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Laserdrucker gegen Tintenstrahldrucker im Vergleich

02.04.2015 | 10:14 Uhr |

Sollen professionelle Nutzer Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker verwenden? Wir vergleichen die Vorteile und Nachteile der beiden Technologien.

Tintenstrahldrucker für private Ausdrucke zuhause und der Laserdrucker fürs Berufliche im Office. Oder: Tinte für Farbfotos und Laser für „Vieldrucker“. Lange war das so. Doch beide Technologien haben sich weiterentwickelt. Für Selbstständige und kleine Unternehmen stellt sich immer öfters die Frage, auf welche Technologie man setzen soll – Tinte oder Laser?

Denn Tintenstrahldrucker haben in Sachen Geschwindigkeit und Ausdauer enorm aufgeholt und Farblaserdrucker gibt es bereits für knapp über 100 Euro .

Was der ideale Drucker können muss, ist klar: Druckkosten niedrig halten, Energie und Zeit sparen. Doch so einfach ist das nicht. Welcher Drucker für welches Office geeignet ist, hängt vom individuellen Bedarf ab. Dabei ist bei der Rechnung allerdings nicht allein entscheidend, wie viel ein Unternehmen druckt – vielmehr kommt es auf das Zusammenspiel verschiedener Faktoren an. Wir haben für Sie die wichtigsten Aspekte auf die Goldwaage gelegt.

Die beiden Technologien im Vergleich

Die Technologien Tintenstrahldruck und Laserdruck unterscheiden sich grundlegend. Die meisten Tintenstrahldrucker, darunter Hersteller wie HP und Canon, arbeiten mit der sogenannten „Bubble-Jet-Technik“, bei der die Tinte zuerst erhitzt und dann durch eine Druckdüse gepresst wird, bis sie schließlich auf dem Papier landet. Der Druckkopf, der bei diesem Verfahren besonders belastet wird, sitzt direkt in der Patrone und wird somit regelmäßig beim Austausch erneuert. Anders beim günstigeren Piezo-Verfahren, das Hersteller wie Epson und Brother einsetzen. Hier ist der Druckkopf in der Regel fest im Gerät verankert und unter Strom gesetzte (Piezo)-Kristalle schleudern die Tinte mit hohem Druck direkt aufs Papier.

HP Officejet Pro X476dw
Vergrößern HP Officejet Pro X476dw
© Hewlett-Packard

Während Tintenstrahldrucker das Dokument zeilenweise drucken, „walzen“ Laserdrucker den Inhalt regelrecht als Ganzes auf das Papier. Laserdrucker verwenden ein sehr feines Pulver – den sogenannten Toner. Unter hoher Temperatur wird hier das Pulver mittels dem sogenannten Elektrofotografieverfahren auf das Papier „gebrannt“.

Highend-Tinte schneller als Laser

Zeit ist bekanntlich Geld. Dieses Sprichwort nimmt vor allem die Entscheiderebene in Unternehmen gerne wörtlich. Doch in Sachen Druckgeschwindigkeit – für viele das wichtigste Kriterium bei der Druckeranschaffung – stimmt es nur bedingt. Zwar haben Laserdrucker, die pro Minute durchschnittlich zwischen 30 und 50 Seiten auf das Papier brennen –  gegenüber konventionellen Tintenstrahlern, die meist Probleme haben, an der 20-Seiten-Marke zu kratzen – immer noch die Nase vorne.

Brother HLS7000DN100
Vergrößern Brother HLS7000DN100
© Browser

Aber neue und noch verhältnismäßig teure Office-Modelle relativieren zunehmend dieses Bild. Der 650 Euro teure Officejet Pro X476dw aus dem Hause HP  und der 3000 Euro teure HL-S7000DN von Brother zählen zu den ersten Tintenstrahlern, die über 70 Seiten pro Minute drucken. Damit sind sie um einiges schneller als gängige Laserdrucker fürs Büro.

Multifunktionsgeräte mit WLAN im Test

Wer allerdings die Druckgeschwindigkeit nur anhand von Seiten pro Minute misst, vergisst in seiner Rechnung eine entscheidende Komponente - die Aufwärmphase. Das Aufheizen tritt jedes Mal auf, wenn jemand den Drucker einschaltet oder aus dem Standby-Modus "weckt". Lasergeräte müssen vor dem Start des Druckvorgangs ihr Inneres auf knapp 200 Grad Backofentemperatur vorheizen – das dauert nicht nur, sondern verbraucht bis zu 1.000 Watt Strom. Laut einer Untersuchung von Coleman Parkes Research drucken jedoch ganze 61 Prozent der deutschen Unternehmen nur zehn Seiten oder weniger am Stück. Hier erledigen Tintenstrahldrucker, bei denen die Aufwärmphase komplett wegfällt, den Job schneller, verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie und schonen gleichzeitig noch das Budget.

Brother HLS7000DN100
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© Brother

Druckkosten – weiterhin ein Rätsel

Ein weiteres und vielschichtiges Entscheidungskriterium bei der Druckerwahl sind die Kosten. Doch nicht nur die bereits erwähnten Aufwände aufgrund von Aufwärmphasen und Wartezeiten am Drucker selbst, auch die Anschaffungs- und Folgekosten durch Patronen und Toner, entscheiden über den Druckertyp. In der Regel sind die Betriebskosten bei Laserdruckern deutlich höher: Zwischen 300 und 500 Watt verbraucht ein Gerät durchschnittlich im Betrieb. Vergleichbare Tintenstrahldrucker verbrauchen hingegen nur rund 25 Watt.

Test: Die besten Multifunktionsgeräte

Nun möge man sich fragen, wieso viele Unternehmen immer noch zum Laserdrucker tendieren. Vermutlich weil viele denken, dass ab einer gewissen Seitenanzahl Laserdrucker günstiger drucken. Im Netz schwirren dazu die unterschiedlichsten Untersuchungen umher – alle mit unterschiedlichen und technologiegerechten Ergebnissen und vor allem abhängig davon, welche Modellreihe die Stichprobe enthält. Fakt ist jedoch – und darüber sind sich die Experten einig –, dass auch vieldruckende Büros mit Tinte heute sehr günstig wegkommen. Moderne Bürotintenstrahler besitzen Tintentanks, die bis zu 10.000 Textseiten bedrucken und so viele Laserdrucker alt aussehen lassen. Ein Vergleich von Stiftung Warentest kam bereits im Oktober 2013 – und die Tintenstrahler sind weiterhin auf der Überholspur – zu dem Ergebnis, dass die Seite bei Schwarzweißlaserdruckern mindestens zwei Cent kostet, während Tintenstrahler die gleiche Arbeit für einen Cent erledigen.
 
Laser brennt Qualität ins Papier

Kurze und günstige Aufwärmphasen, ausdauernde Tintentanks, niedrige Druckkosten und sogar bessere Druckqualität bei Fotos – man frage sich, wieso Unternehmen überhaupt noch Laserdrucker nachfragen. Und es gibt in der Tat mindestens einen sehr guten Grund: Texte und Grafiken – und diese Formate sind für die meisten Unternehmen besonders interessant – bringen Laserdrucker via dem sogenannten Elektrofotografieverfahren knackiger und schärfer zu Papier. Sie „brennen“ das Dokument förmlich ins Papier. Dies führt dazu, dass die Ausdrucke haltbarer und besser vor Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit geschützt sind. Ein weiterer Vorteil von Laserdruckern: Anwender müssen nicht warten, bis der Ausdruck wischfest ist und auch nach längeren Ruhepausen können Toner nicht austrocknen.

Jedoch – und dieser Aspekt bezieht sich nicht auf die Druck-, sondern Lebensqualität – stehen Lasertoner immer wieder in der Kritik, krebserregenden Feinstaub im Büro freizusetzten. Experten empfehlen daher dringend, Geräte mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ einzusetzen. Seit 2013 dürfen das Siegel nur noch Drucker tragen, die besonders wenig Nanopartikel freisetzen. Behörden in Niedersachsen und Bayern nahmen diesen Aspekt besonders ernst: Sie haben bereits von Laser auf Tinte umgestellt.

Fazit

Auch wenn alte Klischees wie „Laserdrucker seien besonders für Vieldrucker günstiger“ noch immer in den Köpfen vieler Businessentscheider fest verankert sind, sind Tintenstrahldrucker auf der Überholspur. Die meisten Gegenargumente, mit denen vor fünf Jahren die Tintenstrahler noch zu kämpfen hatten, entkräftet die neue – wenn auch noch sehr teure – Office-Gerätegeneration im Spaziergang und setzt in Sachen Unterhaltskosten und Gesundheit noch eins drauf.

Technologien: Tintenstrahldrucker vs. Laserdrucker

Geschwindigkeit : Neue, noch teure, Office-Tintenstrahldrucker überholen Laserdrucker.

Druckkosten: Kaum Aufwärmphasen und große Tintentanks machen Tintenstrahler auch für Vieldrucker interessant.

Qualität: Laserdrucker erzeugen schärfere Texte sowie wischfeste und robustere Ausdrucke.

Fazit: Die neue Generation von Tintenstrahldruckern ist die Zukunft im Office.

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