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Ubuntu mit oder ohne DVD installieren

28.09.2014 | 16:41 Uhr |

Dank des patenten Installers ist es eine leichte Übung Ubuntu solo oder neben Windows auf die Festplatte zu bringen. Für Profis gibt es aber noch mehr Optionen.

Das Ubuntu-Setup erfordert im Wesentlichen nur, die richtige Zielpartition zu wählen. Dies geschieht in dem wichtigen Dialog „Installationsart“ des Setup-Assistenten, den dieser Beitrag genau erklärt. Ein häufiges Hindernis ist ferner ein fehlendes DVD-Laufwerk etwa auf Netbooks – ein Problem, das wir ebenfalls aufgreifen. Wir gehen hier von der einfachen Situation aus, dass auf einem älteren Bios-basierten PC ein bestehendes Windows-System durch Ubuntu ersetzt werden soll oder erst mal als Zweitsystem installiert wird.

1. Installationsmedium starten oder nötigenfalls erstellen

Einfach loslegen können Sie, wenn das Zielgerät ein DVD-Laufwerk besitzt oder wenn sich ein externes DVD-Laufwerk via USB anschließen lässt. Dann laden Sie sich einfach die passende Ubuntu-Variante aus unserem Download-Portal oder über die Ubuntu-Webseite herunter, brennen die ISO-Datei bootfähig auf DVD (beispielsweise mit ImgBurn oder CDBurnerXP ) und starten den PC oder das Note/Netbook darüber. Falls dies bei eingelegter DVD nicht automatisch geschieht, aktivieren Sie das Bootmenü des Bios und wählen dann dort das DVD-Laufwerk, das in der Regel als „ATAPI…“ angezeigt wird. Anschließend geht es weiter mit Punkt 2. Ohne DVD-Laufwerk müssen Sie den Umweg über einen USB-Stick nehmen (siehe letzter Punkt ganz unten).

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2. Im Setup-Assistent von Ubuntu

Nach dem Start des gewünschten Ubuntu finden Sie am Desktop einen Link, der das Setup anstößt – etwa mit dem Namen „Ubuntu 13.10 installieren“. Sie können sich vorher umsehen, ob die Wahl für Sie richtig ist: Das Live-System zeigt alles Wesentliche des Systems und ist nur – auf DVD oder Stick – deutlich langsamer. Optimale Bedingungen für die Installation schaffen Sie, wenn Sie sich schon vorher mit dem Internet verbinden. Bei einer Kabelverbindung ist das standardmäßig der Fall, bei WLAN klicken Sie rechts oben im Haupt-Panel auf das fächerartige Funknetzsymbol. In der Liste klicken Sie Ihr WLAN an und tippen das Zugangskennwort ein. Falls Sie vorab keinen Netzzugang herstellen, werden Sie später vom Setup dazu aufgefordert.

Mit dem „Installieren“-Link starten Sie das Setup. Nach der Sprachauswahl und der zu empfehlenden Option „Software von Drittanbietern [zu] installieren“ erscheint der Dialog „Installationsart“: Das Ubuntu-Setup erkennt ein vorhandenes Windows oder Linux und bietet an, Ubuntu parallel zu installieren oder das bestehende System zu ersetzen. Diese beiden Optionen erledigen die Ausführung in 95 Prozent aller Ausgangssituationen auf komfortabelste Weise.

Diese Ubuntu-Linux-Varianten gibt es

Dualboot vorbereiten: Der Installer verkleinert die bestehende Partition (links), um Platz für Ubuntu (rechts) zu schaffen. Mit der Maus ändern Sie die Partitionsgrößen.
Vergrößern Dualboot vorbereiten: Der Installer verkleinert die bestehende Partition (links), um Platz für Ubuntu (rechts) zu schaffen. Mit der Maus ändern Sie die Partitionsgrößen.

„Windows … mit Ubuntu ersetzen“: Wählen Sie diese Installationsart, wenn Sie sich etwa auf einem Netbook definitiv vom alten Windows XP verabschieden wollen. Die Option hat den Vorteil, dass die Kapazität der gesamten Festplatte für Ubuntu bereitsteht und dass die Systemauswahl beim Booten entfällt. Sie dürfen diese Option jedoch definitiv nur wählen, wenn Sie keine Benutzerdaten mehr vom alten System benötigen.

„Ubuntu neben Windows … installieren“: Die Default-Option wählen Sie dann, wenn Sie Windows selbst oder Daten auf der Windows-Partition weiterhin benötigen. Beachten Sie, dass Ubuntu für diese Installationsoption keine bereits bestehende Partition benötigt, sondern diese während des Setups automatisch erstellt. Mehr noch: Sie müssen sich auch nicht um die Swap-Partition kümmern, die ebenfalls automatisch entsteht. Sobald Sie bei dieser Option auf „Weiter“ klicken, erscheint ein Dialog, mit dem Sie per Maus die Größe der neuen Ubuntu-Partition festlegen. Je größer Sie diese ziehen, desto kleiner schrumpft die bestehende Windows-Partition.

Die Partitionsoption „Etwas Anderes“ benötigt fundamentale Kenntnisse. Sie ist aber für die typischen Ziele „Linux statt Windows“ und „Linux plus Windows“ nicht nötig.
Vergrößern Die Partitionsoption „Etwas Anderes“ benötigt fundamentale Kenntnisse. Sie ist aber für die typischen Ziele „Linux statt Windows“ und „Linux plus Windows“ nicht nötig.

„Etwas Anderes“: Diese dritte Option ist nichts für Linux-Einsteiger. Sie ist auch nur erforderlich, wenn eine komplexere Partitionierung vorliegt oder ein Ubuntu nicht auf die primäre, sondern etwa auf eine externe Festplatte installiert werden soll.
Die Schaltfläche „Etwas Anderes > Weiter“ bringt Sie zu einem mächtigen Partitionierungswerkzeug. Bei Unklarheiten ist es allerdings ratsam, vorab für eindeutige Datenträgerbezeichnungen zu sorgen, sei es unter Windows oder im Live-System mit dem hilfreichen Werkzeug Gparted.

Um eine bestehende Partition für Ubuntu freizumachen, müssen Sie diese markieren und mit der Minus-Schaltfläche löschen. Im entstehenden „Freien Speicherplatz“ lässt sich dann mit der Plus-Schaltfläche die benötigte neue Partition erstellen. Dabei wählen Sie für Ubuntu & Co. am besten das Dateisystem „Ext4-Journaling“ und als Einbindungspunkt „/“. Zurück im Hauptdialog „Installationsart“ muss der Installer nun noch wissen, wohin er die Bootumgebung schreiben soll („Gerät für die Bootloader-Installation“). Mit „/dev/sda“ ist hier die primäre Festplatte vorgegeben (sda). Für eine mobile Installation auf USB sollten Sie den Bootloader hingegen besser auf das USB-Laufwerk schreiben. Zu guter Letzt verlangt der Installer das Festlegen einer kleinen Swap-Partition (in der Größe des RAM-Speichers).

3. Abschluss der Installation und Neustart

Haben Sie die „Installationsart“ absolviert, starten Sie mit „Jetzt installieren“ den eigentlichen Vorgang. Neben der Auswahl der Zeitzone, der Wahl des deutschen Tastaturlayouts und den Angaben für das primäre Benutzerkonto bleibt nicht mehr viel zu tun. Die Anmeldung beim Cloud-Dienst Ubuntu One ist optional. Das Setup meldet dann den Vollzug mit „Installation abgeschlossen“. Beim nächsten Neustart ohne das Installationsmedium startet – abhängig von der Installationsart – entweder direkt Ubuntu oder das GRUB-Bootmenü, das Sie vor die Wahl zwischen „Ubuntu“ und „Windows (loader)“ stellt.

Das bietet Ubuntu 13.10

Setup ohne DVD-Laufwerk: Unetbootin erstellt ein bootfähiges Live-System auf USB-Stick. Dazu geben Sie die ISO-Datei an sowie die Kennung des Sticks.
Vergrößern Setup ohne DVD-Laufwerk: Unetbootin erstellt ein bootfähiges Live-System auf USB-Stick. Dazu geben Sie die ISO-Datei an sowie die Kennung des Sticks.

Installieren ohne DVD-Laufwerk

Um das gewünschte Image bootfähig auf USB-Stick zu befördern, formatieren Sie diesen zunächst mit dem Dateisystem FAT32. Dann starten Sie das Tool UNetbootin . Wählen Sie unten zunächst die Option „Abbild“ und navigieren Sie anschließend (rechts auf gleicher Höhe) mit der Schaltfläche „...“ zur gewünschten ISO-Datei. Nach einem Klick auf „Öffnen“ sollten Pfad- und Dateiname im Eingabefeld von Unetbootin erscheinen. Neben „Typ“ wählen Sie daraufhin „USB-Laufwerk“, und neben „Laufwerk“ geben Sie die Kennung des USB-Sticks an. Kontrollieren Sie den Kennbuchstaben des USB-Sticks genau, damit Unetbootin nicht das falsche Medium überschreibt. Nach „OK“ startet der Kopiervorgang.

Danach sollte der USB-Stick bootfähig sein. Aktivieren Sie beim Neustart das Bootmenü des Bios und wählen Sie den USB-Stick als Bootlaufwerk. Der Unetbootin-Bootloader bietet mehrere Optionen: Wir empfehlen „Default“, das das Live-System lädt und dort die Installation anbietet. Probleme beim Booten via USB-Stick sind selten, aber nicht ganz auszuschließen: Sehr alte Geräte unterstützen USB-Boot eventuell nur teilweise oder gar nicht. Letzteres erkennen Sie daran, dass beim Aufrufen des Bios-Bootmenüs ein angeschlossener Stick nicht angezeigt wird. Manchmal verursachen auch USB-Sticks Bootprobleme. Hier hilft der Versuch mit einem zweiten.

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