112204

Umsteigen auf Linux

12.09.2008 | 09:09 Uhr |

XP stirbt, Vista nervt, ein Mac ist zu teuer. Jetzt könnte für viele Anwender der richtige Zeitpunkt gekommen sein, nun endlich den Umstieg auf Linux zu wagen.

Das Aus für Windows XP ist beschlossene Sache. Microsoft hat den Verkauf in Europa bereits eingestellt, OEM-Versionen gehen zur Neige, denn neue PCs werden praktisch nur noch mit Vista ausgeliefert. Und die Downgrade-Option steht Privatkäufern auch nicht zur Verfügung. Geht es nach Microsoft, ist die Sache natürlich klar:Jetzt raus aus dem Markt mit XP, rein mit Vista. Doch in den Augen der Anwender ist Vista alles andere als der große Wurf. Ein bisschen optischer Schnickschnack, ein paar neue Funktionen, etwas bessere Sicherheit – nichts, was sich mit Linux nicht auch realisieren ließe. Das Ganze wird erkauft mit deutlich gestiegenen Hardware-Anforderungen, einer in vielen Details ungewohnten Oberfläche sowie Leistungs- und Kompatibilitätsproblemen. Die Folge: Nie zuvor waren so viele Anwender bereit, Microsoft den Rücken zu kehren.

Der Ausweg: Was bleibt, wenn man ein Betriebssystem will, das a) auf der Höhe der Zeit ist, b) auf vorhandenen PCs zu installieren ist, c) viele alte Programme unterstützt und d) dem Anwender die Wahl lässt, anstatt ihn an einen Hersteller zu binden? Ganz klar: Linux. Ein modernes Linux ist technisch auf der Höhe der Zeit, unterstützt mehr Rechner-Architekturen als jedes andere System und macht auch auf älterer Hardware eine gute Figur. Zudem sind das System sowie viele Anwendungen kostenlos verfügbar, regelmäßige Updates sind eine Selbstverständlichkeit. Außerdem lässt Linux dem Anwender mehr Wahlfreiheit und Unabhängigkeit.

Sie brauchen sich noch nicht einmal auf eine Desktop-Oberfläche festzulegen. KDE, Gnome, Xfce & viele mehr: Sie haben die freie Wahl und können schnell wechseln. Die größte Sorge vieler Einsteiger dürfte eher sein: Lassen sich wirklich für jeden Zweck Linux-Anwendungen finden? Und was tun, wenn das nicht der Fall ist? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, dass Sie Grund haben, optimistisch an diese Frage heranzugehen. Und wenn einmal keine passende Software zur Verfügung steht, stehendie Chancen gut, dass Sie mit Wine Ihre alte Windows-Software nutzen können.

Umstieg auf Linux - Phase 1: Die Live-CD
Der einfachste Einstieg in die Linux-Welt ist eine Live-CD. Sie erlaubt Ihnen, mit einem vollwertigen Linux-System und einer Reihe gängiger Anwendungen zu arbeiten – vom Multimedia-Player bis zum Office-Paket. Das Risiko für die bestehende Windows-Installation ist dabei gleich null, wenn man Linux nicht dazu benutzt, mit der Systempartition der Festplatte zu experimentieren. Doch nicht nur Einsteiger sollten sich die Live-CDs anschauen: Diese bieten die ideale Möglichkeit, Distributionen zu vergleichen, bevor Sie Linux dauerhaft installieren. Zwar können Sie mit den gängigen großen Distributionen wie Ubuntu, Suse oder Fedora nicht wirklich etwas falsch machen, doch die Unterschiede in der Philosophie und der Verwendung sind oft größer, als man meint.

Am augenfälligsten ist dabei der Desktop, dessen Look and Feel durch die Kombination aus Desktop-System, Fenstermanager und Desktop-Theme entsteht. Ubuntu etwa kommt mit Gnome als Desktop und Metacity als Fenstermanager, Suse favorisiert KDE mit KWin. Bei den Themes, sprich: Icons und Farben, gibt es für beide eine reiche Auswahl. Neben der reinen Fensterverwaltung bringen die beiden Desktops die nötige Grundausstattung an Programmen mit, etwa Dateimanager, Mail, Browser und Systemverwaltung. Doch auch hier gibt es Unterschiede in Optik und Bedienung, die man sich ansehen sollte.

0 Kommentare zu diesem Artikel
112204