15.10.2012, 13:31

Daniel Behrens

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LTE auf dem Land – Geschwindigkeit, Einschränkungen und Tarife

Geschwindigkeit und Einschränkungen
Ein LTE-Funkturm im 800-MHz-Band bietet derzeit klassischerweise eine Gesamtbandbreite von 75 MBit/s. Die müssen sich alle Nutzer im Einzugsgebiet eines Senders – der maximale Radius beträgt zehn Kilometer – teilen. Das können nur ein Dutzend, aber auch leicht ein paar Hundert Anwender sein. Davon abhängig kann es insbesondere in den Abendstunden, wenn viele gleichzeitig online sind und Downloads tätigen oder Videos streamen, zu Engpässen kommen. Damit es niemand übertreibt und die anderen ausbremst, behalten sich die Provider in den Vertragsbedingungen Drosselungen ab einem bestimmen Volumenverbrauch vor. Die Telekom setzt diese „Erziehungsmaßnahme“ bereits ein und begrenzt ab 10 GB Datenverkehr die Download-Geschwindigkeit für den Rest des Monats von 7200 KBit/s auf 384 KBit/s und die Upload-Geschwindigkeit von 1400 KBit/s auf 64 KBit/s.
Die Drosselung ist übrigens nicht die einzige Einschränkung, die LTE-Verbindungen gegenüber kabelgebundenen Anschlüssen haben. Auch auf IP-TV-Angebote wie Entertain beziehungsweise Vodafone TV muss man aus technischen Gründen verzichten. Zudem ist die Auswahl an Endgeräten, also LTE-Modems und LTE-Routern, noch sehr beschränkt, außerdem sind sie recht teuer. Und für Personen, die in LTE ein Strahlungsrisiko sehen, ist die Technik natürlich nichts. Andererseits gibt es aber auch Mythen, die wir an dieser Stelle aufklären möchten: Zum einen ist LTE durchaus Online-Gaming-tauglich. Denn LTE hat ähnlich kurze Signallaufzeiten („Ping-Zeiten“) wie DSL mit Fastpath, nämlich nur rund 10 bis 20 Millisekunden. Zum anderen erhalten Sie auch bei LTE eine aus dem Internet erreichbare, dynamische IP-Adresse. Sie können also auf Wunsch mit Hilfe entsprechender Dienste und Programme auf Ihr Heimnetz zugreifen. Ein weiterer, oft geäußerter Mythos ist, dass sich die Gesamtbandbreite von 75 MBit/s pro Funkturm nicht weiter steigern lässt. Die Provider haben aber durchaus diverse technische Möglichkeiten, dieses Tempo zu vervielfachen.
Die Tarife
Die Preise und Leistungen der drei deutschen LTE-Anbieter unterscheiden sich zum Teil erheblich. In der Tabelle unseres Artikels "Die günstigste LTE-Flatrate für zuhause" erhalten Sie einen Überblick. Was auf den ersten Blick auffällt: Die Tarife sind teurer als vergleichbare kabelgebundene Breitbandanschlüsse. Auch die Preise für Hardware – LTE-Modem und Router – sind wegen der geringeren Verbreitung meistens teurer: Bei Vodafone zahlen Sie für die Hardware neben einem einmaligen Preis von einem Euro („LTE Zuhause Telefon & Internet“) oder 49,90 Euro („LTE Zuhause Internet“) monatlich weitere 2,50 Euro. Bei der Telekom erhalten Sie je nachdem, ob Ihr Wohnort mit UMTS/HSPA oder LTE versorgt ist, entweder den Router Speedport HSPA für monatlich 4,95 Euro oder den Speedport LTE für 6,95 Euro pro Monat. Nach zwei Jahren sinkt der Mietpreis um 20 Prozent, nach vier Jahren um 50 Prozent.
In der Disziplin „Hardware“ stechen 1&1 und O2 positiv heraus: Bei O2 zahlen Sie für den LTE-Router einmalig 49,90 Euro, ohne dass weitere monatlichen Kosten dafür anfallen. Bei 1&1 erhalten Sie eine AVM Fritzbox 6840 LTE komplett kostenlos. 1&1 nutzt für seine LTE-Tarife das Netz von Vodafone. Auf der Website von 1&1 finden sich die Tarife allerdings nicht. Während der Einführungsphase sind sie nur telefonisch über die Hotline 02602/969708 buchbar. Ebenfalls auffällig beim Betrachten der Tariftabelle: O2 und Telekom bieten jeweils nur einen Tarif an – und zwar mit einer Geschwindigkeit von 7,2 MBit/s. Bei der Telekom ist im Preis ein konventioneller Telefonanschluss mit Flatrate ins deutsche Festnetz enthalten. Auch wenn Sie ihn gar nicht benötigen, müssen Sie ihn indirekt mitbezahlen.
Mit LTE von O2 können Sie derzeit nicht konventionell telefonieren, sondern nur per VoIP (Voice over IP) über Drittanbieter, zum Beispiel Skype und Sipgate. Das Gleiche gilt für die Tarife von 1&1 – wobei Sie hier auf Wunsch eine Handykarte mit Festnetz-Flatrate ohne Grundgebühr dazu erhalten.
Bei Vodafone wird Individualität groß geschrieben. Dort haben Sie die Wahl zwischen vier Geschwindigkeitsstufen in jeweils zwei Varianten (mit und ohne Festnetz-Flatrate). Bei den Tarifen mit 21,6 MBit/s und 50 MBit/s sollten Sie allerdings berücksichtigen, dass Sie diese Geschwindigkeiten nur unter Idealbedingungen und nur bei geringer Auslastung der Funkzelle erreichen. Zur Erinnerung: Alle Nutzer einer 800-MHz-Funkzelle teilen sich die Gesamtbandbreite von 75 MBit/s. Trotzdem kann es für den einen oder anderen sinnvoll sein, die Tarife mit den hohen Bandbreiten zu buchen. Denn sie enthalten auch ein höheres ungedrosseltes Übertragungsvolumen (siehe Zeile „Drosselung ab“ in der Tabelle des Artikels "Die günstigste LTE-Flatrate für zuhause").
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