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Hardware mit Linux im Griff behalten

25.09.2012 | 13:09 Uhr |

Für die Temperatursensoren von CPU und Hauptplatine bietet Linux passende Kernel-Module, die Sie noch konfigurieren müssen. Außerdem dabei: Wie Sie lästigen Kabelsalat in der Schublade vermeiden.

CPU und Hauptplatine: CPU-Temperatur überwachen
Mit neuen Mehrkern-Prozessoren kommen alte Probleme zurück. In vielen Notebooks läuft die CPU aufgrund beengter Verhältnisse heiß. Wer rechenintensive Programme ausführt, sollte die Temperatur des Prozessors im Auge behalten, um bei Bedarf für bessere Kühlung zu sorgen.

TIPP: Unter Linux dient das Programm lm_sensors dazu, die Temperaturfühler von Prozessor und Hauptplatine auszulesen. Zwar bieten alle Distributionen das Programm in den Paketquellen an, allerdings wird es nicht vorkonfiguriert ausgeliefert: Die Temperatursensoren der Prozessoren unterscheiden sich deutlich. Um lm_sensors auf dem Linux-System einzurichten, beginnen Sie mit der Installation des benötigten Programmpakets: Bei Ubuntu und Debian geben Sie dazu in einem Terminal-Fenster den Befehl sudo apt-get install lm_sensors ein. Unter Fedora lautet der entsprechende Befehl yum install lm_sensors und bei Open Suse zypper install sensors . Für diese Befehle brauchen Sie root-Rechte, die Sie zuvor beispielsweise mit dem Kommando su bekommen, falls sudo nicht eingerichtet ist.

Temperatur im Blick: Das Programm sensors gibt die Temperatur der CPU auf der Kommandozeile aus. Auf dem Desktop von Ubuntu zeigt psensor die Temperaturen an.
Vergrößern Temperatur im Blick: Das Programm sensors gibt die Temperatur der CPU auf der Kommandozeile aus. Auf dem Desktop von Ubuntu zeigt psensor die Temperaturen an.

Anschließend müssen Sie die Temperatursensoren von CPU und Mainboard einbinden. Das Installationsscript dazu rufen Sie mit /usr/sbin/sensors-detect auf – ebenfalls mit root-Rechten oder über sudo . Bei der darauf folgenden Suche nach unterstützten Chips können Sie alle Fragen mit der Vorgabe „ yes “ beantworten. Das Installations-Script zeigt zum Abschluss die Liste gefundener Sensoren an und erstellt die Konfigurationsdatei automatisch. Zudem wird das benötigte Kernel-Modul i2c-dev auch gleich geladen. Auch die Frage, ob die Zeilen zur Konfigurationsdatei /etc/modules hinzugefügt werden sollen, beantworten Sie mit „ yes “.

10 Ubuntu Power-Tipps für noch mehr Leistung

Mit der Eingabe sensors im Terminal fragen Sie anschließend die Temperaturfühler ab und erhalten die Werte mit Spannung und mit Umdrehungszahl des Lüfters, falls die Hauptplatine diese Funktion unterstützt. Eine schickere Alternative ist die grafische Ausgabe von sensors auf dem Desktop. Unter Ubuntu mit Unity eignet sich dazu beispielsweise das Programm psensor aus den Standard-Paketquellen. Ähnliche Programme finden sich aber für jede Desktop-Umgebung, beispielsweise ksensors für KDE.

Unter Stress: Das gleichnamige Programm für die Kommandozeile sorgt für volle Systemauslastung, um Kühlung und Stabilität des PCs unter extremen Bedingungen zu testen.
Vergrößern Unter Stress: Das gleichnamige Programm für die Kommandozeile sorgt für volle Systemauslastung, um Kühlung und Stabilität des PCs unter extremen Bedingungen zu testen.

Kühlung: CPU aufheizen: Stress für Linux
Aktuelle CPUs von Intel und AMD unterstützen einen Turbomodus, um bei voller Auslastung einzelne CPU-Kerne gezielt zu übertakten. Die Prozessoren können unter Last in kurzer Zeit sehr heiß werden. Zwar besteht nicht mehr die Gefahr, dass die Komponenten den Hitzetod sterben. Aber um dauerhafte Höchstleistungen zu bieten, muss der verwendete Kühlkörper effizient genug sein, um kurzfristig viel Wärmeenergie abzuführen.

TIPP: Mit dem Kommandozeilenprogramm stress erzeugen Sie gezielt Prozessorlast. Das Tool ist ein idealer Stresstest für die Kühlung des PCs. Das Programm installieren Sie unter Debian und Ubuntu mit sudo apt-get install stress und bei Fedora mit yum install stress install . Für Open Suse bietet der Build Service passende Pakete für Version 12.1. Nach der Installation starten Sie das Programm auf der Kommandozeile mit dem Befehl:
stress --cpu 8 --io 4 --vm 2 --timeout 120s
Damit veranlasssen Sie das Hilfsprogramm zu acht Arbeitsprozessen, vier I/O-Threads und zwei RAM-Prozessen zu je 256 MB – genug also, um wirklich jede CPU ins Schwitzen zu bringen. Die Dauer ist im Beispiel auf 120 Sekunden begrenzt, aber Sie können den Stresstest mit der Tastenkombination Strg-C jederzeit abbrechen, sollte die CPU zu heiß werden.

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