Gerade wenn man Windows mit Linux vergleicht, fällt die Diskrepanz bei der Anzahl der Virenmeldung auf. Während Viren unter Windows fast schon zum Alltagsgeschehen gehören, sind sie unter Linux ein echtes Kuriosum. Doch die Experten streiten sich heftig über die Gründe für dieses Phänomen.
Die Tatsache, dass man bei Windows so viele Schwächen entdecken würde, habe auch einfache mathematische Gründe. Herr Norbert Möller bringt es pointiert auf den Punkt: "Wenn 3000 Entwickler ein System programmieren und 30 Millionen es benutzen, dann werden automatisch mehr Fehler entdeckt, als wenn 3000 Entwicklern ebenso viele Anwender gegenüber stehen, wie es bei Linux der Fall ist". Allerdings müsse man trotzdem einräumen, dass Linux per se sicherer sei.
Bei Symantec glaubt man hingegen nicht an die technische Überlegenheit von Linux. Ralph Binder: "Virenprogrammierer suchen sich immer die größte Zielscheibe. Sie wollen maximalen Schaden anstellen und größtmögliche Aufmerksamkeit erregen. Und auf Grund seiner marktbeherrschenden Stellung ist Windows da nun einmal das optimale Opfer". Er fährt fort: "Linux wäre wegen seines deutlich niedrigeren Marktanteils für Virenprogrammierer uninteressant".
Außerdem würden Linuxprogrammierer ihr ganzes Können in die Weiterentwicklung von Linux und KDE stecken. Da bleibe für andere - destruktive - Aktivitäten keine Zeit mehr. Der Linuxprogrammierer also ein idealistischer Workaholic, der mit der Weiterentwicklung von Linux so beschäftigt ist, dass ihm keine Zeit mehr für die Entwicklung von Viren bleibt?
Auf Grund der geringen Verbreitung sind Scanner für Desktoprechner unter Linux derzeit kein Thema für Symantec, wie uns Herr Ralph Binder mitteilte. Anders stellt sich natürlich wegen der zunehmenden Verbreitung von Linux die Situation bei Servern und im Unternehmenseinsatz dar.
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