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Linux-Grundausstattung für kleine Unternehmen

16.09.2013 | 07:15 Uhr |

Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Umstieg zu Linux schaffen und wie Sie das richtige Betriebssystem und die passende Software für Ihr Kleinunternehmen finden.

Microsoft hat sich angestrengt, um mit der Einführung von Windows 8 eine neue Ära in der Arbeit mit Desktop-Computern einzuläuten, aber viele Unternehmen und Privatpersonen springen nicht auf den Zug auf. Betriebssysteme auf Linux-Basis hingegen stellen mittlerweile eine immer überzeugendere Alternative dar. Die Vorzüge liegen in der robusteren Sicherheit und den überlegenen Anpassungsmöglichkeiten - ganz zu schweigen davon, dass Linux für gewöhnlich kostenlos zu haben ist.

Das richtige Linux für Ihren Desktop-Rechner finden

Es gibt zahlreiche Varianten oder "Distibutionen" von Linux, jede mit einem individuellen Nutzererlebnis für ganz bestimmte Geschmäcker oder Zwecke. Alle beruhen auf dem Linux-Kernel, welcher das Kernprogramm des Betriebssystems darstellt. Auf diesen Kern setzen die Distributionen unterschiedliche Desktopumgebungen, Anwendungen und Funktionen auf.

Ubuntu und Linux Mint sind zwei der beliebteren Kandidaten. Aber ein schneller Blick auf Distrowatch , eine Seite, die die Entwicklung der meisten Distributionen im Auge behält, zeigt, wie enorm das Angebot an Linux-Distributionen ist. Die meisten "Distros", wie sie auch genannt werden, sind leicht anzupassen, entweder mit branchenspezifischen Anwendungen und Modulen oder vielgestaltigen grafischen Benutzeroberflächen. Grundsätzlich gilt: Je eher Ihr grundlegendes Linuxpaket schon von Haus aus mitbringt, was Sie benötigen, umso weniger Zeit werden Sie anschließend auf die Optimierung verwenden müssen.

Wie wählen Sie nun die richtige Distribution? Eine Webseite wie Zegeniestudios , die Sie bei der Auswahl unterstützt, ist schon einmal ein guter Anfang. Für eine detailliertere Entscheidungsfindung brechen Sie die Entscheidung auf die Frage herunter, was Sie schon haben und was Sie brauchen. Auf der "Haben"-Seite gibt es drei elementare Gesichtspunkte für geschäftliche Anwender: Die Marktnische, die Sie besetzen, die Hardware, die Sie verwenden, und die Linuxkenntnisse Ihrer Belegschaft.

Ihre Marktnische

Manche Linux-Distributionen sind sehr stark auf spezielle Branchen ausgerichtet. Scientific Linux etwa wird vom Fermi National Accelerator Laboratory (Fermilab) und der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) herausgegeben. Ein anderes Beispiel für eine solche Nische ist EduBuntu , eine auf die Verwendung in Schulen zugeschnittene Variante von Canonicals Ubuntu-Linux.

Besser lernen mit Linux

Ihre Hardware

Linux war schon immer eine hervorragende Wahl für nicht mehr ganz taufrische Hardware. Wenn Ihre PCs über begrenzte Ressourcen verfügen, denken Sie über eine schlanke Distribution wie Puppy Linux, Xubuntu, Lubuntu, Bodhi oder Damn Small Linux nach.

Ihre Linux-Kenntnisse

Haben Sie oder Ihre Angestellten Linux schon einmal verwendet? Falls nicht, dann wählen Sie eine Distribution, die sich gut für Einsteiger eignet, wie etwa Ubuntu, Linux Mint, PCLinuxOS, Zorin OS oder das neue Linux Lite. Distributionen wie Gentoo und Slackware sind andererseits wahrscheinlich besser für Anwender mit mehr Erfahrung geeignet. Die Großzahl der Distributionen befindet sich irgendwo dazwischen.

Unverzichtbare Software

Gibt es Programme, ohne die Ihre Firma nicht auskommt, wie zum Beispiel Microsoft Office? Meist ist in der Linux-typischen Entsprechung eines App-Stores schon ein hervorragendes Pendant in Form von freier Software verfügbar und das für fast jede Distribution. Prüfen Sie - nur für den Fall der Fälle - diese Angebote, bevor Sie sich auf eine Distribution festlegen.

Die Seite OSalt führt freie und kostenlose Alternativen für gängige proprietäre Software auf. Mit der Unterstützung von Wine oder CrossOverLinux können Sie unter Umständen sogar Windows-Programme unter Linux betreiben.

Unterstützung für Mobilgeräte

Wenn die Arbeitsprozesse in Ihrem Unternehmen stark von mobilen Geräten abhängen, wählen Sie eine Distribution und Anwendungen, die mit diesen gut zusammenspielen, was grundsätzlich auf eine der bekannteren Varianten hinausläuft. Der Cloud-Speicher Ubuntu One bietet zum Beispiel Clients für Android und iOs. Im Bereich der Desktop-Anwendungen offeriert GnuCash   eine Android-App, während LibreOffice eine App aufbietet, die ferngesteuerte Präsentationen ermöglicht.

Anwenderunterstützung

Wie stark möchten Sie beim Übergang zu Linux an die Hand genommen werden? Die Mehrheit der großen Linux-Distributionen bietet kostenpflichtigen Support. Für Ihr kleines oder mittleres Unternehmen kommt es jedoch auf die Kenntnisse an, die Sie vor Ort haben, und wie viel Aufwand Sie betreiben möchten, um möglicherweise auftretende Probleme zu lösen. Praktisch jede Linux-Distribution verfügt über eine aktive Online-Community von Entwicklern und Anwendern. Nehmen Sie deshalb die Foren in Augenschein, um ein Gefühl für die Art der Unterstützung zu gewinnen, die Sie dort erwarten dürfen.

Führen Sie schlussendlich einen unverbindlichen Testlauf durch, etwa mit Hilfe einer Live-CD oder eines Live-USB-Sticks, bevor Sie sich auf eine Linux-Distribution für Ihre Desktop-Rechner festlegen. In diesem Fall haben Sie nichts verloren, auch wenn Sie sich gegen das betreffende Betriebssystem entscheiden sollten. Wenn Sie es jedoch mögen, dann legen Sie los und installieren Sie es!

 

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