Linux für Netbooks

Windows-Alternativen für Eee-PC & Co.

Donnerstag den 23.04.2009 um 09:13 Uhr

von David Wolski

Netbooks mit Linux ist eine gute Alternative.
Vergrößern Netbooks mit Linux ist eine gute Alternative.
© 2014
Mitten im Netbook-Fieber glänzt Linux auf den Subnotebooks als Alternative zum angestaubten Windows XP. Wir werfen einen Blick auf speziell für Netbooks angepasste Linux-Distributionen.
Die Xandros-Variante von Asus ist für kleine Bildschirme
optimiert.
Vergrößern Die Xandros-Variante von Asus ist für kleine Bildschirme optimiert.
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Linux fällt auf dem unerwartet lebendigen Netbook-Segment nicht zuletzt deshalb auf fruchtbaren Boden, da Microsoft außer dem in die Jahre gekommenen XP einfach nichts für diese Leichtgewichtsklasse zu bieten hat.

Kleine Systeme, große Chancen
Netbooks finden in jedem Rucksack, Aktenkoffer, oder sogar in größeren Handtaschen Platz. Die geringe Größe und der Preis gehen auf die Kosten der Hardware-Ausstattung. Einen vollwertigen PC können die Winzlinge mit der mageren Hardware bisher nicht ersetzen – ihn aber sinnvoll ergänzen. Schließlich ist es praktisch, wenn wichtige Anwendungen, Internet-Programme und ein paar lebensnotwendige Tools unterwegs mit dabei sind. Die Hardware-Ausstattung erlaubt allerdings nicht den Einsatz jeder beliebigen Anwendung, weder unter XP noch unter Linux. Linux bietet aber eine bessere Skalierbarkeit, sowohl was System als auch Anwendungen angeht. Das System lässt sich problemlos abspecken, und unter der Vielzahl der Anwendungen lassen sich jene zusammenstellen, die wenig Ressourcen brauchen. Einige Netbooks gibt es deshalb auch serienmäßig mit Linux, und der Trend wird anhalten, da Intel seine Atom-CPU für Low-Cost-Geräte mit Linux konzipiert hat.

Viele Anwender wollen aber kein vorinstalliertes OEM-Linux auf dem Netbook haben, sondern sich ein bestimmtes System ganz nach Gewohnheiten und Vorlieben installieren. Wir stellen deshalb einige Linux-Distributionen vor, die sich für Netbooks eignen und als Download zur Verfügung stehen. Mandriva und Suse sind deshalb nicht mit von der Partie, da diese Systeme momentan nur für Hersteller über den OEM-Kanal verfügbar sind. Aus Platzgründen können wir nicht alle Systeme vorstellen. Außen vor blieb etwa das auf Ubuntu basierende, für Eee-PCs angepasste OpenGEU, das den Namen Opengeeeu 8.04.1 trägt und sich durch den schicken Enlightenment-Desktop von der Konkurrenz abhebt.

Asus Eee Xandros Linux
Die Linux-Distribution Xandros OS führte als kommerzielle Debian-Variante bisher ein Nischendasein. Dank Asus gelangt es nun als vorinstalliertes Linux-System auf Eee-PCs zu neuer Prominenz. Die Asus-Version von Xandros startet mit Fastinit, einem proprietären Init-Ersatz, in rekordverdächtigen 20 Sekunden und begrüßt den Anwender mit einem Tab-basierten Desktop, über den die wichtigsten Anwendungen wie Firefox 2.0.0.11, Pidgin 2.02, Skype 1.4 und Open Office 2.04 leicht über große Icons erreichbar sind. Als Kernel arbeitet eine angepasste Version 2.6.24-19, der Desktop selbst basiert auf KDE 3.4.3, worauf aber der schlanke Ice WM als Windowmanager aufsetzt.

Änderungen an der Konfiguration, die über die Menüfunktionen hinausgehen, sind nicht immer einfach, da Asus viele selbstgestrickte Start-Scripts einsetzt. Geneigte Anwender können viele Anpassungen aber über das Terminal vornehmen, das über die Tastenkombination <Ctrl>-<Alt>-<T> zugänglich ist. Das System ist DEB-basierend, und es gibt zahlreiche Anleitungen, um ein komplettes Xandros mit KDE mittels apt zu installieren. Asus nutzt für den Eee-PC einen angepassten Kernel 2.6.21, der um die Module für die Eee-PC-Hardware erweitert wurde. Diese Änderungen werden von Asus als Fork behandelt, und die Patches fließen nicht zurück in die offizielle Kernel-Entwicklung. Da das zu Konflikten mit der GNU Public License führt, hat Asus nach einiger Kritik inzwischen die verwendeten Open-Source-Komponenten offen-gelegt und bietet die Quellen für seine Module zum Download an. Die offiziellen SDK und Wiederherstellungs-Images stehen bereit. Erst die Offenlegung ermöglichte die Entwicklung der zahlreichen Netbook-Varianten bekannter Distributionen.

Das Debian Eee-PC-System basiert auf Lenny Beta
2.
Vergrößern Das Debian Eee-PC-System basiert auf Lenny Beta 2.
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Debian Eee-PC – Lenny Beta 2
Stabilität, Konsistenz und das gigantische Angebot an Software-Paketen macht Debian zu einer der beliebtesten Distributionen. Für den Eee-PC hat die Debian-Community das Projekt Debian Eee-PC gestartet, um den speziellen Hardware-Anforderungen des Eee-PC und anderer Netbooks gerecht zu werden. Unterstützt werden bisher der Eee-PC 701, 900 und 900A. Debian Eee-PC ist in einer frühen Entwicklungsphase und fordert an einigen Stellen Detailwissen, das fortgeschrittene Anwender im mehrsprachigen Debian-Wiki finden. Der angepasste Installer für den Eee-PC liegt als 16 MB große Image-Datei vor, die mit Hilfe des Befehls „dd“ auf eine Karte oder einen Stick geschrieben wird. Nach dem Start von Karte oder Stick lässt sich über den Installer ein gewöhnliches Debian-System einrichten, wobei für den Download der Pakete eine normale Netzwerkverbindung über Kabel empfehlenswert ist. Während der Installation wird das Spezial-Repository eeepc.debian.net hinzugefügt, das eigene Pakete für WLAN und ACPI-Funktionen bietet. Der Lohn der Mühe ist ein echtes Debian-System auf der Basis von Lenny Beta 2 auf dem Netbook. Es empfiehlt sich, Gnome gegen einen leichten Desktop und Windowmanager wie Xfce auszutauschen.

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