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LAN, WLAN, Powerline: So wird das Heimnetz schnell

31.07.2014 | 09:15 Uhr |

Mehr Tempo, mehr Reichweite: Das kann jedes Heimnetz gut vertragen. Wir zeigen an zwei Beispielen, wo welche Netzwerk-Technik die größten Vorteile bringt.

Wenn Sie Ihr WLAN vermessen haben - zum Beispiel mit dem Tool Heatmapper - wissen Sie genau, wo es dem Funknetzwerk an Tempo und Reichweite fehlt. Mit den unterschiedlichen Netzwerktechniken lassen sich diese Probleme lösen. Netzwerkkabel scheiden aber meist von vorneherein aus, weil das nachträgliche Verlegen zu aufwändig ist. Doch mit WLAN-Repeater und Powerline-Adaptern können Sie dem Heimnetz auf die Sprünge zu helfen. Bereits den WLAN-Router an einer anderen Stelle zu positionieren, kann Vorteile bringen. Wir zeigen für zwei grundlegende Beispiele, welche WLAN-Infrastruktur am besten passt und wie sich Geräte wie WLAN-Router, Repeater, Powerline, Kabel-Netzwerk am besten ergänzen.

Beispiel 1: Haus mit Terrasse

Beispiel 1 Haus mit Terrasse: So erhöhen Sie die Reichweite in einem großen Heimnetz
Vergrößern Beispiel 1 Haus mit Terrasse: So erhöhen Sie die Reichweite in einem großen Heimnetz

Ein mehrstöckiges Haus mit Garten oder Terrasse stellt die WLAN-Reichweite auf die Probe. Je nach Entfernung und Bausubstanz erreicht der WLAN-Router im oberen Stockwerk nicht mehr alle Zimmer in den unteren Etagen – wie in unserem Szenario. Besser wäre es, den Router in der Mitte des oberen Stockwerkes zu platzieren, beispielsweise im Schlafzimmer. Dann würde seine Reichweite das ganze Haus abdecken. Durch die Eckposition im Büro verschwendet er einen Teil seiner Sendeleistung nach draußen – und stört das WLAN des Nachbarn ((1)).

Der Router steht im Arbeitszimmer. Deshalb schließen Sie sinnvollerweise den Büro-PC oder das Notebook per LAN-Kabel an – das garantiert eine hohe und störungsfreie Datenrate für den wichtigsten Rechner im Haus. Und außerdem bleibt auf diese Weise mehr WLAN-Bandbreite für andere Geräte im Haus.

Mix aus Powerline und WLAN: Powerline-Adapter Devolo dLAN 500 mit WLAN-Access-Point
Vergrößern Mix aus Powerline und WLAN: Powerline-Adapter Devolo dLAN 500 mit WLAN-Access-Point
© Devolo

Problematisch wird die Reichweite im Kinderzimmer ((2)): Wenn der Bewohner im internetfähigen Alter ist, dürfte ihm das WLAN-Tempo nicht mehr ausreichen – gerade, wenn in diesem Zimmer beispielsweise neben einem PC noch ein Smartphone oder eine Konsole Zugriff aufs Internet beanspruchen. Als Lösung bietet sich Powerline an: Ein Adapter im Büro, der per LAN mit dem Router verbunden ist nimmt Kontakt auf zu einem Adapter im Kinderzimmer. Diesen Adapter verbinden Sie dort über einen LAN-Switch per Kabel mit den stationären Geräten. Greifen Sie zu Adaptern mit mindestens 500 Mbit/s theoretischer Datenrate: Darüber sollten abhängig vom Zustand der Stromleitung noch mindestens 100 bis 150 Mbit/s im übernächsten Zimmer ankommen – ausreichend selbst für große Internet-Downloads. Müssen im Kinderzimmer zusätzlich mehrere kabellose Geräte per WLAN versorgt werden, ist ein Powerline-Adapter mit WLAN-Access-Point wie der Devolo 500 Wifi die Lösung.

Das Wohnzimmer im Bereich direkt unter dem Router ist gut ausgeleuchtet ((3)). Die Sendeleistung können Sie noch verstärken, indem Sie die Antennen parallel zum Boden ausrichten: Denn in den Routern stecken Rundstrahl-Antennen, die die Funkwellen im 90-Grad-Winkel aussenden. Für den hinteren Bereich des Wohnzimmers genügt die Reichweite des WLAN-Router nicht mehr. Installieren Sie deshalb einen WLAN-Repeater im vorderen Bereich des Wohnzimmers, wo das WLAN-Signal noch stark ist ((4)): Der Repeater leuchtet dann das ganze Wohnzimmer besser aus.

Fritz WLAN Repeater N/G: Für 11n-Netze geeignet - und auch für die Audioausgabe
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© AVM

In der Küche können Sie beispielsweise ein WLAN-Internetradio einrichten – dafür sollte die WLAN-Bandbreite noch groß genug sein ((5)). Als Alternative kommt auch der Fritz WLAN Repeater N/G in Frage: Er hat einen Audioausgang, an den sich ein Küchenradio anschließen lässt. Allerdings ist ein Repeater in der Küche ungünstig platziert, weil ihn der WLAN-Router kaum noch erreicht, er daher das WLAN dort kaum erweitern kann.

Mobiler Router: TP-Link M5350
Vergrößern Mobiler Router: TP-Link M5350
© TP-Link

Die Terrasse liegt fast im roten Bereich, hier stören schon Nachbar-WLANs die Reichweite des eigenen Routers ((6)). Wollen Sie dort lieber grillen als surfen, dürfte die Reichweite des unter ((4)) installierten Repeaters im Wohnzimmer ausreichen. Wollen Sie den Außenbereich dagegen zum Sommerbüro ausbauen, kommt auch die Anschaffung eines Mobil-Routers in Frage: Ein Gerät wie der TP-Link M5350 kommt per DSIM-Karte ins Mobilfunknetz und verteilt diesen Online-Zugang per WLAN – so sind Notebook, Tablet und Smartphone auch auf der Sonnenterrasse ausreichend breitbandig angebunden.

Beispiel 2: Wohnung mit Multimedia-Heimnetz

Beispiel 2 Wohnung: Überall gute Reichweite, aber nicht immer ausreichendes WLAN-Tempo - das lässt sich durch zusätzliche Netzwerkgeräte verbessern
Vergrößern Beispiel 2 Wohnung: Überall gute Reichweite, aber nicht immer ausreichendes WLAN-Tempo - das lässt sich durch zusätzliche Netzwerkgeräte verbessern

Auf den ersten Blick ist der WLAN-Router in dieser Wohnung ideal positioniert. Relativ zentral leuchtet er alle Zimmer gut aus. Das genügt für ein normales Heimnetz, in dem Sie PC, Notebook und ein oder zwei Mobilgeräte versorgen müssen. Für ein Multimedia-Heimnetz mit NAS, Internet-TV und Spiele-PC reicht die WLAN-Bandbreite nicht aus.

Steht in den Kinderzimmern nämlich ein Spiele-PC, dürfte dem Nachwuchs schon aufgrund mäßiger Ping-Raten das WLAN nicht für schnelle Online-Spiele ausreichen. Hier muss dann das Netzwerk-Kabel ran, am besten in Form von Flachbandkabeln ((1)). Die können Sie unauffällig über Wand- und Türleisten bis zum Switch im Router führen. Im Schlafzimmer kommt noch genug WLAN-Bandreite an, die ausreicht fürs Surfen im Bett per Tablet oder Smartphone ((2)). Eine NAS im Heimnetz stellen Sie am besten neben den Router. Dort ist sie per LAN-Kabel mit den Kinderzimmern verbunden.

Das wäre auch für andere Geräte ideal, die Inhalte der NAS abrufen sollen: Solange Sie keine vorbereiteten Kabelschächte in den Wänden haben, wäre eine Verkabelung der ganzen Wohnung aber zu aufwändig. Bequemer funktioniert es per Powerline: Über einen Adapter in der Nähe des Fernsehers, lässt sich der TV per LAN-Kabel als Streaming-Client für das NAS einsetzen und über den Router zum Smart-TV machen ((3)). Setzen Sie hier auf 500/600-Mbit/-Adapter. An anderen Stellen der Wohnung – etwa im Schlafzimmer, der Küche oder dem Esszimmer, genügen 200-Mbit/s-Adapter der Vorgängergeneration.

Devolo dLAN 650+: Schnelle Powerline-Adapter, um das Heimnetz per Stromleitung zu erweitern
Vergrößern Devolo dLAN 650+: Schnelle Powerline-Adapter, um das Heimnetz per Stromleitung zu erweitern
© Devolo

Diese Adapter sind zueinander kompatibel: Allerdings nutzen sie die Stromleitung als gemeinsames Übertragungsmedium – ist also Full-HD-Streaming auf dem TV angesagt, müssen Sie sich an den anderen Adaptern auf eine deutlich reduzierte Datenrate einstellen. Einer der Powerline-Adapter spannt dabei idealerweise ein eigenes WLAN auf: Der dLAN 500 AV Wireless+ etwa bringt drei LAN-Anschlüsse mit, an die Sie TV, Hifi-Anlage und Konsole per Kabel anschließen. Sein WLAN leuchtet das Wohnzimmer, das Esszimmer und den Balkon aus und genügt fürs Surfen per Tablet und Smartphone ((4)).

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