Linux für Netbooks
Windows-Alternativen für Eee-PC & Co.
Netbooks finden in jedem Rucksack, Aktenkoffer, oder sogar in größeren Handtaschen Platz. Die geringe Größe und der Preis gehen auf die Kosten der Hardware-Ausstattung. Einen vollwertigen PC können die Winzlinge mit der mageren Hardware bisher nicht ersetzen – ihn aber sinnvoll ergänzen. Schließlich ist es praktisch, wenn wichtige Anwendungen, Internet-Programme und ein paar lebensnotwendige Tools unterwegs mit dabei sind. Die Hardware-Ausstattung erlaubt allerdings nicht den Einsatz jeder beliebigen Anwendung, weder unter XP noch unter Linux. Linux bietet aber eine bessere Skalierbarkeit, sowohl was System als auch Anwendungen angeht. Das System lässt sich problemlos abspecken, und unter der Vielzahl der Anwendungen lassen sich jene zusammenstellen, die wenig Ressourcen brauchen. Einige Netbooks gibt es deshalb auch serienmäßig mit Linux, und der Trend wird anhalten, da Intel seine Atom-CPU für Low-Cost-Geräte mit Linux konzipiert hat.
Die Linux-Distribution Xandros OS führte als kommerzielle Debian-Variante bisher ein Nischendasein. Dank Asus gelangt es nun als vorinstalliertes Linux-System auf Eee-PCs zu neuer Prominenz. Die Asus-Version von Xandros startet mit Fastinit, einem proprietären Init-Ersatz, in rekordverdächtigen 20 Sekunden und begrüßt den Anwender mit einem Tab-basierten Desktop, über den die wichtigsten Anwendungen wie Firefox 2.0.0.11, Pidgin 2.02, Skype 1.4 und Open Office 2.04 leicht über große Icons erreichbar sind. Als Kernel arbeitet eine angepasste Version 2.6.24-19, der Desktop selbst basiert auf KDE 3.4.3, worauf aber der schlanke Ice WM als Windowmanager aufsetzt.
Stabilität, Konsistenz und das gigantische Angebot an Software-Paketen macht Debian zu einer der beliebtesten Distributionen. Für den Eee-PC hat die Debian-Community das Projekt Debian Eee-PC gestartet, um den speziellen Hardware-Anforderungen des Eee-PC und anderer Netbooks gerecht zu werden. Unterstützt werden bisher der Eee-PC 701, 900 und 900A. Debian Eee-PC ist in einer frühen Entwicklungsphase und fordert an einigen Stellen Detailwissen, das fortgeschrittene Anwender im mehrsprachigen Debian-Wiki finden. Der angepasste Installer für den Eee-PC liegt als 16 MB große Image-Datei vor, die mit Hilfe des Befehls „dd“ auf eine Karte oder einen Stick geschrieben wird. Nach dem Start von Karte oder Stick lässt sich über den Installer ein gewöhnliches Debian-System einrichten, wobei für den Download der Pakete eine normale Netzwerkverbindung über Kabel empfehlenswert ist. Während der Installation wird das Spezial-Repository eeepc.debian.net hinzugefügt, das eigene Pakete für WLAN und ACPI-Funktionen bietet. Der Lohn der Mühe ist ein echtes Debian-System auf der Basis von Lenny Beta 2 auf dem Netbook. Es empfiehlt sich, Gnome gegen einen leichten Desktop und Windowmanager wie Xfce auszutauschen.
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