15.08.2012, 08:05

Thomas Hümmler

Leistungsfresser finden

Windows schneller machen mit Profi-Tool

Windows schneller machen mit dem Windows Performance Toolkit ©iStockphoto.com/hidesy

Man muss kein Entwickler sein, um Microsofts Software Development Kit für Windows zu nutzen. Denn es enthält unter anderem auch das Windows Performance Toolkit, das Ihnen anzeigt, welche Programme besonders viele PC-Ressourcen benötigen und das System somit verlangsamen. Wie Sie das Tool bedienen, damit Leistungsfresser finden und Windows schneller machen, lesen Sie hier.
Ob es darum geht, den Startvorgang Ihres Rechners zu beobachten oder Programme zu überwachen und herauszufinden, welche davon im laufenden Betrieb viel CPU-Leistung und Arbeitsspeicher beanspruchen: Das Windows Performance Toolkit hilft Ihnen beim Check Ihres Rechners. Es ist im „Microsoft Windows SDK for Windows and .NET Framework 4“ (WPT) enthalten.
Nachdem Sie den Web-Installer gestartet ist, erscheint möglicherweise zunächst der Hinweis, dass das WPT die Installation des vollständigen Microsoft .NET-Framework 4 voraussetzt – diese Meldung können Sie jedoch mit „OK“ getrost ignorieren und damit den Installationsassistent starten. Denn nur einige Komponenten des SDK setzen ein vollständiges .NET-Framework 4 voraus. Für das Performance-Toolkit alleine ist nur das .NET Framework 4 Client Profile erforderlich, das auf dem meisten Rechnern bereits vorhanden ist.
Bei den „Installation Options“ können Sie alle Häkchen entfernen bis auf den vor „Common Utilities, Windows Performance Toolkit“. Nach zwei weiteren Klicks führt der Assistent die Installation aus.
Das Toolkit besteht aus drei Programmen: xperf zeichnet Leistungsdaten von Programmen auf, kann aber auch Kernelaufrufe verfolgen. Xperfview zeigt diese als Graphen oder Tabellen und xbootmgr protokolliert das Hoch- oder Runterfahren eines Windows-Systems. Diese Tools starten Sie von der Kommandozeile oder über ein Skript. Mithilfe von Parametern haben Sie die Möglichkeit, die Programme an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen. Das Performance-Toolkit richtet sich zwar insbesondere an Hardwarehersteller sowie Treiber- und Anwendungsentwickler, welche die Leistungsfähigkeit von System oder Anwendungen messen und aufzeichnen wollen, es gibt aber auch dem ambitionierten Power-User wertvolle Hinweise und Einblicke ins System.
Das Performance-Toolkit baut auf der sogenannten „Event Tracing for Windows“-Infrastruktur (ETW) auf. Sie zeichnet Kernel- und Anwendungsereignisse auf, wobei das WPT einen einfachen Zugriff auf sie ermöglicht. So müssen Sie sich nicht mit der komplexen ETW-API herumschlagen. Die ETW-Architektur unterscheidet zwischen Controllern, Providern und Consumern. Die WPA-Tools sind die Controller, die mithilfe von Parametern Daten von den Providern sammeln. Anschließend werden diese in eine ETL-Datei gespeichert und können mit xperfview ("Consumer") betrachtet werden.
Erster Schritt, um Windows schneller zu machen: Xperf starten
Um das Tracking mit xperf zu starten, müssen Sie als Administrator arbeiten: Wählen Sie dazu im Startmenü „Alle Programme, Zubehör“ und klicken dort mit der rechten Maustaste auf die „Eingabeaufforderung“. Aus dem Kontextmenü wählen Sie „Als Administrator ausführen“. Auf der Kommandozeile geben Sie folgenden Befehl ein:
xperf -on DiagEasy
Damit sprechen Sie den Kernel-Event-Provider an und zeichnen folgende Daten auf: Image-Loading, Festplattenzugriffe, Prozess- und Thread-Ereignisse, „harte“ Fehler, ausgesetzte Prozeduraufrufe, Interrupts, Kontextschalter und Leistungszähler. Diese Daten werden an die Datei kernel.etl gesendet, sofern keine andere mit dem Parameter -f festgelegt wurde. Die Option „DiagEasy“ nutzt einen Standardpuffer von 64 KByte mit mindestens 64 und maximal 320 Pufferspeichern.
Während die xperf-Analyse läuft, arbeiten Sie eine Zeitlang ganz normal mit Windows: Surfen Sie zum Beispiel im Web, schauen Sie sich Videos an, bearbeiten Sie Fotos und so weiter. Wenn Sie die Leistung zweier ähnlicher Programme vergleichen wollen, zum Beispiel Firefox und Internet Explorer, starten Sie erst das eine und führen Sie einige Aktionen aus. Beenden Sie es danach, starten Sie das zweite und führen Sie darin exakt die gleichen Aktionen durch.
Anschließend stoppen Sie den Kernel-Logger und speichern die Daten in die Datei logging.etl, indem Sie folgendes eingeben:
xperf -d logging.etl
Das Speichern der Logdaten kann eine Weile dauern, da ein ganze Menge an Daten geschrieben werden müssen; je länger die Xperf-Analyse gelaufen ist, desto länger dauert das Schreiben der Protokolldatei.

Schritt zwei, um Windows schneller zu machen: Graph aufrufen

Sie betrachten die protokollierten Daten als Graph mit dem Befehl
xperf logging.etl
oder
xperfview logging.etl
Die Ansicht zeigt die Prozessorauslastung und die Festplattennutzung, Prozessdauer, unterbrochene ebenso wie abgelehnte CPU-Prozeduraufrufe. Sie können Bereiche des Graphen auswählen und heranzoomen sowie eine Zusammenfassung der Bereiche betrachten. Wie Sie herausfinden, welches Programm beziehungsweise welcher Prozess wie viel Leistung benötigt hat, erfahren Sie auf der folgenden Seite.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Vorherige Seite
Seite 1 von 2
Diskutieren Sie mit anderen Lesern über dieses Thema:
PC-WELT Hacks
PC-WELT Hacks Logo
Technik zum Selbermachen

3D-Drucker selbst bauen, nützliche Life-Hacks für den PC-Alltag und exotische Projekte rund um den Raspberry Pi. mehr

Angebote für PC-WELT-Leser
PC-WELT Onlinevideothek

PC-WELT Online-Videothek
Keine Abogebühren oder unnötige Vertragsbindungen. Filme und Games bequem von zu Hause aus leihen.

Tarifrechner
Der PC-WELT Preisvergleich für DSL, Strom und Gas. Hier können Sie Tarife vergleichen und bequem viel Geld sparen.

PC-WELT Sparberater
Das Addon unterstützt Sie beim Geld sparen, indem es die besten Angebote automatisch während des Surfens sucht.

Telekom Browser 7.0

Telekom Browser 7.0
Jetzt die aktuelle Version 7 mit neuem Design und optimierter Benutzerführung herunterladen!

- Anzeige -
Marktplatz
Amazon

Amazon Preishits
jetzt die Schnäpchen bei den Elektronikartikel ansehen! > mehr

UseNext

10 Jahre UseNeXT
Jetzt zur Geburtstagsaktion anmelden und 100 GB abstauben! > mehr

1328385
Content Management by InterRed