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Software für HDRI

23.09.2008 | 11:56 Uhr |

Ob Bildbearbeitung, Bild-Browser oder Foto-Stitcher: In vielen Bereichen halten HDRI-Funktionen Einzug. PC-WELT stellt Programme vor, die sich auf die Verarbeitung von HDRI spezialisiert haben.

Mittlerweile ist HDRI sogar bei Hobbyfotografen kein Fremdwort mehr, wird zugleich aber kontrovers diskutiert. Denn viele verstehen unter HDR schöne, aber auch stark verfremdende Effekte, die sich per „Tone Mapping“ erzielen lassen. Dagegen versuchen Anwender, die sich intensiver mit dem Thema HDRI auseinandersetzen, möglichst realistisch wirkende Bilder zu erzeugen. Seit jeher waren Licht und Schatten Angelpunkte in der Fotografie und haben unsere Sehgewohnheiten beim Betrachten von Fotos maßgeblich beeinflusst.

Fotos mit hohem Kontrastumfang
Das Kernproblem ist der hohe Kontrastumfang. Auch moderne Geräte können den Kontrastumfang zwischen den hellsten und dunkelsten Stellen vieler Bildmotive nicht vollständig erfassen. In dieser Disziplin ist sogar das menschliche Auge einer Kamera überlegen. Deshalb muss der Fotograf vor der Aufnahme entscheiden, wie er belichten will: Entweder bleibt die Zeichnung in den hellen Bereichen erhalten und die Schattenpartien lassen sich nicht mehr differenzieren oder umgekehrt. Dann treten überbelichtete, hellen Bildstellen auf. HDRI soll beides verhindern. Mit dieser Technik wird ein möglichst hoher Kontrastumfang erzielt.

Kontrasthunger
Welche Aufgabe eine HDRI-Anwendung bewältigen muss, lässt sich am besten mit einem Vergleich der möglichen Kontrastbereiche darstellen. Übliche Bilddateien mit 24 Bit Farbtiefe haben einen darstellbaren Helligkeitsbereich von 256 Stufen, d.h. der Dynamikbereich beträgt 1:255. Zum Vergleich: Helligkeitsunterschiede des Papiers können auf bis zu 1:1.000 betragen, Farbpositivdias erreichen sogar einen Dynamikumfang von 1:10.000, während Monitore lediglich um die 1:500 visualisieren können. Sehr gute Digitalkameras schaffen bis zu 10 Belichtungsstufen oder entsprechend einen Dynamikumfang von 1:1.000, sehr gute Diascanner etwas mehr. Dagegen erfasst das menschliche Auge durch lokale Adaption deutlich mehr, stößt aber z.B. bei Realszenen mit hellem Sonnenlicht an seine Grenzen. Hier liegt der Dynamikumfang bei 1:1.000.000 bzw. 20 Belichtungswerten.

Aufnahmen für HDRI
Soll der enorme Kontrastumfang mit einer gewöhnlichen Kamera ausreichend erfasst werden, ist eine Bilderserie mit normaler Belichtung sowie Unter- und Überbelichtungen notwendig. Nur eine solche Belichtungsreihe vermag die Helligkeitsunterschiede von Licht bis Schatten zu differenzieren. Daraus resultiert ein grundsätzlicher Nachteil von HDRI: Nur Szenen mit statischen Motiven eignen sich für die Montagetechnik. Selbst fließendes Wasser oder vom Wind bewegtes Laub kann das HDRI-Ergebnis bereits drastisch verschlechtern. Um dies zu verhindern, haben die Software-Entwickler dafür Spezialfunktionen an Bord. Außerdem lassen sich Bereiche in einzelnen Bildern einer HDRI-Sequenz ausmaskieren.

Die Anzahl der verschieden belichteten Aufnahmen sollte fünf bis sieben betragen und mindestens einen Bereich von ungefähr zwei EV zur Normalbelichtung abdecken. Extreme Über- und Unterbelichtungen eignen sich dagegen nicht. Am Anfang reicht meist die Belichtungsreihenfunktion (Bracketing) der Digitalkamera – allerdings ist sie häufig auf 3 Reihenaufnahmen beschränkt. In den Optionen der Kamera sollte der größtmögliche Belichtungswertunterschied konfiguriert sein. Besitzer von SLR-Kameras sollten nur mit eine Spiegelvorauslösung fotografieren. Dann spielt die Erschütterung durch das Umklappen des Schwingspiegels zum Beginn der Aufnahme keine Rolle mehr. Ansonsten kostet dies Detailschärfe. Leichte Differenzen in der Deckungsgleichheit der Einzelbilder können Adobe Photoshop CS3 oder die beiden nachfolgend vorgestellten HDR-Tools ausgleichen.

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