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Lauschangriff auf Tauschbörsen-Nutzer?

18.09.2003 | 11:42 Uhr |

In Deutschland müssen User auf Grund der aktuellen Tauschbörsen-Debatte verstärkt damit rechnen, dass ihre Aktivitäten im Netz aufgezeichnet werden. Sagt jedenfalls Rene Holzer, Geschäftsführer von Nutzwerk. Er will erfahren haben, dass allein beim Anbieter Tiscali derzeit etwa 160 Poweruser unter Beobachtung stehen.

In Deutschland müssen User aufgrund der aktuellen Tauschbörsen-Debatte verstärkt damit rechnen, dass ihre Aktivitäten im Netz aufgezeichnet werden. Sagt jedenfalls Rene Holzer, Geschäftsführer von Nutzwerk , wie unsere Schwesterpublikation Computerpartner berichtet.

Er will erfahren haben, dass allein beim Anbieter Tiscali derzeit etwa 160 Poweruser unter intensiver Beobachtung stehen. Was rechtlich problematisch ist, wie der Manager meint: "Uns ist nicht bekannt, dass der 'große Lauschangriff' ohne Gerichtsbeschluss durchgeführt werden darf. Anscheinend möchten die Internet-Provider sich bei der Musikindustrie einschleimen und bereits einfach auf Verdacht ihre Kunden verraten".

Der Dienstleister hat nun auf dieser Site einen Test bereitgestellt, mit dem die eigene Anonymität im Netz geprüft werden kann. Dabei werden die am meisten verbreiteten Schnüffeltaktiken simuliert, die "Mitlauscher" im Internet anwenden. Durch die Auswertung der Tests will der Dienstleister folgendes festgestellt haben: Bei mehr als 90 Prozent war kein aktiver Schutz vor Schnüffelpraktiken vorhanden. Etwa die gleiche Prozentzahl sei nicht ausreichend vor der Speicherung durch Web-Spione, die das Nutzerverhalten aufzeichnen, geschützt, erklärt Holzer. "Vor allem unbedarfte Anwender werden immer wieder Opfer von Spionageattacken. Viele sind mit der Installation, der Konfiguration und den Updates sogenannter Anonymisierer schlicht überfordert."

Seine Empörung darüber, dass dies offenbar immer häufiger ausgenutzt wird, ist allerdings nicht ganz uneigennützig: Holzer ist Erfinder und Anbieter von "SaferSurf", einem zentralen und kostenpflichtigen Sicherheitsdienst, der auf Wunsch des Nutzers bei jedem Site-Wechsel die Informationen aus dem Datenstrom löschen soll, die ein "Mitlauscher" auswerten könnte.

P2P-Tauschbörsen bringen Provider in die Bredouille (PC-WELT Online, 22.07.2003)

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