträgen zum Umzug auf Linux empfohlenen Distributionen sind bis auf Puppy Linux allesamt Ubuntu-basiert und verwenden denselben Installer. Damit das gewünschte Linux als Zweitsystem neben XP auf die Festplatte zu bringen oder XP dort zu ersetzen, ist eine leichte Übung. Dies um so mehr, als bei einem XP-System von einem älteren, Bios-basierten Rechner auszugehen ist. Das Setup erfordert im Wesentlichen nur, die richtige Zielpartition zu wählen. Dies geschieht im Schritt „Installationsart“, den folgender Beitrag genau erklärt. Ein häufiges Hindernis, das dieser Beitrag aufgreift, ist ferner ein fehlendes DVD-Laufwerk etwa auf Netbooks.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 3/2014

So klappt der Umstieg von XP zu Linux, Videoüberwachung mit Raspberry Pi einrichten, das beste Linux für jeden PC - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 3/2014 .

Was Sie unter XP erledigen

ISO auf DVD oder USB: Laden Sie zunächst die gewünschte Distribution. Im Zweifel über die 64- oder 32-Bit-Ausführung wählen Sie 32 Bit. Sofern Ihr Zielgerät ein DVD-Laufwerk besitzt oder wenn Sie ein externes DVD-Laufwerk via USB anschließen können, brennen Sie das ISO-Image mit Imgburn je nach Größe auf eine CD oder eine DVD. Mehr als die Wahl der Option „Imagedatei auf Disc schreiben“ und Navigation zur ISO-Datei unter „Quelle“ ist dafür nicht nötig.

Booten mit Stick: Im Unetbootin-Loader wählen Sie am besten „Default“.
Vergrößern Booten mit Stick: Im Unetbootin-Loader wählen Sie am besten „Default“.

Ohne DVD-Laufwerk müssen Sie den Umweg über einen USB-Stick nehmen. Um das ISO-Image bootfähig auf USB-Stick zu befördern, formatieren Sie diesen zunächst mit dem Dateisystem FAT32. Dann starten Sie das Tool Unetbootin . Wählen Sie unten die Option „Abbild“, und navigieren Sie dann (rechts auf gleicher Höhe) mit der Schaltfläche „...“ zur gewünschten Datei. Nach Klick auf „Öffnen“ sollten Pfad- und Dateiname im Eingabefeld von Unetbootin erscheinen. Neben „Typ“ wählen Sie dann „USB-Laufwerk“, und neben „Laufwerk“ geben Sie die Kennung des USB-Sticks an. Kontrollieren Sie den Kennbuchstaben des USB-Sticks genau, damit Unetbootin nicht das falsche Medium überschreibt. Nach „OK“ startet der Kopiervorgang.

Danach sollte der USB-Stick bootfähig sein. Der Unetbootin-Bootloader bietet mehrere Optionen: Wir empfehlen „Default“ – damit lädt das Live-System lädt und bietet am Desktop die Installation an. Für den Gerätestart über das Installationsmedium (CD/DVD oder USB) müssen Sie eventuell die Bootreihenfolge im Bios so umstellen, dass das Medium primär und vor der Festplatte berücksichtigt wird.

Ubuntu: Die drei wichtigsten wichtigsten Systemzentralen

Vorbereitung für Parallelinstallation: Wenn es der Festplattenplatz gestattet, fahren Sie mit einer Parallelinstallation am sichersten. Dann können Sie notfalls XP starten, alte Software nutzen sowie Dateien kopieren oder Linux-gerecht konvertieren. Das Ubuntu-Setup kann bei Bedarf eine eigene Partition einrichten, auf der XP-Partition sollten aber dafür mindestens 30 GB frei sein, auch wenn die puren Systeme nur zwischen 2 und 8 GB benötigen. Notfalls helfen Sie mit der Datenträgerbereinigung nach (Cleanmgr) und deaktivieren die Systemwiederherstellung unter „Systemsteuerung ➞ System ➞ Systemwiederherstellung“.

Nachsorge nach Parallelinstallation: Beachten Sie, dass ein parallel weiterlaufendes XP nicht mehr ins Netz darf. Am einfachsten ist es, unter „Systemsteuerung ➞ Netzwerkverbindungen“ alle Adapter abzuschalten.

Vorbereitung für Solo-Installation: Wenn Sie sich entscheiden, die XP-Partition komplett durch ein frisches Linux zu überschreiben, sollten Sie zumindest Ihre Benutzerdaten extern kopieren. Bei größeren Mengen empfiehlt sich ein Xcopy in der Kommandozeile (etwa xcopy /s /c /h /i c:\*.xls? E:\Backup ) für alle relevanten Dateitypen – im Beispiel xls und xlsx. Eventuell sind auch Software-Konfigurationsdateien unter Linux weiter nutzbar. Diese sollten Sie ebenfalls sichern.

Installer-Optionen: Die Windows-Partition wurde erkannt, und das Setup bietet die Wahl zwischen einer bewahrenden Parallel- und radikalen Solo-Installation.
Vergrößern Installer-Optionen: Die Windows-Partition wurde erkannt, und das Setup bietet die Wahl zwischen einer bewahrenden Parallel- und radikalen Solo-Installation.

Der Ubuntu-Installer

Nach dem Rechnerstart über das Installationsmedium finden Sie am Desktop einen Link, der das Setup anstößt – etwa mit dem Namen „Xubuntu 13.10 installieren“. Nach der Sprachauswahl und der zu empfehlenden Option „Software von Drittanbietern [zu] installieren“ erscheint der Dialog „Installationsart“: Der Installer erkennt ein vorhandenes Windows oder Linux und bietet an, Ubuntu parallel zu installieren oder das bestehende System zu ersetzen.

„Neben Windows installieren“ ist die Standardoption. Beachten Sie, dass diese Installationsoption keine bereits bestehende Partition benötigt, sondern sie bei Bedarf während des Setups automatisch erstellt. Sie müssen sich auch nicht um die Swap-Partition kümmern, die ebenfalls automatisch entsteht. Sobald Sie bei dieser Option auf „Weiter“ klicken, erscheint ein Dialog, mit dem Sie per Maus die Größe der neuen Ubuntu-Partition festlegen. Je größer Sie diese ziehen, desto kleiner schrumpft die Windows-Partition.

Mit „Windows ersetzen“ verabschieden Sie sich endgültig vom alten Windows XP mit dem Vorteil, dass die Kapazität der gesamten Festplatte für Linux bereitsteht und die Systemauswahl beim Booten entfällt. Sie dürfen diese Option aber definitiv nur dann wählen, wenn Sie keine Benutzerdaten mehr vom alten System benötigen. Die dritte Option „Etwas Anderes“ ist nur notwendig, wenn eine komplexere Partitionierung vorliegt oder ein Ubuntu auf eine externe Festplatte installiert werden soll. Diese Option sollten nur Linux-Erfahrene nutzen, die mit Festplattenkennungen, Swap-Partitionen und Bootloader umzugehen wissen.

Nach absolvierter „Installationsart“ starten Sie mit „Jetzt installieren“ den eigentlichen Vorgang. Neben der Auswahl der Zeitzone, des Tastaturlayouts und den Angaben für ein primäres Benutzerkonto ist nicht viel zu tun. Das hier erstellte Konto ist standardmäßig ein Administratorkonto mit allen Rechten. Beim nächsten Neustart ohne das Installationsmedium startet je nach Installationsart entweder direkt das neue Linux oder das Grub-Bootmenü mit der Wahl zwischen der Linux-Variante und dem „Windows (loader)“ – der führt zum alten XP-System. Nach einer Parallelinstallation haben Sie von Linux aus Zugriff auf die Daten der Windows-Partition. Falls Sie auch den Zugriff von Windows auf die Linux-Partition benötigen, hilft das kostenlose und einfach zu bedienende Paragon ExtFS 2.73 .

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