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Zehn Linux-Distributionen im Vergleich

26.12.2011 | 07:04 Uhr |

Linux-Distributionen gibt es in Hülle und Fülle. Damit Sie die für Sie passende Linux-Variante finden, stellen wir Ihnen zehn empfehlenswerte Linux-Distributionen vor.

Dieser Artikel unserer Schwesterpublikation Computerwoche präsentiert Ihnen zehn der besten und beliebtesten Linux-Desktop-Varianten und verrät Ihnen deren jeweilige Vor- und Nachteile.

Ubuntu Linux – der noch junge Klassiker

Ubuntu ist noch nicht annähernd so alt, wie sein jetzt schon erreichter Kultstatus vermuten lassen könnte. Der 20. Oktober 2004 gilt als die Geburtsstunde dieser beliebten Linux-Distribution, die auf dem Code von Debian aufgebaut ist. An diesem Tag wurde die erste Version von Ubuntu veröffentlicht, das sich seitdem zu einer der populärsten Distributionen entwickeln konnte. Mark Shuttleworth ist nicht nur der Erfinder von Ubuntu, seine Visionen und persönlichen Philosophien haben auch einen großen Teil zum Erfolg Ubuntus beigetragen. Er und seine Entwickler haben es sich damals zum Ziel gesetzt, ein Betriebssystem zu entwickeln, das frei ist und seinen Benutzern eine möglichst einfache Bedienung ermöglicht. Diese Ziele dauerhaft umsetzen zu können, trägt seit jeher einen wichtigen Teil zum Erfolg von Ubuntu bei.
 
beitrag_id link stoerer 151218 Hier finden Sie eine Bildergalerie zu den Ubuntu-Varianten _blank

Doch nicht nur private Nutzer haben Ubuntu für sich entdeckt, auch im geschäftlichen Umfeld erfreut es sich wachsender Beliebtheit. Ein wichtiger Faktor bei dieser Erfolgsgeschichte sind sicherlich auch die LTS-Varianten, die einen längeren Support versprechen. Sie werden alle zwei Jahre im April veröffentlicht, und zwar immer dann, wenn die Jahreszahl gerade ist. Die Updates, die für die nötige Sicherheit sorgen, werden für diese Varianten drei Jahre lang bereitgestellt und nicht nur die sonst üblichen anderthalb Jahre. Die LTS-Variante befindet sich momentan bei Version 10.04, die den Namen Lucid Lynx trägt. Die neueste Version von Ubuntu befindet sich dagegen bei 11.10 und trägt den Namen Maverick Meerkat. Ubuntu bietet außerdem kommerziellen Support an.

Die aktuelle Ubuntu-Version bietet seinem Benutzer einige Vorteile. So kann er beispielsweise proprietäre Software von anderen Anbietern schon beim Installieren einspielen. Eine Verbindung zum Internet ist alles, was dafür benötigt wird. Wird dieses Angebot angenommen, lassen sich verschiedene Medien wie Flash oder MP3 abspielen. Eine Unterstützung für mehr WLAN-Komponenten gehört ebenso zu den Vorteilen, die diese Option mit sich bringt.

Ubuntus Beliebtheit selbst ist auch einer seiner Vorteile. Durch die vielen Benutzer hat sich mittlerweile eine Gemeinschaft gefunden, die sich über die gesamte Erde erstreckt. Wer nach Hilfe oder auch einfach nur den Austausch mit Gleichgesinnten sucht, findet diesen so gut wie jeder Sprache in Foren, die Diskussionen und Gespräche unter den Nutzern ermöglichen. Außerdem stellt Ubuntu auch sogenannte Off-Spins zur Verfügung, die dem Nutzer erlauben, seine Vorlieben auszuleben. So arbeitet beispielsweise Kubuntu mit KDE statt GNOME als Desktop-Manager und wer lieber mit Xfce arbeitet, kann Xubuntu nutzen. Weitere Off-Spins sind Edubuntu und Mythbuntu, wobei es sich bei Letzterem um ein PVR-System handelt – Linux wird damit zum Videorekorder und Fernseher. Auch wer ein Netbook besitzt, findet spezielle Editionen, die eine auf das Netbook angepasste Oberfläche haben.

Linux

Aber natürlich gibt es auf dieser Welt nichts, das alle gleichermaßen begeistert und so gibt es auch zu Ubuntu die eine oder andere Kontroverse, die in der Open-Source-Szene heiß diskutiert wird. Die Entscheidung, Ubuntu nicht mehr mit der GNOME-Shell laufen zu lassen sondern mit Unity, spaltet die Lager ebenso wie proprietäre Projekte wie Ubuntu One.

Ubuntu 11.10 Oneiric Ocelot ist die aktuelle Ubuntu-Version. Sie besitzt eben Unity als Desktop und arbeitet sehr flott. Der optische Eindruck allein ist allerdings auch nicht zu verachten. Der Standard-Mail-Client ist Thunderbird aus dem Hause Mozilla sein. Er ersetzt Evolution.

Ubuntu ist dabei auch gerade für Personen geeignet, die noch keine Profis in Sachen Linux sind. Die Installation ist benutzerfreundlich und führt auch Anfänger sicher ans Ziel. Die vielen nützlichen und guten Applikationen, die mit Ubuntu bereits vorinstalliert kommen, sind zudem praktisch für alle, die vielleicht noch gar nicht so genau wissen, was sie wirklich brauchen.

Linux Mint – Ubuntu für fortgeschrittene Anfänger

Wo Ubuntu schon mit Nutzerfreundlichkeit für Anfänger punkten konnte, geht Linux Mint sogar noch einen Schritt weiter. Der Code für diese Distribution stammt hauptsächlich von Ubuntu, was Linux Mint zu einer Weiterentwicklung dieser Distribution macht. Die Macher von Linux Mint haben Ubuntu aber auch tatsächlich weiterentwickelt und einige Neuerungen integriert, die besonders für Nutzer ohne weitreichende Erfahrung in Sachen Linux noch besser geeignet sind, als es Ubuntu ohnehin schon war.

Besonders Menschen, die ihre digitale Sozialisation mit Produkten von Microsoft durchlebt haben, dürften sich bei Linux Mint besser aufgehoben fühlen. Denn die Oberfläche erinnert wesentlich mehr an Windows, als das bei Ubuntu der Fall ist, ein Umstand, der sich besonders im Menü von Linux Mint bemerkbar macht. Das Software-Center ist ebenfalls dazu geeignet, dem Anfänger helfend unter die Arme zu greifen, da alle Nutzer hier die Möglichkeit haben, Applikationen zu bewerten und sogar zu kommentieren. Das mag zwar aufgrund der Subjektivität der Bewertungen nicht immer die perfekte Empfehlung sein, aber ein erster Hinweis auf die Qualität einer Software kann doch gerade dem Anfänger dabei helfen, sich für eine gute Variante zu entscheiden.

Das Backup-Tool ist eine andere der zusätzlichen sinnvollen Erweiterungen, die Linux Mint von seinen Entwicklern mit auf den Weg bekam. Der Benutzer kann damit auch die Liste der Pakete sichern, die er einspielt. Wer also viele Programme gleichzeitig installiert, kann von diesem Tool profitieren.

Die Laufzeiten der Unterstützung hängen bei Linux Mint von Ubuntu ab, daher besitzt auch diese Distribution ihre LTS-Varianten. Die neue Variante von Mint wird dabei natürlich immer erst nach der jeweils aktuellen Version von Ubuntu veröffentlicht. Auf eine gewisse Wartezeit müssen sich Mint Nutzer also leider einstellen.

Eine weitere Gemeinsamkeit, die Linux Mint sich mit Ubuntu teilt, ist die Tatsache, dass es ebenfalls die Möglichkeit bietet, seinen eigenen Geschmack mit einfließen zu lassen. Allerdings muss der Linux Mint Nutzer etwas länger auf seine persönliche Geschmacksrichtung warten, da sie anders als bei Ubuntu erst später veröffentlicht werden. Wer also eine LXDE-, Fluxbox-, Xfce- oder KDE-Ausgabe möchte, wird sich etwas in Geduld üben müssen.

Wie Ubuntu ist auch Linux Mint durchaus für Geschäftskunden geeignet. Der Hauptunterschied ist aber der kommerzielle Support, der bei Mint schlicht nicht angeboten wird. Wer trotzdem Mint in seinen Unternehmen einsetzten möchte, muss sich eben an einen externen Fachmann wenden. Linux Mint ist aktuell bei Version 12, die den Namen Lisa trägt.

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