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LG G Watch R mit Android Wear im Praxistest

12.01.2015 | 11:09 Uhr |

Nach Motorola bringt auch LG mit der G Watch R seine erste runde Smartwatch mit Android Wear auf den Markt. Wir testen, ob die Uhr wirklich alltagstauglich ist.

Die G Watch R ist tatsächlich eine Smartwatch – auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Mit ihrem sportlichen und vor allem runden Design und dem Tauchring sieht die G Watch R wie eine handelsübliche Uhr aus. Erst wer genau hinsieht, erkennt die Unterschiede!

Das Design der LG G Watch R

Wie Motorola mit der Moto 360 geht LG den richtigen Weg und baut eine Smartwatch im klassischen Uhrendesign. Das Display, auf das wir später noch zu sprechen kommen, ist in ein Edelstahlgehäuse eingelassen, das hochwertig und stabil verarbeitet ist. Allerdings wirkt die G Watch R weniger edel als die Moto 360, denn sie ist dicker und klobiger; jedoch – das bleibt Geschmackssache. Unser Tester beispielsweise trägt klassische Uhren der gleichen Größe. An den meist schmalen Damen- Handgelenken wirkt sie tatsächlich groß.

Auf der Unterseite des Gehäuses sind mittig der Pulsmesser, links daneben die Pins für die Verbindung zur Ladeschale, an die das Micro-USB-Kabel gesteckt wird. Magnete halten sie an der Uhr.

Am rechten Gehäuserand befindet sich ein physischer Button, über den Sie das Display ein- und ausschalten sowie Einstellungen vornehmen können. Eine kleine Besonderheit der Smartwatch ist das austauschbare Kalbslederarmband mit einer Standardbreite von 22 Millimetern. Das ab Werk angebrachte Armband macht jedoch einen etwas billigen Eindruck.

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Rundes P-Oled-Display

Trotz des recht großen Gehäuses ist der Bildschirm vergleichsweise klein – 1,3 Zoll (3,3 Zentimeter) im Durchmesser. Dafür ist die Auflösung mit 320 x 320 Pixeln hoch, wodurch sich ein scharfes Bild ergibt. Dank der P-Oled-Technik ist der Screen auch aus einem Blickwinkel von nahezu 90 Grad noch ablesbar. Weiterer Vorteil: Oled-Screens arbeiten mit selbstleuchtenden Dioden. In der Sparansicht, die sich nach wenigen Sekunden Inaktivität einstellt, ist das Display größtenteils schwarz – es wird also kein Licht für Inhalte benötigt. Somit verbraucht die Smartwatch kaum Strom, obwohl sie Uhrzeit und neueste Nachrichten anzeigt, sofern sie mit dem Handy verbunden ist! Drücken Sie lange auf den physischen Button, gelangen Sie zu den Einstellungen. Dort passen Sie die Helligkeit in sechs Stufen an, wobei die niedrigeren Stufen im Alltag völlig ausreichend sind.

Aktivieren Sie den Punkt „Display immer eingeschaltet“, bleibt der Screen dauerhaft aktiv. Er schaltet lediglich in eine abgedimmte und grafisch reduzierte Ansicht des Zifferblatts, um Strom zu sparen. Deaktivieren Sie den „Always-on-Modus“, bleibt der Bildschirm so lange schwarz, bis sie ihn wieder benutzen.

Zum Ein- und Ausschalten können Sie den seitlich angebrachten Knopf betätigen. Oder Sie tippen den Screen an, um ihn einzuschalten und halten die Hand kurz über ihn, um die Sparansicht zu aktivieren. Wenn Sie Ihren Arm, um den die Uhr geschnallt ist, anheben, wird sie ebenfalls eingeschaltet.

So legen Sie, um den Akku zu laden, die G Watch R in die magnetische Ladeschale, die an die Steckdose angeschlossen ist.
Vergrößern So legen Sie, um den Akku zu laden, die G Watch R in die magnetische Ladeschale, die an die Steckdose angeschlossen ist.

Android Wear im Alltag

Sie können die G Watch R nur mit einem über Bluetooth verbundenen Android- Smartphone einrichten, andernfalls ist die Uhr nicht nutzbar. Zusätzlich benötigen Sie die App „Android Wear“ aus dem Play Store. Starten Sie diese auf dem Smartphone, schalten Sie Bluetooth ein und koppeln Sie beide Geräte – die Uhr ist nun aktiv. Anschließend können Sie Einstellungen in der App vornehmen. Scrollen Sie beispielsweise auf der App-Startseite nach unten, können Sie über den Punkt „Vorgeschlagene Apps ansehen“ im Play Store nach Anwendungen suchen, die Sie zwar auf dem Smartphone selbst installieren, aber über den Sprachbefehl „Okay Google“ auf der G Watch R ausführen – etwa „Google Notizen“ oder weitere speziell für Android Wear entwickelte Programme und Spiele. Außerdem können Sie in der Android-Wear-App einstellen, von welchen Apps keine Benachrichtigungen angezeigt werden sollen.

Das „Gesicht“ der Uhr: Tippen Sie lange auf die Startansicht der Uhr, so können Sie das Zifferblatt austauschen. Sie haben die Wahl unter insgesamt 24 Watchfaces. Wischen Sie auf dem Bildschirm leicht nach unten, sehen Sie das Datum sowie den Akkuladestand. Wischen Sie ganz nach unten, stellen Sie die Vibration aus oder an, die Sie auf Nachrichten hinweist.

Google Now: Im unteren Bereich der Uhr werden Ihnen Benachrichtigungen angedeutet, die Sie durch einen Wisch nach unten ausblenden. Tippen Sie diese dagegen an, erhalten Sie mehr Infos. So lesen Sie etwa eine ganze E-Mail. Wischen Sie nach links, können Sie auf diese per Sprachsteuerung antworten. Genauso handhaben Sie es auch mit Nachrichten anderer Anwendungen wie Whatsapp.

Wischen Sie nach oben, scrollen Sie die Google-Now-Karten durch, wie Sie es von Ihrem Androiden gewohnt sind. Dazu bekommen Sie passende Informationen zu Ihren Aktien oder dem derzeitigen Wetter angezeigt. Wischen Sie nach links, erhalten Sie entsprechend weitere Infos.

Okay Google: Sagen Sie den Weckbefehl „Okay Google“, starten Sie die Sprachsteuerung – solange eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone besteht. Nun können Sie den Wecker stellen, mehr über das Wetter erfahren oder eine SMS verschicken. Die Sprachsteuerung erkennt gesprochene Worte sehr zuverlässig und zeigt schnell passende Ergebnisse an.

Auch können Sie eine Google-Maps-Navigation starten. Die App wird dabei auf dem Smartphone ausgeführt, zusätzlich aber auf der G Watch angezeigt – das Handy bleibt also in der Hosentasche.

Insgesamt sind die Funktionen umfangreich und ermöglichen sozusagen die Benutzung der Smartphone-Features, ohne dieses aus der Tasche zu nehmen.

Erst mit der Android- Wear-App für Ihr Smartphone nehmen Sie die G Watch R in Betrieb und können Sie diese von dort aus gleich einrichten.
Vergrößern Erst mit der Android- Wear-App für Ihr Smartphone nehmen Sie die G Watch R in Betrieb und können Sie diese von dort aus gleich einrichten.

Fast tägliches Aufladen nötig

Der in der LG G Watch R verbaute Akku besitzt eine Kapazität von 410 mAh. Bei durchschnittlicher Nutzung kommen Sie mit einer Akkuladung gut über den Tag – in unserem Test hatten wir am Abend noch rund 20 Prozent übrig. Dabei haben wir uns navigieren lassen, Nachrichten über den Tag verteilt per Sprachsteuerung beantwortet und regelmäßig unsere Google-Now-Karten durchgeblättert.

Nutzen Sie die G Watch R besonders intensiv, benötigt sie bereits nach wenigen Stunden neuen Saft. Trotzdem sind wir mit der Laufzeit zufrieden, denn andere intelligente Uhren geben oft schon früher den Geist auf und zeigen nicht dauerhaft die Uhrzeit sowie aktuelle Benachrichtigungen an, wie es die G Watch R tut.

Das Fazit über die LG G Watch R

Die LG G Watch R gehört zu den besten Smartwatches auf dem Markt. Die im sportlichen Stil gebaute Uhr ist schick, aber nicht so schmal und elegant wie die Motorola Moto G . Im Übrigen bietet sie mithilfe von Android Wear viele Funktionen, dank derer Sie das Smartphone getrost in der Tasche stecken lassen können und trotzdem über alle Neuigkeiten informiert werden. Das können natürlich auch andere Android-Wear-Uhren!

Vor allem das scharfe und komplett runde Oled-Display, das stets aktiv ist, und der gute Akku machen die G Watch R zu einem besonderen Gerät – genau das sind die Kaufgründe für die Smartwatch, die wie eine klassische Uhr aussieht.

Dieser Artikel stammt aus der AndroidWelt 1/2015

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