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Ubuntu mit der Linux-Paketverwaltung optimieren

10.09.2012 | 13:34 Uhr |

Ubuntu ist verglichen mit Windows recht wartungsarm. Doch gibt es auch hier Einstellungen und Tricks, mit deren Hilfe Sie das System entlasten und schlank optimieren. Wir erklären Ihnen, wie das geht.

Ubuntu nutzt zwar keine Registry, die sich im Lauf der Monate zunehmend verfettet, aber im Laufe der Zeit kann auch hier die Geschwindigkeit nachlassen. Einer der häufigsten Gründe: Dem System geht schleichend der Platz auf der Festplatte aus, oder es werden unnötige Dienste gestartet. Dieser Artikel wirft einen grundsätzlichen Blick auf die Software-Verwaltung unter Ubuntu und zeigt, wie Sie risikolos Software abspecken. Weitere kleinere Aufräumarbeiten zielen in erster Linie auf Ubuntu-Installationen auf USB-Sticks oder kleinen Partitionen.

Paketverwaltung unter Linux
Die Installation von Software ist für Windows-Umsteiger eine der größten Veränderungen. Statt der gewohnten Setup-Programme aus beliebiger Quelle werden Anwendungen für Linux in Form sogenannter Pakete angeboten. Sie ähneln einfachen Archiven, in denen alle für die Ausführung der Anwendung notwendigen Komponenten enthalten sind. Zusätzlich enthält ein Paket Informationen über eventuelle Abhängigkeiten – also welche anderen Programme oder Dateien auf dem System vorhanden sein müssen, damit das Programm auch läuft.

Diese Komponenten sind nicht im eigentlichen Paket enthalten. Während der Installation kümmert sich der Paketmanager darum, dass die mitgelieferten Dateien an die unter Linux dafür vorgesehenen Ordner kopiert werden, und sieht nach, ob alle Abhängigkeiten erfüllt sind. Ist das nicht der Fall, erhält der Nutzer einen Hinweis und kann den Paketmanager damit beauftragen, die fehlenden Dateien zu installieren.

Schickes und gut sortiertes Ubuntu Software-Center: Wer weiß, was er sucht, ist schnell am Ziel. Wer stöbern will, kommt auch auf seine Kosten.
Vergrößern Schickes und gut sortiertes Ubuntu Software-Center: Wer weiß, was er sucht, ist schnell am Ziel. Wer stöbern will, kommt auch auf seine Kosten.

Das Ubuntu Software-Center
Wer unter Ubuntu nach weiteren Programmen sucht, sollte zunächst das „Ubuntu Software-Center“ in der Startleiste verwenden. Es gleicht den von mobilen Computern und Smartphones bekannten App-Stores. Auf der Startseite werden interessante Programme vorgestellt, und über die verschiedenen Kategorien können Sie bequem stöbern. Wer weiß, was er will, nutzt das Suchfeld am oberen Rand, um den Namen eines Pakets oder einer Anwendung einzugeben. Auf der nachfolgenden Bildschirmseite werden dann die Treffer dargestellt. Achten Sie auf den kleinen, optionalen Hinweis am Fuß der Seite.

In erster Linie zeigt Ihnen das Software-Center als Treffer lediglich installierbare Anwendungen. Sind Sie aber auf der Suche nach ergänzenden Werkzeugen oder Programmen, verbergen sich diese häufig unter dem Stichwort „Technische Dateien“. Mit einem Klick auf einen Treffer wird der Schalter für die Installation einer Anwendung sichtbar. Mit einem Klick auf „Installiert“ erhalten Sie eine Übersicht der bereits eingerichteten Programme. Die Liste ist nach Programmkategorien unterteilt. Sobald Sie einen Eintrag dieser Liste markieren, besteht die Möglichkeit, die Software mit der gleichlautenden Schaltfläche zu entfernen.

Synaptic-Paketverwaltung: Das Systemprogramm bietet die Option, „Pakete vollständig [zu] entfernen“. Das entsorgt auch Konfigurationsdateien aus dem Systembereich.
Vergrößern Synaptic-Paketverwaltung: Das Systemprogramm bietet die Option, „Pakete vollständig [zu] entfernen“. Das entsorgt auch Konfigurationsdateien aus dem Systembereich.

Die Synaptic-Paketverwaltung
Erweiterte technische Möglichkeiten und vergleichsweise schlichtes Outfit kennzeichnen die Synaptic-Paketverwaltung. Installieren Sie sich Synaptic am besten über das Ubuntu Software-Center. Die Synaptic-Paketverwaltung greift auf den gleichen Software-Bestand zurück wie der App-Store von Ubuntu und bietet erweiterte Optionen, Software zu suchen, zu filtern, zu sortieren und (De-)Installationen in größerem Umfang zu planen. Die Funktionsweise ist dem Software-Center ähnlich: In das Suchfeld tragen Sie den Namen des gewünschten Pakets oder der Anwendung ein. Klicken Sie anschließend in der Trefferliste mit der Maus auf das Optionsfeld, lässt sich aus dem Menü ein Paket für die Installation vormerken. Diesen Schritt können Sie beliebig häufig wiederholen.

Erst der Klick auf den Schalter „Anwenden“ in der Symbolleiste übernimmt Ihre Auswahl und startet die Installation. Das Deinstallieren verläuft analog. Beachten Sie dabei die Option „Zum vollständigen Entfernen vormerken“. Wenn Sie diese Einstellung wählen, werden auch die Konfigurationsdateien beseitigt. Diese liegen entweder im Benutzerverzeichnis oder aber in einem der Systemverzeichnisse (/etc). Wird eine Anwendung deinstalliert, bleiben diese Dateien zurück. Das stellt zwar den gespeicherten Zustand wieder her, wenn das Programm erneut installiert wird, verbraucht im Laufe der Zeit aber auch zunehmend Platz. Das sichere Entfernen mit Synaptic löscht solche Konfigurationsdateien –allerdings nur aus den Systemverzeichnissen. Auf Benutzerverzeichnisse greift Synaptic nicht zu.

Konfigurationsdateien manuell löschen
Um Einstellungsdateien von Programmen innerhalb des Benutzerverzeichnisses loszuwerden, müssen Sie selbst Hand anlegen. Wechseln Sie dazu in Ihren persönlichen Ordner, und klicken Sie auf „Ansicht ➞ Verborgene Dateien anzeigen“ (oder drücken Sie Strg-H). Sie werden jetzt eine Reihe von Ordnern sehen, deren Namen mit Punkt beginnen. Die Namen korrespondieren üblicherweise mit dem Namen des zugehörigen Programms oder des Pakets. Markieren Sie die gewünschten Ordner, von denen Sie sicher sind, dass sie von keinem Programm mehr genutzt werden, und löschen Sie diese. Beachten Sie hierbei auch den Ordner .gconf/apps – Software, die für den Gnome-Desktop (und damit für die aktuellen Ubuntu-Versionen) optimiert wurde, legt ihre Einstellungsdateien dort ab.

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