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Ubuntu 14.04 - Upgrade auf die neue Version

15.07.2014 | 11:11 Uhr |

In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie Ihr bestehendes System auf die neueste Version des Ubuntu-Desktops aktualisieren. Wir zeigen Ihnen sowohl das Upgrade als auch die Neuinstallation.

Linux-Anwendern stehen zwei Wege offen, um die neueste Ubuntu-Version einzusetzen. Wenn Sie bereits Ubuntu im Einsatz haben und mit Ihrem System zufrieden sind, nutzen Sie einfach die integrierte Update-Funktion. Sinnvoll ist ein Upgrade auf diesem Weg allerdings nur dann, wenn das ältere Ubuntu vollkommen störungsfrei läuft. Eventuelle Systemprobleme des Ubuntu-Vorgängers erbt das Nachfolgesystem beim Upgrade erfahrungsgemäß allzu häufig, so dass hier immer die Neuinstallation die empfohlene Maßnahme ist.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 4/2014

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Backup vor Upgrade oder Neuinstallation

Abgesehen von ererbten Systemproblemen der Vorgängerversion lässt das Upgrade mit der integrierten Ubuntu-Funktion keine technischen Probleme erwarten. Dieser Mechanismus hat sich seit Jahren bewährt. Ein Backup des „home“-Ordners ist daher eine Vorsichtsmaßnahme, aber beim Upgrade nicht zwingend. Ganz anders sieht es aus, wenn Sie eine Neuinstallation planen. Hier ist das vollständige Backup des Benutzerordners Pflicht. Dazu könnten Sie zum Beispiel das Programm rsync nutzen, das eine vollständige Kopie eines Ordners einschließlich aller Unterordner anlegt.

Berücksichtigt werden sollten in diesem Fall auch die versteckten Dateien aus dem Benutzerordner. In diesen Dateien, deren Dateiname mit einem Punkt beginnt, legen Anwendungen ihre Einstellungen und Daten ab. Spielen Sie die Sicherung wieder ein, verhält sich ein Programm wie Thunderbird, als hätte es die Neuinstallation nie gegeben. Mit dem einfachen Befehl

rsync –aP /home/[user] /media/[user]/[Label]/Backup 

ist das eigene Home schnell auf einen externen Datenträger kopiert. Sollen alle Benutzerordner gesichert werden, so kopieren Sie mit

sudo rsync –aP /home/ /media/…

Das bringt das neue Ubuntu 14.04 LTS

Das Upgrade in Ubuntu aufrufen

Es ist empfehlenswert, das Upgrade von einem System aus zu starten, das zuerst auf den neuesten Stand gebracht ist. Rufen Sie über das Unity-Dash also zunächst die „Software-Aktualisierung“ auf, und aktualisieren Sie damit alle angebotenen Pakete. Ist der Vorgang erfolgreich abgeschlossen, starten Sie den Aktualisierungsmanager erneut. Nun erhalten Sie den Hinweis, dass das System auf dem aktuellen Stand ist, aber eine neue Ubuntu-Version angeboten wird. Mit „Aktualisieren“ starten Sie das Upgrade auf Version 14.04.

Im Anschluss blendet das System die Veröffentlichungsnotizen ein. Lesen Sie diese genau durch, auch der Besuch der Projektseite von Ubuntu ist empfehlenswert. Denn bei jedem größeren Versionswechsel ändern sich immer einige grundlegende Dinge, die danach anders oder gar nicht mehr funktionieren. Verwenden Sie zum Beispiel eine Software, die nach Aussage der Entwickler auf eine bestimmte Python-Version angewiesen ist, funktioniert diese meist nach einem Upgrade nicht mehr. Es sei denn, die Entwickler stellen ein Update zur Verfügung. Die Release-Notes informieren über Veränderungen wie den Wegfall von Funktionen oder Bibliotheken oder über das Update auf die neuesten Versionen von Script-Sprachen. Bestätigen Sie den Dialog dann mit „System aktualisieren“. Der Computer lädt im Anschluss aus dem Internet alle notwendigen Komponenten für das Upgrade.

Sofern Sie das System mit individuellen Paketquellen erweitert hatten, zeigt Ubuntu einen Hinweis, dass diese Quellen vor dem Upgrade deaktiviert werden. Um den Upgrade-Fortschritt im Detail zu verfolgen, klicken Sie im unteren Bereich des Dialogs auf „Terminal“. Am Ende des Upgrade-Prozesses steht das Aufräumen des Systems. Dies beseitigt Pakete, die nicht mehr in den Quellen von Ubuntu auftauchen oder offensichtlich veraltet sind. Unter Umständen sind darin aber noch Pakete enthalten, von denen Sie wissen, dass Sie diese betreffende Anwendung noch benötigen. Sehen Sie sich also die Liste durch, ob das Löschen aus Ihrer Sicht problemlos möglich ist. Anschließend ist das Upgrade beendet. Die vom Setup deaktivierten Quellen können Sie theoretisch wieder einbinden; sie enthalten aber oft veraltete Pakete, die sich mit der neuen Systemversion nicht mehr vertragen.

„Installationsart“: Hier zeigt sich, ob das Ubuntu-Setup die Situation auf dem Rechner erkannt hat. Wenn ja, ist die Entscheidung komfortabel, wenn nein, müssen Sie über „Etwas Anderes“ manuell eingreifen.
Vergrößern „Installationsart“: Hier zeigt sich, ob das Ubuntu-Setup die Situation auf dem Rechner erkannt hat. Wenn ja, ist die Entscheidung komfortabel, wenn nein, müssen Sie über „Etwas Anderes“ manuell eingreifen.

Ubuntu neu installieren

Um Ubuntu 14.04 sauber neu zu installieren, müssen Sie sich zunächst entscheiden, ob Sie die 32- oder 64-Bit-Version installieren wollen . Brennen Sie das Image anschließend auf eine DVD und booten Sie Ihrem PC darüber. Das Installationsprogramm wird das System untersuchen und alle bereits installierten Betriebssysteme erkennen. Danach zeigt Ihnen das Setup im Dialog „Installationsart“ Ihre Optionen an. Entscheiden Sie sich dort für das Löschen der älteren Ubuntu-Version und die Neuinstallation. Je nach Situation kann hier auch das „Ersetzen“ einer Windows-Installation angeboten sein.

Nach Klick auf „Jetzt installieren“ werden Sie durch die weiteren Schritte der Installation begleitet (Zeitzone, Tastaturlayout). Mit der Eingabe des Nutzernamens richten Sie den ersten Systembenutzer ein, der standardmäßig mit Administratorrechten ausgestattet wird. Danach werden die Pakete kopiert, und am Ende des Installationsprozesses werden Sie aufgefordert, den Datenträger zu entnehmen. Nach einem Neustart bootet der Rechner entweder direkt nach Ubuntu 14.04 oder bietet das System im (Grub-) Bootmenü an.

Diese Ubuntu-Linux-Varianten gibt es

Dokumente und Software wiederherstellen

Je nachdem, über welchen Weg Sie Ihre Benutzerdaten gesichert haben, kopieren Sie diese nach der Neuinstallation wieder zurück. Haben Sie zum Beispiel rsync verwendet, können Sie aus der Sicherung die gewünschten Ordner auch wieder mit rsync zurückspielen. Da rsync aber den Datenbestand einfach spiegelt, lassen sich die gesicherten Dateien auch mit dem Dateimanager einzeln durchsehen und selektiv vom externen Datenträger auf das neue System übertragen. Im Web kursieren Anleitungen, mit deren Hilfe Sie vor einem Upgrade oder einer Neuinstallation die Liste der installierten Programme sichern und diese mit Hilfe dieser Liste dann wieder einspielen können.

Das funktioniert mehr oder weniger, wenn Sie auf zwei Rechnern mit der gleichen Ubuntu-Version den gleichen Programmbestand nutzen – allerdings nur dann, wenn nicht nur die Liste der Pakete gesichert wird, sondern auch die Liste der Paketquellen und vor allen Dingen die importierten Schlüssel, mit denen die Übertragung der Pakete gesichert wird. Alle Infos müssen dann auch lückenlos wieder auf dem neuen System eingespielt werden. Das klingt in der Theorie ganz gut, praktisch treten hier aber allzu häufig Detailprobleme auf. Daher lohnt sich der logische Aufwand im Vergleich zur einfachen Neuinstallation der Programme nur in Ausnahmefällen.

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