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Linux-Partitionen unter Windows

31.10.2005 | 10:49 Uhr |

Sie haben Windows (2000, XP) und Linux auf Ihrem Rechner parallel installiert. Unter Linux können Sie problemlos auf die Dateien auf Ihrer Windows-Partition zugreifen. Umgekehrt funktioniert das nicht: Wenn Sie eine Datei von der Linux-Partition benötigen, müssen Sie erst umbooten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dieses Problem lösen können.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Mittel

Problem:

Sie haben Windows (2000, XP) und Linux auf Ihrem Rechner parallel installiert. Unter Linux können Sie problemlos auf die Dateien auf Ihrer Windows-Partition zugreifen. Umgekehrt funktioniert das nicht: Wenn Sie eine Datei von der Linux-Partition benötigen, müssen Sie erst umbooten.

Lösung:

Linux-Partitionen sind in der Regel mit Ext2, Ext3 oder Reiser-FS formatiert. Damit können Windows 2000 oder XP von Haus aus nichts anfangen. Mit zusätzlichen kostenlosen Tools können Sie diesem Mangel jedoch abhelfen.

Ext2/Ext3: Das Dateisystem-Tool :Ext2fsd besteht vor allem aus dem Treiber Ext2fsd.SYS und dem Hilfsprogramm Mount.EXE. Der Treiber ermöglicht sicheren Lese- und Schreibzugriff auf Ext2-Partitionen. Der Schreibzugriff auf Ext3-Partitionen ist zwar ebenfalls möglich, allerdings nicht ungefährlich. Datenverlust könnte die Folge sein.

Zur Installation starten Sie das von uns vorbereitete Installationspaket und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm. Starten Sie Windows anschließend neu. Danach öffnen Sie die Eingabeaufforderung (CMD.EXE) und geben

mount <disk><part><lw>

ein. <disk> ersetzen Sie durch die Nummer der Festplatte. Die Zählung beginnt unter Windows bei "0". Für <part> tragen Sie die Nummer der Linux-Partition ein. Hier beginnt die Zählung mit "1". <lw> steht für einen freien Laufwerksbuchstaben, den Sie der Linux-Partition zuweisen möchten: Folglich lädt der Befehl

mount 0 1 F:


die erste Partition der ersten Festplatte auf den Laufwerksbuchstaben F:. Standardmäßig merkt sich Windows diese einmal getroffene Zuordnung, das Mounten erfolgt daher ab dem nächsten Systemstart automatisch. Um eine Linux-Partition abzuhängen, führen Sie bei Bedarf auf der Kommandozeile

mount /unmount <lw>

aus. Damit lösen Sie die Laufwerkszuordnung wieder.

Reiser-FS: Für das Dateisystem Reiser-FS gibt es unseres Wissens bisher keinen so komfortablen Treiber wie für Ext2. Das Kommandozeilen-Programm :Rfstool ermöglicht aber zumindest Lesezugriff. Sie verwenden es am besten zusammen mit dem grafischen Front-End :Yareg ( http://yareg.akucom.de ). Yareg benötigt zusätzlich Microsofts .NET Framework, das Sie vorher installieren müssen. Kopieren Sie dann beide Programme zusammen in dasselbe Verzeichnis, und starten Sie Yareg.EXE. Das Programm findet Reiser-FS-Partitionen automatisch und zeigt sie in einer Baumdarstellung ähnlich wie im Windows-Explorer an. Die gewünschten Dateien lassen sich dann per Drag & Drop beispielsweise von Yareg auf den Windows-Desktop kopieren.

Hinweis: Rfstool benötigt direkten Zugriff auf die Festplatte und funktioniert daher nur, wenn Sie Administratorrechte besitzen.

Ext2fsd: Codepage

Damit Ext2fsd Datei- und Ordnernamen richtig darstellt, muss es die Linux-Bezeichnungen für Windows umsetzen. Die meisten aktuellen Linux-Systeme verwenden Utf8 als Zeichensatz (Codepage). Diesen haben wir daher auch voreingestellt. Welche Codepage Ihr Linux-System verwendet, finden Sie über das Kommandozeilen-Tool "locale" heraus. Um den Zeichensatz bei Bedarf zu ändern, starten Sie Regedit.EXE und gehen auf

"Hkey_Local_Machine\System\CurrentControlSet\ Services\Ext2Fsd\Parameters".

Weisen Sie der Zeichenfolge "Codepage" den gewünschten Wert zu, beispielsweise "iso8859-1".

Linux: Ext2/3 und Reiser-FS

Bei der Linux-Installation kann sich der Anwender für ein Dateisystem entscheiden: Es stehen mindestens Ext2, Ext3 oder Reiser-FS zur Auswahl. Ext2 ist ein älteres Standard-Dateisystem für Linux und heute nicht mehr zu empfehlen. Ext3 und Reiser-FS sind "Journaling"-Systeme, die eine rasche Wiederherstellung des Dateisystems nach einem Systemabsturz beherrschen. Da Ext3 kompatibel zu Ext2 ist, lassen sich damit formatierte Partitionen beispielsweise auch von Rettungssystemen aus mounten, die noch kein Ext3 beherrschen.

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