22.12.2011, 10:00

Thomas Joos

Server-Linux

Ubuntu 11.10 Server im Test

Ubuntu 11.10 Server im Test

Das für den Servereinsatz optimierte Ubuntu 11.10 Server bietet Verbesserungen bei Cloud Computing und Virtualisierung. Auch ARM-Prozessoren werden nun unterstützt.
Canonical hat gemeinsam mit Ubuntu 11 Desktop auch wieder eine für den Servereinatz spezialisierte Variante veröffentlicht. Ubuntu Server basiert wie gehabt auf Debian und kommt mit dem Linux Kernel 3. Es werden sowohl 32- als auch 64-Bit-Prozessoren unterstützt. Zeitgemäß: Eine ARM-Unterstützung wird ebenso angeboten wie zahlreiche Neuerungen im Bereich der Virtualisierung sowie des Cloud-Computings. Die Ubuntu Server kann kostenlos als ISO heruntergeladen werden.
Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die Möglichkeit, Server mit ARM-Prozessoren (Advanced RISC Machines) zu verwenden. Canonical dringt damit in den Markt für Micro-Server vor, auch wenn die Installation noch als eingeschränkt angesehen werden muss und nicht alle Pakete unterstützt werden. Wichtige Pakete wie LAMP-Stack stehen zur Verfügung und weitere sollen in der Zukunft unterstützt werden. Mit LAMP werden wichtige Komponenten einer Serverumgebung wie Linux, Apache, MySQL und PHP zusammengefasst. Kleine Server und Appliances sind mit Ubuntu Server kein Problem.
Zum Vergleich: Windows 8 Client wird auf den ARM-CPUs lauffähig sein, für die nächsten Server-Versionen von Windows 8 soll diese laut Microsoft jedoch nicht mehr möglich sein. Grund hierfür ist die Limitierung der ARM-CPUs auf eine 32-Bit-Architektur, Windows Server 8 wird jedoch ebenso wie Server 2008 R2 nur auf 64-Bit-Systemen laufen. Ubuntu allerdings unterstützt seit jeher sowohl für Desktop- als auch Server-Systeme 32-Bit-Prozessoren und kann daher auch eine solche ARM-Unterstützung anbieten.
Dank entsprechender Tools kann Ubuntu 11.10 auf unterschiedlichsten Servern und prinzipiell tausenden von Knoten installiert werden und ist damit besonders vielfältig einsetzbar. Dieses ist besonders für solche Einsatzszenarien interessant, in denen das neue Ubuntu in Rechenzentren eingerichtet werden soll, in denen ARM-Prozessoren auf einer großen Zahl von Servern eingesetzt werden. Hier lohnen sich die Bereitstellungs-Tools am meisten, Administratoren werden hinsichtlich dieser Aufgabe in der neuen Version besser unterstützt als das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Die Ubuntu-Server können dabei automatisch entsprechende Updates herunterladen, die zu diesem Zweck auf der Internetseite des Herstellers Canonical veröffentlicht und zur Verfügung gestellt werden.
Administratoren können die Installation-DVD zugleich auch für die Überprüfung auf Arbeitsspeicherfehler nutzen und so das System auf seine ordnungsgemäße Funktion hin testen. Sogar Reparaturmaßnahmen können mit dieser DVD auf einfache Weise durchgeführt werden.
Ein Test des neuen Ubuntu ist nach wenigen Installationsschritten möglich, die jedoch auf der Befehlszeile vorgenommen werden müssen, da eine deutsche Installationsoberfläche zumindest in der Standardversion der neuen Distribution nicht zur Verfügung steht. In der Befehlszeile müssen daher die Linux-Befehle verwendet werden, um den Installationsprozess voranzubringen. Auf eine grafische Benutzeroberfläche wird aus Sicherheitsgründen verzichtet. Eine nachträgliche Installation durch den Administrator ist jedoch möglich.
Serverdienste lassen sich bereits während des Installationsvorgangs auswählen. Hiermit kann bestimmt werden, welche Dienste später auf dem Server zur Verfügung stehen sollen. Auch hier ist wie bei den anderen Diensten eine nachträgliche Aktivierung durch den für das System verantwortlichen Administrator möglich.
Als Beispiel soll die bereits vorgenommene Integration von Postfix, einem E-Mail-Server, dienen. Die Benutzung beziehungsweise die Einrichtung desselben erfordert jedoch fortgeschrittene Linux-Kenntnisse.
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