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Linux: Die richtige Hardware

Um das Konfigurationschaos bei der Einrichtung eines Linux-Rechners zu vermeiden, sollte vorab die geeignete Hardware ausgewählt werden. Folgende Grundregeln helfen dabei.

Kompabilität: Aufschluss geben die Datenbanken der Distributoren
Vergrößern Kompabilität: Aufschluss geben die Datenbanken der Distributoren
© 2014

Von Dr. Klaus Manhart

Noch immer gilt Linux als rückständig, was die Unterstützung von Hardware anbelangt. Besonders dann, wenn Geräte brandneu oder exotischer Natur sind. Meist lässt sich zwar auch Hardware in Betrieb nehmen, die von Linux (noch) nicht perfekt unterstützt wird. Doch oft kommt man dann um aufwendige Konfigurationsarbeit oder Treiberbasteleien nicht umhin. Schlimmstenfalls lässt sich etwa der Drucker oder die WLAN-Karte gar nicht installieren.

Wenn Sie beim Kauf Vorsorge treffen und gezielt nach Linux-kompatibler Hardware Ausschau halten, lässt sich Ärger leicht vermeiden. Einige grundlegende Regeln sollten Sie dabei beachten. So ist allerneueste Hardware generell zu meiden, sofern der Hersteller keine eigenen Treiber beilegt. Denn bis inoffizielle Linux-Treiber für diese Geräte verfügbar sind, können Wochen und Monate vergehen. Die Linux-Distributoren brauchen nochmals einige Zeit, bis sie diese freien Treiber in die Installationsquellen integrieren oder als Updates bereitstellen.

Einen weiten Bogen schlagen sollten Sie auch um Hardware, die speziell für Windows entwickelt wurde, wie GDI-Drucker. Der Einsatz unter Linux ist zwar möglich, aber der Aufwand ist immens hoch. Statt Billig-Hardware aus Taiwan sollten Sie besser Marken-Hardware kaufen. Bei dieser ist die Chance größer, dass sofort oder zumindest in absehbarer Zeit Open-Source-Treiber zur Verfügung stehen.

Wenn Sie eine ältere Linux-Distribution wie Fedora Core 5, Open Suse 10.0 oder Ubuntu 6.06 nutzen, sollten Sie ein Update in Erwägung ziehen. So gehen Sie einem Großteil der Treiberprobleme von vornherein dadurch aus dem Weg, dass neuere Distributionen mehr und aktuellere Geräte erkennen und entsprechende Treiber an Bord haben. Dies gilt umso mehr, wenn Sie nicht nur ein, sondern mehrere Geräte installieren.

Hinsichtlich ihrer Aktualität sind die einzelnen Linux-Distributionen sehr unterschiedlich. Auf der langsamen Seite steht das für seine langen Update-Zyklen berüchtigte Debian, das deshalb neue Hardware eher schlecht unterstützt. Das andere Extrem ist Fedora: Deren Entwickler aktualisieren den Kernel regelmäßig mit neuen und verbesserten Treibern. Open Suse steht mit einem halbjährlichen Update-Zyklus dazwischen.

Die wohl zuverlässigste Methode, Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg zu gehen, ist die Hardware im Vorfeld zu testen. Wer diese Möglichkeit hat, sollte dies am besten auf dem Rechner erledigen, auf dem die neue Hardware eingesetzt werden soll. Die Linux-Distribution sollte dabei natürlich auch mit derjenigen identisch sein, auf der die Hardware später eingesetzt wird.

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