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Linux Tipps & Tricks

SSDs unter Linux verwenden

09.10.2012 | 14:23 Uhr |

SSDs versprechen eine deutliche Beschleunigung des Linux-Systems. Lesen Sie hier, was bei der Installation von Linux auf einer SSD zu beachten ist und wie Sie eine SSD als schnellen Cache-Speicher nutzen können.

Die Prozessoren werden immer schneller, und an Hauptspeicher mangelt es den meisten PCs auch nicht. Trotzdem haben viele Anwender den Eindruck, dass das System zu langsam startet und sich insgesamt schneller anfühlen müsste. Ein neuer Prozessor oder mehr RAM sorgen meist nur kurz nach einer frischen Systeminstallation für Freude, denn der tatsächliche Flaschenhals ist meistens die Festplatte. Trotz Transferraten von 300 MB/s oder mehr sind Festplatten eher träge Datenspeicher. Ursache dafür sind die Schreib-/Leseköpfe, die bei der Neupositionierung einige Zeit benötigen. Bei Solid State Drives (SSD) gibt es keine beweglichen Teile, und die kurzen Zugriffszeiten beschleunigen den Start von System und Programmen.

Vorbereitungen für die Installation treffen
Wenn Sie sich entschließen, Ihre bisherige Festplatte durch eine SSD zu ersetzen oder ganz auf SSD umzusteigen, sollten Sie vorher das Bios des PCs und die Firmware der SSD auf den neusten Stand bringen. Das Bios-Update ist wichtig, weil damit manchmal auch Fehler behoben werden, die den SATA-Controller betreffen. Die Firmware der SSD kann ebenfalls Fehler enthalten, die später den problemlosen Betrieb erschweren. Für das Firmware-Update stellen die Hersteller meist ein ISO-Abbild für eine bootfähige CD zur Verfügung. Damit aktualisieren Sie dann die Firmware auch auf PCs, auf denen noch kein Betriebssystem installiert ist.

Für optimale Leistung sollte im Bios der AHCI-Modus aktiviert sein. Schließen Sie die SSD außerdem an einen schnellen SATA-600-Port an.
Vergrößern Für optimale Leistung sollte im Bios der AHCI-Modus aktiviert sein. Schließen Sie die SSD außerdem an einen schnellen SATA-600-Port an.

Bevor Sie Linux auf der SSD installieren, aktivieren Sie im Bios den AHCI-Modus. Nur dann kann die SSD mit optimaler Geschwindigkeit arbeiten. Schließen Sie die SSD außerdem – wenn vorhanden – an die SATA-600-Schnittstelle an. Auf der Hauptplatine oder im Handbuch finden Sie dafür auch Bezeichnungen wie „SATA3_0“ oder „SATA6G“. Dieser Anschluss kann bis zu 600 MB/s übertragen. Daneben gibt es auf der Hauptplatine meist noch SATA-300-Anschlüsse mit einer maximalen Übertragungsrate von 300 MB/s. Das ist für die schnellen SSDs nicht optimal.

Test: SSD-Festplatten bis 128 GB im Vergleich

Linux auf der SSD-Platte installieren
Die Neuinstallation von Linux auf SSD unterscheidet sich nicht von der Installation auf einer Festplatte. Wenn sich nur die SSD und keine zusätzliche Festplatte in Ihrem PC befindet, können Sie in der Regel die Ubuntu-Standardvorgaben bei der Installation übernehmen. Das Dateisystem ext4 ist zurzeit auch für SSDs die erste Wahl. Btrfs, das von Ubuntu ebenfalls angeboten wird, kann die Leistung einer SSD noch besser ausnutzen. Es wird wahrscheinlich in Zukunft von Ubuntu standardmäßig angeboten. Derzeit befindet sich Btrfs noch in der Entwicklung und ist für Produktivsysteme nicht zu empfehlen.

Viele Schreibzugriffe können die Leistung einer SSD reduzieren und die Lebensdauer verkürzen. Bei PCs mit 4 GB RAM oder mehr sollten Sie daher keine Swap-Partition verwenden. Bei der Installation wählen Sie dazu im Schritt „Installationsart“ die Option „Etwas Anderes“. Legen Sie über „Hinzufügen“ nur eine neue Partition an und geben hinter „Einbindepunkt“ den Pfad „/“ an (Root-Partition). Setzen Sie die Installation dann wie gewohnt fort.

Wenn sich eine Festplatte und eine SSD im PC befinden, können Sie etwa das Home-Verzeichnis auf die Festplatte auslagern. Dies erledigen Sie schon während der Installation.
Vergrößern Wenn sich eine Festplatte und eine SSD im PC befinden, können Sie etwa das Home-Verzeichnis auf die Festplatte auslagern. Dies erledigen Sie schon während der Installation.

Wenn sich im PC noch eine Festplatte befindet, können Sie auch Teile des Linux-Dateisystems auf die Festplatte auslagern. Im Gegensatz zu Windows ist es bei Linux problemlos möglich, beispielsweise das Home-Verzeichnis auf einem anderen Datenträger abzulegen. Der Vorteil: Große Dateien, die Sie im Home-Verzeichnis speichern, landen nicht auf der SSD. Dadurch wird der ohnehin knappe Platz nicht weiter reduziert. Auf die Geschwindigkeit des Systems hat das kaum Einfluss. Ein Video läuft immer gleich schnell, egal ob Sie es von einer SSD oder Festplatte aus abspielen.

Zur Reduzierung der Schreibzugriffe ist es außerdem sinnvoll, Verzeichnisse wie /var oder /tmp auf der Festplatte abzulegen. Hier werden ständig Daten geändert, beispielsweise die Log-Dateien. Welche Verzeichnisse wo landen, bestimmen Sie, indem Sie bei der Ubuntu-Installation im Schritt „Installationsart“ die Option „Etwas Anderes“ wählen. Erstellen Sie dann über „Hinzufügen“ die gewünschten Partitionen auf der Festplatte, und legen Sie hinter „Einbindepunkt“ den Pfad fest.

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