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Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Lexus Premium-Navigationssystem im Test

18.10.2014 | 09:13 Uhr |

Das Lexus Premium Navigationssystem bietet neben den gewohnten Funktionen wie Navigation, Sprachsteuerung, Telefonie und Radio auch Unterhaltung via Film-DVD. Und es stellt Internet-Funktionen wie Google Street View und Panoramio sowie eine Parkplatzsuche zur Verfügung. Wir haben das Infotainmentsystem von Toyotas Premiummarke getestet.

Hinweis: Dieser Test stellt das Infotainmentsystem Lexus Premium Navigationssystem vor, wie es die Toyota-Premium-Tochter im Herbst 2013 verkauft hat. Das heute in Neuwagen von Lexus eingebaute Premium Navigationssystem kann davon etwas abweichen.

Als Infotainmentsystem im Lexus (der Premiummarke des japanischen Automobil-Giganten Toyota ) kann man entweder das Lexus Media Display LMD oder das Lexus Premium-Navigationssystem mit Remote Touch nutzen. Nur Letzteres bietet allerdings auch Internetkonnektivität via Bluetooth oder WLAN und Schnittstellen für USB und AUX (beim LMD-System kann man mittels Mirror-Link-Funktion Navigations-Apps vom Smartphone nutzen und auf dem 7-Zoll-Display in der Mittelkonsole darstellen). Optional kann man zudem ein Mark Levinson Premium Surround-System mit 835 Watt und 15 Lautsprechern erwerben. Dieses Akustikzusatzpaket haben wir nicht getestet, sondern uns auf das Lexus Premium-Navigationssystem konzentriert. Unsere Testbasis war ein Lexus IS 250, der im gehobenen Mittelklassesegment mit dem 3er BMW, dem Audi A4 und der Mercedes-Benz C-Klasse konkurriert.

Der Lexus IS 250 ist edel ausgestattet und bringt mit seinem Erscheinungsbild den Premium-Anspruch zum Ausdruck.
Vergrößern Der Lexus IS 250 ist edel ausgestattet und bringt mit seinem Erscheinungsbild den Premium-Anspruch zum Ausdruck.
© Lexus

Preis für das Lexus Premium-Navigationssystem und Einordnung im Konkurrenzumfeld
 
Das Lexus Festplatten-Premium-Navigationssystem für die „Executive“- und die „F Sport“-Variante des IS250 kostet 2600 Euro (unter anderem mit DVD-Player, acht Lautsprechern und DAB-Radio), für die Luxury Version mit Mark Levinson Audio und 15 Lautsprechern verlangt Lexus 3800 Euro. Preislich liegt Lexus damit im Bereich der drei deutschen Premium-Hersteller Audi (Audi Connect), BMW (BMW ConnectedDrive) und Mercedes-Benz (Comand Online) , deren Infotainmentsysteme jeweils knapp über 3000 Euro kosten. Das beste Infotainmentsystem der Lexus-Mutter Toyota, nämlich Touch & Go Plus , kostet mit 950 Euro deutlich weniger.

Lexus-Premium-Navigationssystem Bild für Bild:

 
Überblick über die Funktionen
 
Das Premium-Navigationssystem von Lexus stellt folgende Funktionsbereiche zur Verfügung: Navigation (unter anderem mit Verkehrsinformationen auf TMC-Basis), Freisprecheinrichtung für das Smartphone, Sprachsteuerung für Telefon und Navigationsgerät, Multimedia (AM-, FM- und DAB-Radio, Audio-CD, Film-DVD, Musikstreaming vom Smartphone) und Internetdienste wie Parkplatzsuche, Google Street View und Panoramio Bilderdienst. Außerdem kann man die Google Lokale Suche im Navigationsgerät nutzen, wenn man eine Internetverbindung besitzt. Lexus bietet damit bereits heute einige Dienste an, die das Mutterunternehmen Toyota erst ab Anfang 2014 in seinen Modellen im Rahmen von Toyota Touch & Go Plus zur Verfügung stellen will.

Optional bietet Lexus außerdem einen WLAN-Hotspot zum Nachrüsten für an die Modelle CT, IS, GS und RX an.

Die Bestandteile des Lexus-Premium-Navigationssystems: Lenkradtasten, Bildschirm, CD-/DVD-Slot und Remote Touch.
Vergrößern Die Bestandteile des Lexus-Premium-Navigationssystems: Lenkradtasten, Bildschirm, CD-/DVD-Slot und Remote Touch.

Die Hardware des Lexus Premium-Navigationssystems

Das zentrale Anzeigeinstrument des Lexus Premium Navigation (und auch des Media Display LMD) ist ein 7-Zoll-Bildschirm ohne Touchscreenfunktion (für das höher positionierte GS-Modell bietet Lexus sogar einen 12,3-Zoll-Bildschirm an). Die Darstellung des Home-Bildschirms kann man an die persönlichen Wünsche anpassen, zum Beispiel kann man links die Audio-Einstellungen, darunter die Angaben des Bordcomputers zur Reichweite und rechts die Navigationskarte anzeigen lassen. Wenn Sie einen dieser Bereiche mit dem Remote Touch anklicken, öffnet sich dieser und nimmt danach den gesamten Bildschirmplatz ein. Rechts oben auf dem Bildschirm zeigen Icons den Ladezustand des Smartphone-Akkus und die Qualität der WLAN-Verbindung (für den Internetzugang) und der Bluetooth-Verbindung (für Telefonie und Musikstreaming) an.

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Diesen Home-Bildschirm kann man ebenso wie das Startmenü über jeweils eine eigene Schnellzugriffstaste aufrufen, die sich auf der Mittelkonsole vor dem Remote Touch befinden. Das Startmenü bietet Zugriff auf diese Menü-Punkte: Audio, Klima, Navi, Telefon, Info (mit den Internetanwendungen), Auto, Einstellungen (hier kann man die WLAN- und Bluetooth-Koppelung vornehmen) und Anzeige (für die Bildschirmdarstellung). Zwischen dem Home-Button und dem Button zum Aufruf des Startmenüs hat Lexus Zoomtasten für die Navigationskarte platziert.

Remote Touch - der Joystick im Lexus

Der Fahrer bedient das Infotainmentsystem entweder mit Sprachbefehlen oder mit dem bereits erwähnten Remote Touch (vollständige Bezeichnung: Lexus Remote Touch Interface alias RTI), einem Drück-Kipp-Hebel rechts vorne auf der unteren Mittelkonsole (er entspricht also funktional grundsätzlich dem iDrive bei BMW ConnectedDrive, dem MMI Touch bei Audi Connect und dem Comand-Controller bei Mercedes-Benz Comand Online).

Das Hauptmenü ist übersichtlich und umfangreich
Vergrößern Das Hauptmenü ist übersichtlich und umfangreich

Damit kann der Benutzer den Cursor über den in der Armaturentafel platzierten Monitor bewegen. Zur Bestätigung der Menüauswahl wird der “Joystick”, wie ihn Lexus auch nennt, nach unten gedrückt.

Mit dem Remote Touch lassen sich auf dem Bildschirm nur die Schaltflächen ansteuern, die im konkreten Kontext sinnvoll sind. Alle anderen Schaltflächen sind ausgegraut beziehungsweise ohne Funktion. Der Cursor haftet quasi magnetisch an den tatsächlich vorhandenen Feldern.

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Wir konnten den Remote Touch vom Fahrersitz aus zwar leicht erreichen, der Cursor bewegt sich für unseren Geschmack aber etwas zu flott, man überspringt leicht mal das gewünschte Auswahlfeld auf dem Bildschirm. Das änderte sich auch nicht wesentlich, als wir unter Einstellungen die „Magnetwirkung“, also die Geschwindigkeit, mit der der Pfeil zu einem aktiven Feld auf dem Display hingezogen wird, etwas schwächer einstellten.

Kein Touchscreen

Nummern oder Buchstaben lassen sich nicht per Touchscreen eingeben, sondern nur über das Remote Touch, mit dem man die Ziffern und Buchstaben auf dem Bildschirm auswählt. Das ist relativ mühsam und zeitaufwändig. Hier würde ein kleiner zusätzlicher Touchscreen wie bei Audi Connect oder neuerdings auch bei BMW ConnectedDrive eine spürbare Erleichterung bringen.

Der Startbildschirm beim Lexus: Die rechte Hälfte nimmt die Navigationskarte ein, links findet man Informationen zum Radiosender und zum Kraftstoffverbrauch.
Vergrößern Der Startbildschirm beim Lexus: Die rechte Hälfte nimmt die Navigationskarte ein, links findet man Informationen zum Radiosender und zum Kraftstoffverbrauch.

Zusätzlich besitzt der Lexus ein 4,2-Zoll-Display im Cockpit, das Informationen zu Audio, Telefon und Navigation anzeigt. Zwei USB- und ein AUX-Anschluss sind unter der Armlehne der Mittelkonsole untergebracht, dort befindet sich auch die Steckdose zum Aufladen des Smartphones. Zusätzlich gibt es links im Lenkrad Schnellzugriffstasten, beispielsweise für die Radio-Bedienung sowie den Einschalter für die Sprachsteuerung. Im oberen Teil der Mittelkonsole sind der Ein-Ausschalter (zugleich Lautstärkeregler), der CD-/DVD-Player sowie Schnellzugriffstasten für Radio und Media und Vor- und Zurückspulen-Tasten untergebracht. Für das Navigationsgerät und das Telefon gibt es keine Schnellzugriffstasten auf der Mittelkonsole.

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Wenn man den Radiokanal oder das (von Smartphone oder von CD) abgespielte Lied wechseln will, kann man das über die Lenkradtasten und über die Bedientasten auf der Mittelkonsole erledigen. Die Lautstärke lässt sich entweder über die Schnellzugriffstasten oder über den Ein- Ausschaltknopf links vom CD-/DVD-Slot steuern.

Sprachsteuerung mit dem nicht aktiven Menü-Punkt für das Abspielen von Musik.
Vergrößern Sprachsteuerung mit dem nicht aktiven Menü-Punkt für das Abspielen von Musik.

Sprachsteuerung

Sie können die Telefon-Funktion und die Navigation über Sprachbefehle bedienen. Für das Radio und für das Abspielen von Musik stehen dagegen keine Sprachbefehle zur Verfügung (für das Abspielen von Musik existiert zwar der Eintrag „Musik abspielen“ im Befehlsmenü, er ist aber ausgegraut und steht für den deutschsprachigen Raum nicht zur Verfügung). Damit ist die Sprachsteuerung von Lexus etwas weniger umfangreich als die von Toyotas Touch & Go Plus. Bei den Sprachbefehlen für die Navigation gab es keine Probleme, wir konnten die komplette Adresse (mit Hausnummer, Straßenname und Ort) in einem Satz aufsprechen. Wenn man eine Telefonnummer per Sprachbefehl aufsprechen will, dann stellt die Sprachsteuerung von Lexus der Telefonnummer standardmäßig ein „+“ als Symbol für internationale Vorwahl voran.

Insgesamt funktionierte die Sprachsteuerung zwar etwas arg langsam (vor allem für die Eingabe eines Navigationsziels muss man sich Zeit nehmen), aber weitgehend problemlos.

Telefonnummer eingeben
Vergrößern Telefonnummer eingeben

Telefonie

Die Telefonie klappte reibungslos. Telefonnummern kann man wie erwähnt per Sprachsteuerung oder per Remote Touch (was zeitaufwändig ist. Zudem sollte man dafür das Fahrzeug aus Gründen der Verkehrssicherheit anhalten) eingeben. Darüber hinaus kann man das Telefonbuch des Smartphones und die Anrufhistorie nutzen. Kurznachrichten konnten wir mit unserem Nexus 4 jedoch nicht verschicken, weil diese Funktion im Zusammenspiel mit dem Infotainmentsystem nicht unterstützt wurde.

Film-DVD abspielen
Vergrößern Film-DVD abspielen

Multimedia

Neben den bekannten Unterhaltungsmöglichkeiten wie Radio (AM, FM, DAB), CD und Musikstreaming vom Smartphone gibt es als Highlight auch die Möglichkeit Film-DVDs abzuspielen. Im Test klappte das alles einwandfrei. Außerdem stehen AUX- und AV- sowie USB-Eingänge bereit. Vorhandene Album-Cover werden auf dem 7-Zoll-Display eingeblendet.

Navigation

Die Navigation lieferte ein solides Ergebnis ab, die Darstellung ist einfach und übersichtlich, erreicht aber nicht den Pepp der Google-Earth-Ansicht bei Audi Connect. Als Datenquelle für die Echtzeitnavigation gibt es aber nur das vergleichsweise ungenaue TMC, nicht jedoch das genauere TMCpro oder einen anderer modernen Verkehrsdatendienst. Die Verkehrsinformationen kann man sich zwar nicht vorlesen lassen, das System informiert aber aktiv über Staus, Unfälle, Baustellen etc. auf der aktuell eingegebenen Route. Die Verkehrsinformationen sind über den Button links oben auf dem Bildschirm jederzeit aufrufbar. Zu jedem Eintrag in der Liste der Verkehrsinformationen kann man sich Details und die Position auf der Karte anzeigen lassen.

Navigation
Vergrößern Navigation

Wenn man die Verkehrsinformationen aber einmal angezeigt hat, dann gibt es keine Möglichkeit aus diesem Menüpunkt einfach einen Schritt zurück zu gehen, sondern man muss stattdessen wieder das Hauptmenü aufrufen.

Bei den vom Navigationsgerät angezeigten Routen-Informationen muss man sich entscheiden, ob man die Ankunftszeit, die Fahrtdauer oder die Position und Dauer der Verkehrsbehinderungen anzeigen lassen will. Es ist nicht möglich, sich alle diese Daten zeitgleich anzeigen zu lassen.

Das Premium-Festplatten-Navigationssystem bietet automatischen Kartenzoom an Kreuzungen, eine dreidimensionale Darstellung von Städten und Sehenswürdigkeiten sowie eine realistische Anzeige der Autobahnbeschilderung und der lokalen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Umschaltung zwischen Tag- und Nachtansicht erfolgt sehr schnell, auch im Tunnel.
 
Bei der Navigation vermissten wir aber die Möglichkeit auf einen Knopfdruck hin eine Übersichtskarte für die Route einzublenden (wie es beispielsweise R-Link von Renault ermöglicht). Alternativrouten werden anhand der Verkehrslage automatisch ermittelt. Gut: Bei der Navigation kann man über die Sprachsteuerung eine komplette Adresse in einem Rutsch aufsprechen, also „Hausnummer, Straße, Stadt“.

Die Internet-Apps unter Info
Vergrößern Die Internet-Apps unter Info

Internet-Funktionen

Anders als viele Konkurrenten (wie BMW ConnectedDrive, Opel IntelliLink oder Volvo Sensus Connected Touch) bietet Lexus keine Webradio- oder Podcast-Apps an. Außerdem gibt es keinen Mailclient (wie beispielsweise bei BMW ConnectedDrive), keine Twitter- oder Facebook-App (wie bei Audi Connect und Mercedes-Benz Comand Online) und auch keinen Browser. Wobei der fehlende Browser nicht wirklich ein Manko ist, weil alle von uns bisher getesteten Browser in BMW ConnectedDrive, Mercedes-Benz Comand Online und Volvo Sensus Connected Touch nicht überzeugen können. Ein digitaler Reiseführer wie bei Volvo Sensus Connected Touch ist ebenfalls nicht vorhanden.
 
Lexus konzentriert sich bei seinen Internet-Apps im Premium-Navigationssystem stattdessen auf den unmittelbaren Nutzwert im Zusammenspiel mit der Navigationsfunktion. Dafür hat Lexus diese Internet-abhängigen Funktionen integriert: Google Lokale Suche als „Online-Suche“ unter dem Menü-Punkt Navigation und Parkinfo (Parkplatzsuche), Google Street View und Panoramio unter dem Menü-Punkt „Info“. Die Verkehrslageinformationen empfängt man dagegen auch ohne Internetverbindung über das TMC-Signal.

Dank Panoramio kann man sich bereits während der Fahrt einen Eindruck vom Ankunftsort verschaffen. Sofern dafür Fotos zur Verfügung stehen.
Vergrößern Dank Panoramio kann man sich bereits während der Fahrt einen Eindruck vom Ankunftsort verschaffen. Sofern dafür Fotos zur Verfügung stehen.

Um diese Apps vom Lexus aus nutzen zu können, muss eine Internetverbindung bestehen. Genauso wie auch bei der Lexus-Mutter Toyota, wie bei Opel IntelliLink, Renault R-Link und Mercedes-Benz Comand Online wird diese Internetverbindung ausschließlich über das Smartphone ausgebaut (Mercedes-Benz ermöglicht zumindest über ein optional erhältliches Telefonmodul den Einsatz einer separaten SIM-Karte). Es gibt im Lexus also weder einen SIM-Kartenslot (wie bei Audi Connect und bald auch bei Volvo Sensus Connected Touch), noch einen Anschluss für einen UMTS-Stick (wie derzeit bei Volvo Connected Touch) noch eine fest verbaute SIM-Karte (wie bei BMW ConnectedDrive). Der gesamte Traffic läuft somit über den Vertrag Ihres Mobiltelefons.

Das Lexus Premium-Navigationssystem stellt für den Internetzugang die Verbindung zum Smartphone entweder über Bluetooth oder über WLAN her. Ersteres erwies sich im Test mit unserem modernen Nexus 4 als eine etwas unzuverlässige Angelegenheit, die Verbindung via WLAN funktionierte deutlich besser, aber auch keineswegs reibungslos. So brach die WLAN-Verbindung immer wieder mal für kurze Zeit ab, obwohl unser Smartphone durchgehend einen WLAN-Hotspot zur Verfügung stellte. Insgesamt konnten wir die Internetdienste jedoch weitgehend problemlos nutzen.

Bei der Parkplatzsuche kann man die gefundenen Parkmöglichkeiten nach verschiedenen Kriterien sortieren lassen, beispielsweise nach der Entfernung zum eigenen Standort oder nach der Anzahl der freien Parkplätze, sofern diese Information vom Parkhaus überliefert wird.

Google Street View ist neben Panoramio ein Highlight in Sachen Visualität bei Lexus.
Vergrößern Google Street View ist neben Panoramio ein Highlight in Sachen Visualität bei Lexus.

Street View liefert die bekannte 360-Grad-Fotoansicht und Panoramio Bilder, die Mitglieder der Panoramio-Community eingestellt haben. Damit kann man sich bereits vor der Abfahrt oder unterwegs einen Eindruck vom Fahrtziel verschaffen.

Die Google Lokale Suche ist anders als die oben genannten drei Apps nicht unter „Info“ integriert, sondern steht als „Online-Suche“ unter der Navigation im Bereich „Ziel“ zur Verfügung. Wenn Sie mit Google Lokale Suche beispielsweise nach einer Pizzeria in der Nähe Ihres aktuellen Standorts suchen, dann listet Ihnen das Such-Tool nicht nur die verfügbaren Pizzerien auf, sondern navigiert Sie auch sofort zu der von Ihnen ausgewählten Pizzeria. Genauso kann man auch beispielsweise nach Tankstellen im Umkreis suchen.

Updates

Da der Lexus IS 250 mit dem Premium-Navigationssystem erst neu eingeführt wurde, ist laut Lexus noch kein Update notwendig. Bei Bedarf kann über den Händler aber eine neue SD-Karte kaufen, von der aus dann im Fahrzeug das Update aufgespielt wird.

Online-Portal

Unter www.my.lexus.eu findet man ein Online-Portal, das die Online-Dienste ergänzt. Dort kann man Routen planen und weitere Apps herunterladen. Das Lexus-Online-Portal ähnelt dem von Toyota, allerdings war der App Store bei unserem Besuch vollkommen leer. Im Online-Portal können Sie auch einen Kompatibilitätscheck für ihr Smartphone machen. Und Sie legen hier die Internetsuchmaschine und den Navigationsdienstleister fest.

Oben der Bildschirm, rechts vorne auf der Mittelkonsole das Remote Touch
Vergrößern Oben der Bildschirm, rechts vorne auf der Mittelkonsole das Remote Touch

Fazit zum Lexus Premium Navigationssystem

Das Lexus-System arbeitet sehr solide, der Bildschirm lässt sich gut ablesen und die Navigation lotst zuverlässig. Das System erleichtert den Autofahrer-Alltag erheblich, insbesondere was die Navigation und die Telefonie angeht. In Sachen Unterhaltungswert zeigt sich Lexus ebenfalls sehr leistungsfähig, zumal sowohl Digitalradio als auch das Abspielen von Film-DVDs zur Verfügung stehen (nicht jedoch Webradio). An der Technik gibt es also im Großen und Ganzen nichts zu kritisieren. Wohl aber am Preis. Salopp formuliert: Toyotas Premiummarke Lexus übertreibt es angesichts des Preises von 2600 Euro etwas mit dem Premium-Preisanspruch.

Denn das Infotainmentsystem von Lexus orientiert sich zwar preislich an den drei deutschen Premium-Herstellern (wobei die von uns getestete Variante etwas günstiger als die Lösungen von Audi, BMW und Mercedes-Benz ist). Der Funktionsumfang des Lexus Premium-Navigationssystems mit Remote Touch ist allerdings geringer als bei den drei deutschen Marken. So gibt es bei Lexus weder eine faszinierende Google Earth-Ansicht für die Navigation wie bei Audi noch ein Online-Entertainmentangebot oder eine Diktierfunktion wie bei BMW. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Internet-Funktionen beziehungsweise Apps ist geringer als bei der deutschen Konkurrenz (Twitter, Facebook und Mail fehlen zum Beispiel im Lexus).

Bei der Größe des Bildschirms liegt Lexus mit seinem 7-Zöller zwar voll im Trend. Allerdings vermissen wir beim Lexus den Touchscreen, wie ihn mittlerweile schon viele Hersteller anbieten. So haben Audi und BMW zumindest einen separaten Mini-Touchscreen integriert, der die Eingabe von Buchstaben und Ziffern deutlich erleichtert. Die meisten Automobil-Hersteller haben sogar den Hauptbildschirm ihres Infotainmentsystems mit Touchscreen-Funktion ausgestattet: Einen 7-Zoll-Bildschirm wie bei Lexus (ohne Touchscreen) besitzen auch Volvo Sensus Connected Touch (das aber nur bei den Internetanwendungen Touchscreen-Funktion bietet) für 690 Euro, Renault R-Link (mit Touchscreen) für 590 Euro und Opel IntelliLink (mit Touchscreen) für 300 Euro zuzüglich 50 Euro für die Navigation). Bei Toyota Touch & Go Plus (mit Touchscreen) für 950 Euro ist nur ein 6,1-Zoll-Bildschirm verbaut. BMW verbaut je nach Modell Bildschirme zwischen 6,5 Zoll und 10,25 Zoll (ohne Touchscreen). Audi Connect, Comand Online von Mercedes-Benz besitzen ebenfalls einen 7-Zoll-Bildschirm, allerdings ohne Touchscreen-Funktion,

Bei den Verkehrslageinformationen sollte Lexus nachlegen und exaktere Informationen wie beispielsweise TMCpro, Inrix oder TomTom Live-Traffic anbieten. Der Umfang der Sprachsteuerung ließe sich auch noch erweitern, weil man derzeit im Lexus per Sprachbefehl nicht ganz so viele Funktionen steuern kann wie beispielsweise bei Mercedes-Benz und bei Toyota.

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