LTE - der UMTS-Nachfolger

LTE durchbricht Schallmauer von 100 Mbit/s - Bandbreiten-Tabelle

Mittwoch den 01.09.2010 um 12:05 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl, Daniel Behrens

Der neue Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) verspricht zumindest theoretisch Datenraten von bis zu 300 MBit/s im Downstream und 75 MBit/s im Upstream. In der ersten Ausbauphase sollen Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s möglich sein. In Deutschland gibt es noch keine LTE-Funkzellen, wohl aber in Stockholm und Oslo, wo LTE im Dezember 2009 in Betrieb gegangen ist. Mit einer Downstream-Datenrate von 100 MBit/s und eine Upstream-Datenrate von 50 MBit/s. Dagegen sieht sogar VDSL mit einer maximalen Bandbreite von 50 MBit/s im Downstream alt aus.

LTE verspricht nicht nur eine deutlich größere Bandbreite, sondern auch eine Signallaufzeit (Latenzzeit), die bei unter 5 Millisekunden liegt und somit geringer ist als bei UMTS (Festnetz: rund 30 ms, bei UMTS/HSPA: etwa 70ms). Das freut Smartphone-Besitzer, die mobil spielen wollen und wirkt sich auch bei VoIP positiv aus - nahezu verzögerungsfreies Telefonieren wird so möglich.

Für LTE müssen die Basisstationen umgerüstet
werden
Vergrößern Für LTE müssen die Basisstationen umgerüstet werden
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Damit LTE zum Kunden kommen kann, müssen die Netzbereiter in ihre Hardware-Infrastruktur investieren und neue Software aufspielen. Immerhin haben sie einen Vorteil: Überall, wo schon ein Mobilfunksendemasten steht, kann man relativ leicht auf LTE nachrüsten, ohne komplett neu bauen zu müssen. Trotzdem müssen T-Mobile, Vodafone und Co in ihre Sendemasten und Basisstationen ordentlich investieren.

Anders als bei UMTS, wo es nach der Versteigerung viele Jahre dauerte, bis tatsächlich nutzbare Angebote vorlagen, sind die Mobilfunk-Provider diesmal besser vorbereitet. Etliche Tests mit LTE laufen bereits, die Netzbetreiber geben an, Anfang 2011 mit den ersten kommerziellen Angeboten starten zu wollen. Vodafone hat dafür bereits eine LTE-Info-Website online gestellt.

Mittwoch den 01.09.2010 um 12:05 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl, Daniel Behrens

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