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Volles Tempo! Mehr Leistung für die Grafikkarte

04.09.2016 | 08:33 Uhr |

Mehr Leistung und bessere Bildraten mit wenigen Mausklicks: Zum Übertakten aktueller Grafikkarten brauchen Sie keine BIOS-Einstellungen zu ändern. Tuning gelingt hier allein über Software und Grafiktreiber.

Wer häufig am Rechner spielen möchte, kommt nicht um eine separate Grafikkarte herum. Doch auch bei Multimedia-Anwendungen wie Bild-oder Videobearbeitung sorgt der Grafikprozessor (GPU) für flottere Abläufe. Denn GPUs können bestimmte Berechnungen wesentlich schneller erledigen als ein normaler Desktop-Prozessor. Damit Sie das volle Potenzial Ihrer Grafikkarte ausschöpfen können, haben wir für Sie einige Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen nicht nur Spiele flüssiger und hübscher ablaufen, sondern die Grafikkarte im PC sich auch bei anderen Anwendungen optimal einsetzen lässt.

Siehe auch: Auf diese PC-Spiele freuen wir uns in 2016

Treiber-Update: Bei der Grafikkarte unbedingt notwendig

Die erste Regel für eine dauerhaft gute Grafikleistung lautet wie folgt: Installieren Sie stets den aktuellsten Treiber für Ihre Grafikkarte! Denn die neuen Versionen bringen so gut wie immer mehr Geschwindigkeit in Spielen und weitere Verbesserungen mit sich. Manchmal beinhalten die Treiber auch zusätzliche Funktionen. Die GPU-Hersteller AMD und Nvidia veröffentlichen frische Treiber in regelmäßigen Abständen. Wem dieser Update-Rhythmus zu langsam geht, der kann auch zu sogenannten Betatreibern greifen, die in kürzeren Abständen als Download zur Verfügung stehen. Doch diese Versionen sind mit Vorsicht zu genießen und sollten nicht auf Produktivsystemen zum Einsatz kommen. Das liegt daran, dass bei den Betatreibern immer die Gefahr von Darstellungsfehlern und Abstürzen besteht.

Wer seinen Computer selbst zusammengebaut hat, der kennt seine Hardware in und auswendig: Dann wissen Sie genau, welches Grafikkartenmodell mit welcher GPU im System steckt. Schwieriger ist es bei einem Komplett-PC: Um herauszufinden, welche Grafikkarte in Ihrem Rechner arbeitet, genügt ein einfacher Befehl: Rufen Sie mit der Tastenkombination Windows -R das Ausführen-Fenster auf und tippen Sie nun dort

dxdiag

ein, um das „DirectX-Diagnoseprogramm“ zu starten. Nach kurzer Analyse listet das Tool Ihre Grafikkarte unter der Registerkarte „Anzeige“ auf. Gehen Sie dann auf die entsprechende Webseite des Chipherstellers (also AMD oder Nvidia ) und wählen Sie aus den Drop-down-Menüs Ihr Modell und Betriebssystem aus. Nach dem Update ist häufig ein Neustart notwendig, damit die Installation die Aktualisierung vollständig abschließen kann.

Die AMD-Software Crimson löst das Catalyst Control Center ab, beeindruckt mit einem modernen Design und erlaubt eine geringere Leistungsaufnahme der AMD-Grafikkarte.
Vergrößern Die AMD-Software Crimson löst das Catalyst Control Center ab, beeindruckt mit einem modernen Design und erlaubt eine geringere Leistungsaufnahme der AMD-Grafikkarte.

Die Treiber von AMD und Nvidia können mehr, als nur die Grafikkarte an Ihr restliches System anzubinden. Die Programme bieten eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten, um individuelle Anpassungen vorzunehmen oder bestimmte Funktionen einzuschalten. Auch Inhalte lassen sich damit hübscher oder nach den eigenen Vorlieben anzeigen. In die Einstellungen Ihrer Grafikkarte gelangen Sie, indem Sie mit einem Rechtsklick auf eine freie Stelle Ihres Desktops klicken und im nun geöffneten Kontextmenü die Nvidia-oder AMD-Radeon-Einstellungen aufrufen.

AMDs neuer Wundertreiber: Radeon Software Crimson

AMD hat seine Treibersoftware erst zum November 2015 einer umfassenden Frischzellenkur unterzogen: Das altbackene Catalyst Control Center wurde zur „Radeon Software Crimson“. Die neue Version verfügt über ein moderneres Design, eine einfachere Benutzerführung, kürzere Reaktionszeiten sowie neue Funktionen. Auch die Leistungsaufnahme des Systems und die Performance in Spielen sollen sich in Spielen verbessern. In unserem Treiber-Check lässt sich vor allem ein gesunkener Strombedarf bestätigen – bei der Leistung ist das Resümee eher durchwachsen, da kommt es sehr auf die Anwendung an.

Zu den neuen Funktionen zählen unter anderem die automatische Erkennung und Anordnung beim Multi-Monitor-Betrieb, ein schärferes 4K-Upscaling von niedriger aufgelösten Inhalten und das Definieren eigener Auflösungen.

Sagen Ihnen die Farbwerte auf dem Monitor nicht zu, kann der Grafiktreiber behilflich sein.
Vergrößern Sagen Ihnen die Farbwerte auf dem Monitor nicht zu, kann der Grafiktreiber behilflich sein.

Immer flüssig spielen: Video- und Bildeinstellungen optimieren

Die Treiber von AMD und Nvidia bieten recht umfangreiche Möglichkeiten, um die Bilddarstellung nach eigenen Wünschen zu verbessern. Bei der Crimson-Software von AMD gehen Sie dafür in den Reiter „Video“. Dort hat der Hersteller schon einige vordefinierte Profile wie etwa „Cinema Classic“ hinterlegt, um für die meisten Situationen gerüstet zu sein – wie in diesem Fall für die Wiedergabe von Filmen. Fans von Action-Cams dürften das Profil „Helmvideo“ zu schätzen wissen. Diese Profile regeln allerdings nicht nur die Schärfe, Lebendigkeit oder Helligkeit der Aufnahme, auch tiefgreifende Optimierungen kann Crimson mit der Hilfe des Grafikprozessors vornehmen: So stabilisiert die Technik „Steady Video“ beispielsweise verwackelte Smartphone-Videos. „AMD Fluid Motion Video“ passt die Bildrate von Videos an die Bildwiederholfrequenz des Monitors an. Blu-ray-Filme liegen meistens mit einer Bildrate von 24 Bildern pro Sekunde vor, Bildschirme beherrschen normalerweise eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz. Weil sich die 24 Bilder pro Sekunde jedoch nicht ganzzahlig durch die 60 Hertz teilen lassen, erfolgt die Darstellung des Films mit einem leichten Ruckeln. Hier springt die AMD-Technik ein und rechnet die fehlenden Bilder während der Wiedergabe hinzu, um ein flüssiges Bild zu erhalten. Über „Benutzerdefiniert“ lässt sich zudem ein eigenes Profil anlegen. Um die Farbwerte, Tonwertkorrekturen und andere Werte noch genauer an Ihre Wünsche anzupassen, klicken Sie rechts oben auf „Zusätzliche Einstellungen“. Darüber gelangen Sie in die vom Catalyst Control Center her altbekannte Ansicht. Unter „Desktop-Management“ und „Desktop-Farben“ können Sie auch einzelne RGB-Kanäle anwählen, um Farbpräferenzen möglichst genau umzusetzen. Sobald Sie die Regler verschieben, setzt der Treiber die Änderungen um. Zusätzlich lassen sich die Werte anhand des eingeblendeten Referenzbildes bestimmen.

In Geforce Experience können Sie Downsampling bereits vorab einstellen. Allerdings kostet die Option sehr viel Leistung.
Vergrößern In Geforce Experience können Sie Downsampling bereits vorab einstellen. Allerdings kostet die Option sehr viel Leistung.

Bei Nvidia-Grafikkarten führt der Weg zu den Bildverbesserungen über die Option „Desktop-Farbeinstellungen anpassen“, welche Sie unter „Anzeige“ finden. Setzen Sie im ersten Reiter „Farbe“ den Haken bei „Nvidia Einstellungen verwenden“, damit der Treiber die Änderungen umsetzen kann. Auch hier lassen sich die einzelnen Farbkanäle gezielt anpassen. Im Reiter „Gamma“ regulieren Sie die Helligkeit der Farbkanäle, unter „Erweitert“ definieren Sie den „Dynamikbereich“, um die Schwarzdetails und Weißspitzen auf Basis des Videomaterials auszuwählen. Mit „Begrenzt (16-235)“ sind Sie auf der sicheren Seite, mit „Voll (0-255)“ lassen sich jedoch eventuell noch mehr Details in dunklen und weißen Bereichen anzeigen.

Neue Grafikkarte: Das gibt es beim Tausch zu beachten

Die Videoeinstellungen können Sie unter „Video-Farbeinstellungen anpassen“ verändern – hier gehen Sie ganz ähnlich vor wie bei den Bildeinstellungen. Unter „Videobildeinstellungen anpassen“ stehen Ihnen drei Optionen zur Verfügung: „Randverbesserung“ sorgt für mehr Schärfe, „Rauschunterdrückung“ entfernt störende Elemente wie etwa Artefakte, und „Zeilensprungentfernung“ stellt die ursprüngliche Aufnahmequalität des Videomaterials für eine höhere Bildgüte wieder her.

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Downsampling: Auf jedem Monitor in Ultra-HD spielen

Schon seit geraumer Zeit bieten beide Treiber die Möglichkeit, Spiele in einer höheren Auflösung darzustellen, als Ihr Monitor eigentlich nativ beherrscht. Die Technik nennt sich Downsampling und ermöglicht beispielsweise UHD-Gaming auf einem Bildschirm mit Full-HD-Auflösung. Für die Darstellung in Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel) auf einem Full-HD-Monitor ist eine sehr hohe Rechenleistung vonnöten. Lediglich Besitzer von High-End-Grafikkarten sollten sich daran wagen. Alternativ können Sie die Grafikdetails herunterschrauben, was aber wohl nicht in Ihrem Sinne sein dürfte. Unser Tipp: Wenn Sie nur einen Bildschirm mit 1920 x 1080 Bildpunkten besitzen, versuchen Sie es doch zuerst einmal mit einer Downsampling-Auflösung von 2560 x 1440 Pixel. Bereits mit dieser Auflösung erhalten Sie ein weitaus schärferes Bild als bei Full-HD. Und wenn es doch unbedingt Ultra-HD sein soll, dann können Sie im Spiel auch getrost die leistungshungrige Kantenglättung deaktivieren, die bei einer so hohen Auflösung kaum noch erforderlich ist.

Um das Downsampling zu aktivieren, klicken Sie in der AMD-Software Crimson auf „Anzeige“ und aktivieren „Virtual Super Resolution“ (VSR). Starten Sie ein Spiel Ihrer Wahl und gehen Sie in die Grafikoptionen. Dort sollten Ihnen jetzt höhere Auflösungen zur Verfügung stehen, als der Monitor darstellen kann. Beachten Sie bitte, dass die Funktion erst ab der Grafikkarten-Serie Radeon-HD-7800 und den APUs (Accelerated Processing Units) der A-Serie-7400K und darüber aktivierbar ist.

Bei Nvidia gehen Sie ähnlich vor, wobei Sie die Auflösung aber schon vorab bei der Spieleoptimierung definieren. Mithilfe eines Klicks auf den Schraubenschlüssel neben der Schaltfläche „Optimieren“ wählen Sie die gewünschte Auflösung. Nützlich ist, dass das Programm auch gleich die Grafikeinstellungen anpasst.

Die besten Grafikeinstellungen für jedes Spiel finden

Seit Ende 2012 installiert Nvidia standardmäßig mit dem Treiber auch das Gratis-Programm „ Geforce Experience“ , sofern Sie das entsprechende Häkchen nicht entfernen. Dieses Tool sorgt dafür, dass die Grafikoptionen in einem Spiel immer optimal für die 3D-Leistung Ihres Systems eingestellt sind. Dafür gleicht Geforce Experience die Komponenten, die in Ihrem System eingebaut sind, wie etwa Grafikkarte, Prozessor und Arbeitsspeicher, mit der Nvidia-Cloud ab und stellt auf Basis von Erfahrungswerten und interner Testwerte das jeweilige Spiel entsprechend ein. Standardmäßig erfolgt die Einstellung auf der Stufe „Optimal“, was in der Regel den besten Kompromiss zwischen Leistung und Bildqualität darstellt.

Allerdings lässt sich der Detailgrad noch weiter anpassen, um entweder noch mehr Leistung oder zusätzliche Details zu erhalten. Schieben Sie den Regler in Richtung Leistung, dann reduziert das Programm die Grafikqualität. Eine Einstellung in Richtung „Qualität“ kann bei ein wenig schwächeren Systemen schnell dazu führen, dass die Inhalte zwar optisch eindrucksvoll, dafür jedoch ruckelnd über den Bildschirm flimmern. Eine weitere nützliche Funktion ist die automatische Treiberinstallation: Sobald es eine neue Version für Ihre Grafikkarte gibt, informiert das Tool Sie darüber. Mit einem zusätzlichen Klick laden Sie den Treiber herunter und können ihn danach mit einem erneuten Klick gleich installieren.

Wer seine Spiele mit den optimalen Einstellungen spielen möchte, der darf auf die Tools von AMD und Nvidia vertrauen. Oft lässt sich aber das eine oder andere Detail noch manuell hochschrauben.
Vergrößern Wer seine Spiele mit den optimalen Einstellungen spielen möchte, der darf auf die Tools von AMD und Nvidia vertrauen. Oft lässt sich aber das eine oder andere Detail noch manuell hochschrauben.

Auch AMD hat inzwischen mit einer ähnlichen Anwendung nachgezogen, die auf den Namen „ Gaming Evolved “ hört. Der Hersteller arbeitet dabei mit der sozialen Gaming-Plattform „ Raptr “ zusammen, um zusätzlich Social-Media-Funktionen zu ermöglichen. Dazu zählen zum Beispiel ein Instant-Messenger, über den sich auch Screenshots oder Bilder an die Community verschicken lassen. Das Einbinden des Facebook-und Twitter-Accounts ist auch möglich. AMD übernimmt die Einstellung der Grafikoptionen, geht dabei aber etwas anders vor als Nvidia. Die Einstellungen erfolgen auf der Basis von gesammelten Daten der Raptr-Nutzer. Hier lässt sich der Detailgrad gleichfalls in die eine oder andere Richtung verschieben, Standard ist auch hier wieder „Ausgewogen“.

Grundsätzlich sind die automatisierten Einstellungen der beiden Programme im Standardmodus ziemlich zurückhaltend gewählt: Damit sollte ein Spiel garantiert flüssig laufen. Wenn das Spiel also völlig ruckelfrei läuft, die Optik Ihnen jedoch weniger zusagt, sollten Sie die Details schrittweise erhöhen beziehungsweise aktivieren. Dabei beginnen Sie zunächst einmal mit eher weniger aufwendigen Optionen wie der anisotropischen Filterung. Anschließend starten Sie das Spiel erneut. Wenn sich nachfolgend herausstellt, dass das Spiel immer noch einwandfrei läuft, können Sie mit etwas komplexeren Effekten weitermachen, beispielsweise mit den Schatten. Am meisten Ressourcen fressen Einstellungen wie Kantenglättung, dynamische Lichteffekte und Nachbearbeitungstechniken.

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Eigene Spiele aufnehmen und ins Internet übertragen

Sowohl Gaming Evolved als auch Geforce Experience bieten die Möglichkeit, das Spielegeschehen aufzunehmen und lokal zu speichern oder auch gleich live ins Internet zu streamen. Dabei sorgt die Beschleunigung über den Grafikprozessor für eine möglichst geringe Belastung der Spieleleistung. In AMD Gaming Evolved stehen Ihnen verschiedene Aufnahmemodi zur Verfügung. „Highlight-Clips“ nimmt automatisch immer die letzten 30 Sekunden Ihres Spiels auf, auf Wunsch lässt sich der Zeitraum aber auch auf bis zu 20 Minuten erweitern. Sobald also etwas Sehenswertes passiert ist, drücken Sie die Tastenkombination (Standard ist Strg-F2), und das Programm speichert den letzten von Ihnen vorab definierten Zeitraum auf der Festplatte. „Session Video“ startet automatisch die Aufnahme, wenn Sie ein Spiel anwerfen, was sich beispielsweise bei „Let’s Play“ anbietet. Über das kleine Zahnrad rechts unten können Sie die Aufnahmequalität einstellen. Des Weiteren ist es noch möglich, Ihr Spiel direkt live auf Twitch.tv zu streamen, indem Sie auf „Übertragen“ klicken – hierfür müssen Sie sich lediglich mit Ihren Zugangsdaten für das Videoportal anmelden.

Auch mit Geforce Experience ist das Aufnehmen des Gameplays möglich, die entsprechende Funktion nennt sich hier „Shadowplay“. Hier erfolgt die Hardwarebeschleunigung ebenfalls über die GPU. Mit einem Klick auf „Shadowplay“ in der rechten oberen Ecke von Geforce Experience öffnet sich ein weiteres Fenster mit den Bedienelementen für die Aufnahme. Hier stehen Ihnen ebenfalls mehrere Modi sowie die direkte Live-Übertragung auf Twitch zur Verfügung, ähnlich wie bei AMD Gaming Evolved. Je nach Hardwarekonfiguration kostet Sie das Screen-Capturing rund drei Prozent der Bildrate – das lässt sich vernachlässigen.

Die Treiber von AMD und Nvidia erlauben das Screen-Capturing ohne große Leistungseinbußen durch die Hardwarebeschleunigung der GPU.
Vergrößern Die Treiber von AMD und Nvidia erlauben das Screen-Capturing ohne große Leistungseinbußen durch die Hardwarebeschleunigung der GPU.

DirectX 12 sorgt für ein hohes Geschwindigkeitsplus

Mit Windows 10 führte Microsoft auch die aktuellste Version der weitverbreiteten Programmierschnittstellensammlung DirectX ein. Und die hat es in sich: Aufgrund einer direkteren Anbindung an die Hardware sollen Spiele und Multimedia-Anwendungen bei gleich gebliebener Rechenleistung weitaus flotter laufen. Ermöglicht wird dies durch die Verbesserung der Grafikschnittstelle Direct 3D, die jetzt effektiver die Leistung von Mehrkern-Prozessoren ausnutzen kann. Zudem wird es möglich sein, die Shader-Einheiten in den Grafikprozessoren direkter anzusprechen, um die CPU weiter zu entlasten und auf diese Weise ein Ausbremsen der GPU zu verhindern. Microsoft demonstrierte in einem Benchmark eine satte Entlastung von 50 Prozent beim Einsatz von DirectX 12. Hinzu kommt eine vereinfachte Programmierung, um Spiele schneller für verschiedene Plattformen wie etwa Spielekonsolen und PCs zu entwickeln.

Bislang gibt es jedoch noch nicht viele Anwendungen, die DirectX 12 unterstützen. Eines der interessantesten Spiele, die angekündigt sind, ist der Strategietitel „Ashes of Singularity“, der sich aktuell noch im Early-Access-Status befindet. Der Benchmark lässt sich allerdings bereits nutzen und zeigt eindrucksvoll, wie hoch der Leistungsunterschied ausfällt: Im Vergleich mit DirectX 11 sind die Bildraten um bis zu 15 Prozent höher, und das bei Betatreibern und einem unfertigen Benchmark. Dies bedeutet, dass in naher Zukunft wohl noch ein höherer Geschwindigkeitsschub zu erwarten ist.

Um DirectX 12 zu nutzen, benötigen Sie mindestens eine Grafikkarte ab der Radeon-HD-7000 von AMD sowie der Geforce-GTX-400 von Nvidia. Doch erst die neueren GPUs ab der R9 290 oder GTX 960 unterstützen weitere Funktionen der neuen Schnittstelle und profitieren mehr von DirectX 12.

Sie haben auch die Möglichkeit, sich schon jetzt von den Vorteilen zu überzeugen, die DirectX 12 bietet. Installieren Sie dazu den Benchmark 3D Mark von Futuremark. Allerdings benötigen Sie für den DX12-Test die kostenpflichtige Advanced-Version, die für rund 25 Euro erhältlich ist. Erst im Anschluss daran lässt sich der Driver-Overhead-Test durchführen: Dabei stellt der Benchmark dann fest, wie viele sogenannte Draw-Calls pro Sekunde der Prozessor und eine Programmierschnittstelle erreichen. Ein Draw Call beschreibt, wie viele Objekte auf den Bildschirm gezeichnet werden können. Das Ergebnis unseres Tests zeigt schließlich, dass mit DirectX 12 knapp 19 Millionen möglich sind, während DirectX 11 im Vergleich dazu lediglich auf etwa eine Million kommt.

Spielemonitore: Das bringen Freesync und G-Sync

AMD und Nvidia haben weitere Techniken entwickelt, die für flüssiges Gameplay sorgen sollen: Für Monitore gibt es AMD Freesync und Nvidia G-Sync. Sie garantieren eine flüssige Wiedergabe von Inhalten, die nicht von Stottern, Tearing (einem „Zerreißen“ des Bildes) oder Eingabeverzögerungen getrübt wird. Diese Fehler entstehen aufgrund der fehlenden Abstimmung zwischen der Bildwiederholfrequenz des Monitors (in Hertz) und der Bildrate der Anwendung (in Bildern pro Sekunde).Freesync und G-Sync passen diese Werte an, um eine optimale Darstellung zu ermöglichen.

Flüssigeres Bild dank Gsync und Freesync

Nvidias Technik G-Sync war zuerst auf dem Markt und benötigt für die Umsetzung ein kleines Hardwaremodul innerhalb des Monitors sowie eine Grafikkarte ab dem Modell Geforce GTX 650 Ti Boost – entsprechende Monitore sind nach wie vor teurer als Modelle ohne G-Sync, was bisher als Nachteil der Technik gilt. AMD hat mit seiner Lösung Freesync etwas später nachgezogen. Allerdings handelt es sich hierbei um einen offenen Standard, der überdies noch Vesa-zertifiziert ist und lediglich eine Displayport-Schnittstelle ab der Version 1.2a voraussetzt. Mit Grafikkarten ab der Radeon R7 260 sowie aktuelleren APUs und entsprechend kompatiblen Monitoren ist das Nutzen der Funktion bereits möglich.

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