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Labor-Firmware: Mehr Funktionen für die Fritzbox

14.09.2013 | 10:01 Uhr |

AVM liefert für seinen populären WLAN-Router FritzBox 7390 eine neue Laborfirmware aus. Sie erweitert seine Funktionen deutlich. Wir zeigen, was die Fritzbox jetzt kann.

AVM und seine FritzBox-Router gehören zur Standard-Ausstattung der meisten Haushalte wenn es um den Zugriff aufs Internet geht. Doch AVM ist nicht damit zufrieden, fertige Hardware auf den Markt zu werfen, sondern probiert gerne neue Funktionen aus. Bevor diese Teil der finalen Firmware werden, sind sie als so genannte Labor-Versionen verfügbar. Das gilt auch für den Allround-Router von AVM, die FritzBox 7390 .

Die Installation der Lab-Firmware ist angenehm einfach: Die passende Firmware laden Sie von der Labor-Seite herunter , anschließend spielen Sie sie über die Update-Funktion des Routers ein. Nach einem Neustart des Routers stehen die neuen Funktionen zur Verfügung, die wir im Folgenden vorstellen.

Smart Home: Intelligenter Wohnen

Smart Home umschreibt eigentlich eine recht simple Evolution: Steckdosen, Leuchten und andere Stromverbraucher sollen nicht mehr nur dumme Geräte sein, sondern sich intelligent ins Datennetz integrieren, um Daten an eine zentrale Steuerzentrale zurückliefern. Bis diese Funktionen flächendeckend verfügbar sind, wird es noch dauern, interessierte Nutzer können aber einzelne Komponenten bereits mit der FritzBox steuern. In der aktuellen Laborfirmware lassen sich beispielsweise Powerline-Komponenten wie die FRITZ!Powerline 546E ansteuern, um die angeschlossenen Stromverbraucher an- oder abschalten.

Mit der neuen Labor-Firmware schalten Sie über den Powerline-Adapter 546E angeschlossene Verbraucher ein oder aus
Vergrößern Mit der neuen Labor-Firmware schalten Sie über den Powerline-Adapter 546E angeschlossene Verbraucher ein oder aus
© AVM

Noch vielfältiger sind die Optionen, wenn im Haus eine oder mehrere FritzDect 200 Steckdosen im Einsatz sind. Mit der Laborfirmware lassen sich etwa die LEDs zentral abschalten oder mit mehreren FritzBox Routern verbinden.

Mediaserver mit Telekom-Unterstützung

Router werden, ähnlich wie PCs oder Smartphones, mit jeder neuen Generation leistungsfähiger. Sie erhalten schnellere CPUs und mehr Arbeitsspeicher, so dass sie neben den normalen Routing-Aufgaben auch als Media-Server im Netzwerk arbeiten können. AVM erweitert die Media-Funktionen der FritzBox mit der neuen Firmware enorm: Künftig können nicht mehr nur lokal abgelegte Multimedia-Daten im Netzwerk gestreamt werden, auch Podcasts und der Stream eines Internetradios lassen sich künftig mit dem Router zentral im Netzwerk verteilen. Notwendig ist dazu ein UPnP-fähiges Endgerät, etwa eine Konsole oder ein Smartphone mit der FritzApp Media.

Noch mehr Smarthome: Die Labor-Firmware unterstützt auch die Adapter FritzDect 200
Vergrößern Noch mehr Smarthome: Die Labor-Firmware unterstützt auch die Adapter FritzDect 200
© AVM

Telekom-Kunden können mit der FritzBox und der neuen Firmware auch auf ihr Telekom-Mediencenter zugreifen, vorausgesetzt, der Dienst wurde zu Beginn initialisiert. Ebenfalls praktisch ist, dass der Datenindex der auf der FritzBox vorgehaltenen Dateien über UPnP Endgeräte (und nicht mehr nur über das Webinterface) aktualisiert werden kann.

SIP Trunking

SIP-basierte IP-Telefonie wird immer populärer. Einer der Vorteile ist, dass sich hinter die jeweilige SIP-Nummer unbegrenzt interne Rufnummer schalten lassen – zumindest wenn die aktuelle Labor-Firmware mit SIP-Trunking auf dem Router läuft. Damit ist es relativ einfach, verschiedenen Telefonen einzelne Rufnummern zuzuweisen und diese von außen anzurufen.

SIP Trunking wird über den Bereich „Telefonie – Eigene Rufnummer“ eingerichtet. Mit dabei ist auch die Unterstützung für IPv6. Wer über einen entsprechenden Anbieter verfügt, kann sogar eine reine IPv6-Nutzung für die SIP-Telefonie erzwingen.

VPN fürs Smartphone

Nicht erst seit den Datenskandalen rund um das NSA PRISM-Programm interessieren sich immer mehr Heimnutzer für verschlüsselte Verbindungen übers Internet. VPNs haben sich längst bewehrt, sie einzurichten ist allerdings kompliziert. Die neue Laborfirmware erweitert die FritzBox um einen einfach zu nutzenden VPN-Client, eingerichtet wird er über „System – FritzBox-Kennwort – Benutzer-Konto“.

Besonders praktisch ist, dass der VPN-Client auch direkt mit mobilen Systemen zusammenarbeiten kann. Bislang war dazu ein Windows-Tool notwendig, das nun wegfällt. Stattdessen können sich aktuelle iOS-Geräte und Android-Smartphones ab Version 4.x direkt mit dem VPN verbinden.

Neue Profi-Funktion: Die Labor-Firmware erweitert die Fritzbox 7390 um LISP (Location Identifier Separation Protocol)
Vergrößern Neue Profi-Funktion: Die Labor-Firmware erweitert die Fritzbox 7390 um LISP (Location Identifier Separation Protocol)

Unterstützung für LISP

Die LISP-Funktion wird zu Beginn vor allem IT-Profis interessieren. Mit ihrer Hilfe lassen sich erweiterte Routing-Funktionen einrichten, beispielsweise lassen sich IPv4-Pakete über IPv6-Leitungen leiten – oder umgekehrt. Firmen können damit alternativ auch mehrere IP-Adressräume zusammenlegen und gemeinsam nutzen. LISP setzt allerdings voraus, dass die Funktion auch vom jeweiligen Internetanbieter unterstützt wird.

Laborfirmware für die Fritzbox 7390: Fazit

Das Schöne an der Laborfirmware für die FritzBox ist, dass man als normaler Nutzer nun Funktionen erhält, die normalerweise nur bei deutlich teureren Profi-Geräten zur Verfügung stehen. Zwar müssen Sie sich bei vielen Funktionen, etwa LISP, tief in die Routing-Funktionen eingraben. Aber andere, etwa die Neuerungen bei Multimedia oder die neue VPN-Funktion, machen die Nutzung dieser Dienste deutlich einfacher.

Allerdings dürfen Sie als Nutzer nicht vergessen, dass die Laborfirmware kein fertiges Update ist. Wie bei jeder Vorabversion kann es also zu Problemen beim Einsatz kommen. Entsprechend sollten Sie sich also absichern, Backups anlegen – und idealerweise einen fertig konfigurierten Ersatzrouter in der Hinterhand haben, falls doch etwas schief geht.

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