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Linux Mint Debian 201303

01.08.2013 | 12:01 Uhr |

Es muss nicht immer Ubuntu sein: Diese Variante von Linux Mint nutzt Debian als Grundlage, unterscheidet sich aber oberflächlich kaum von der regulären, auf Ubuntu basierenden Ausgabe der Distribution.

Linux Mint stellt ein komfortables Desktop-System mit einer Vorauswahl an Programmen und Codecs bereit, die anderen Distributionen fehlen und sich dort nur über inoffizielle Quellen nachrüsten lassen. Weitere grafische Tools zur Administration und Paketverwaltung, die eine Eigenentwicklung in dieser Distribution sind, sollen Einsteigern mit Extra-Komfort eine weiche Landung bereiten. Eigene Wege geht Mint auf dem Desktop, der mit Cinnamon eine klassische Arbeitsumgebung mit Taskleiste und Anwendungsmenü präsentiert, aber auf den Bibliotheken von Gnome 3 aufbaut. Cinnamon hat sich als eine echte Alternative zu den länger entwickelten Arbeitsumgebungen erwiesen. Mit einer weiteren Geschmacksrichtung, welche die Desktop-Umgebung Mate mitbringt (aktualisierte Abspaltung des alten Gnome 2.32), lockt Mint ganz konservative Anwender. Die Variante findet sich als Download auf der Projektwebseite .

Einmal installieren und dann aktuell halten
Als „Rolling Release“ versorgt sich Linux Mint Debian über den Paketmanager laufend mit neuen Versionen von Programmen. Das einmal installierte System lässt sich so über Jahre ohne Update-Prozedur über ein Installationsmedium auf dem neuesten Stand halten. Bei Linux Mint Debian laufen diese Aktualisierungen in einem eigenen Rhythmus, denn die Versorgung mit neuen Paketen läuft hier über den Testing-Zweig von Debian, der aber nicht ungefiltert durchgereicht wird. Stattdessen stellen die Mint-Entwickler ein eigenes Repository bereit, in dem die Neuzugänge erst noch weitere Tests und Anpassungen durchlaufen, bis eine neue Kollektion von Paketen als „Update Pack“ erscheint. Diese Erscheinungsweise hält das System stabiler als ein reines Debian-Testing. Wer Wert auf möglichst frische Pakete legt und Experimenten nicht abgeneigt ist, kann Linux Mint Debian auch allein über manuell hinzugefügte Repositories von Debian-Testing und Debian Sid (Unstable) aktualisieren. In dieser Konstellation hat ein Testlauf von mehreren Monaten gezeigt, dass es mit Bugs und unauflösbaren Paketabhängigkeiten nur selten Probleme gibt. Fortgeschrittene Anwender bekommen also eine bequeme Installationsmöglichkeit eines Debian-Systems, das sich auf eigene Faust ausbauen lässt.

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Fazit: Debian für den Desktop
Die Vorzüge von Linux Mint Debian machen die Distribution für Debian-Einsteiger wie für Fortgeschrittene interessant: Letztere ergänzen das System über die benötigten Repositories, während Desktop-Anwender mit den besseren, getesteten Paketen aus den vorbereiteten Paketquellen ein aktuelleres und trotzdem stabiles Debian mit großer Programmauswahl bekommen. Das Live-System ist englischsprachig, lässt sich aber komplett in Deutsch installieren. Gegenüber der Ubuntu-Variante von Mint zeichnet sich diese Version durch geringere Hardware-Ansprüche aus, die auch ältere Rechner erfüllen. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie bei Debian: Eine CPU der Pentium-Klasse ab 1 GHz und mindestens 512 MB RAM sind empfehlenswert. Für UEFI gibt es keine Unterstützung.

Website: www.linuxmint.com

Dokumentation: www.linuxmint.com/documentation.php

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