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Kleine Windows-Systemhelfer mit großem Nutzen

23.09.2013 | 11:45 Uhr |

Jede Windows-Version hält im Systemordner „System32“ eine Palette kleinerer, aber zum Teil unentbehrlicher Tools bereit. Dieser Überblick bietet Kurzcharakterisierungen mit praktischen Tipps zum Einsatz.

Das Startmenü in Windows 7 oder der Startbildschirm in Windows 8 präsentieren Links zur installierten Software und zu den meistgenutzten Systemprogrammen. Kleinere Tools fallen zum Teil aus Platzgründen durch das Sieb, außerdem gibt es Programme, die sich technisch für den direkten Start unter Windows nicht eignen. Warum diese kleinen Systemhelfer dennoch einen genaueren Blick lohnen, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Die Abfolge ist alphabetisch, die Netzwerk-Tools erhalten einen eigenen Abschnitt am Ende.

Cipher: Zielgenaue Dateiverschlüsselung
Cipher ist das Kommandozeilen-Tool für die NTFS-eigene Datei- und Ordnerverschlüsselung. Diese EFS-Verschlüsselung (Encrypted File System) ist bei höherwertigen Pro-Editionen über die Datei- und Ordner-Eigenschaften bequem im Explorer zu erreichen – unter „Eigenschaften, Allgemein, Erweitert“. Trotzdem agieren Sie in manchen Fällen viel effizienter und gezielter mit Cipher auf der Kommandozeile:
cipher /e *.xlsx cipher /d *.xlsx

Der erste Befehl verschlüsselt alle Excel-Dateien im aktuellen Ordner, der zweite entschlüsselt sie wieder. Der zusätzliche Schalter „/S:“ gefolgt von einem Pfad kann das Ganze auf Unterverzeichnisse ausweiten:
cipher /s:. /e *.xlsx

Statt einem Pfad steht hier im Beispiel nur der Punkt – das Zeichen für den aktuellen Ordner. Bei der Home-Edition von Windows 7 und der Standard-Edition von Windows 8 ist Cipher auf das Entschlüsseln mit „/D“ reduziert.

Die wichtigsten CMD-Befehle für Windows

Compact: Zielgenaue Dateikomprimierung

Explorer-Option und Compact: Das Kommando- zeilen-Programm erlaubt die zielsichere Auswahl von Dateiformaten, wo sich NTFS-Komprimierung lohnt.
Vergrößern Explorer-Option und Compact: Das Kommando- zeilen-Programm erlaubt die zielsichere Auswahl von Dateiformaten, wo sich NTFS-Komprimierung lohnt.

Compact ist das Kommandozeilen-Tool für die NTFS-eigene Datei- und Ordnerkomprimierung. Die NTFS-Komprimierung ist über die Datei- und Ordner-Eigenschaften im Explorer zu erreichen – unter „Eigenschaften, Allgemein, Erweitert“.

Aber ähnlich wie bei Cipher ist es effizienter, gut komprimierbare Formate mit Compact zu bearbeiten:
compact /c /i /s:c:\users *.bmp *.doc? *.xls? *.rtf *.txt *.htm?

Dieses Beispiel bearbeitet den gesamten Ordner „C:\Users“.

Convert: Umwandung des Dateisystems
Convert ist unentbehrlich, wenn Sie eine FAT-formatierte Partition zu NTFS umwandeln wollen. Die Datenträgerverwaltung beherrscht diese Aufgabe nicht. Nach convert <Laufwerk>: /FS:NTFS /V startet die Konvertierung entweder im laufenden Betrieb oder wird für den nächsten Neustart geplant (natives „Autoconv.exe“ vor dem Windows-Start). Statt „<Laufwerk>“ geben Sie den korrekten Buchstaben des Laufwerks an.

Grundsätzliches zur Kommandozeile

Bei den hier beschriebenen Windows-Programmen handelt es sich um Kommandozeilen-Tools. Das bedeutet, dass sie keine eigene grafische Oberfläche nutzen, sondern ihre Ausgabe in ein Konsolenfenster erledigen. Typischerweise ist das die vorher gestartete „Eingabeaufforderung“ Cmd.exe. Zwingend ist das aber nicht: Jeder andere Kommando-Interpreter wie etwa die Windows-Powershell, die Cygwin Bash oder 4NT und dessen kostenloser Ableger TCC/LE eignen sich ebenso. Alle diese Eingabe-Terminals verwenden unter Windows das Konsolenfenster Conhost.exe, und nur darauf kommt es an bei Tools wie Diskpart, Robocopy oder Ping.

Wenn Sie ein Kommandozeilen-Tool nicht auf Cmd & Co. starten, sondern mit dem Windows-Explorer per Doppelklick oder im „Ausführen“-Dialog, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die Tools laden zwar von sich aus das notwendige Konsolenfenster – das blinkt aber nur kurz auf und schließt sich sofort wieder. Viele Benutzer interpretieren dies fälschlich so, dass das Programm entweder defekt oder unbrauchbar sei. Tatsächlich hat das Tool aber seine Arbeit schon erledigt und schließt daher das Konsolenfenster wieder.

2. Programme wie etwa Diskpart oder Netsh starten das notwendige Konsolenfenster permanent. Im Prinzip können Sie damit arbeiten, das Erscheinungsbild mit Schriftart, Größe und Farben ist aber eher düster.

Für die meisten Kommandozeilen-Tools müssen Sie also vorher eine „Eingabeaufforderung“ starten, um damit arbeiten zu können. Bei allen weiteren, die das Konsolenfenster permanent laden, ist es von Vorteil, sie alle aus der „Eingabeaufforderung“ oder einer anderen bevorzugten Shell zu starten. Wenn ein Programm wie Diskpart Administratorrechte erfordert, dann starten Sie Ihre „Eingabeaufforderung“ mit Administratorrechten: Alles was Sie dann von dort aufrufen, erhält dann automatisch erhöhte Rechte.

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