Smartphone-Sicherheit

Kostenlose Basissicherheit für Android

Montag, 02.07.2012 | 11:01 von Christoph Hoffmann
Die populären Hersteller von Sicherheits-Software für Windows-PCs sind auch im Android Market mit einer entsprechenden App vertreten – AVG, Avast, Bitdefender, Comodo, Dr. Web, F-Secure, G Data, Kaspersky, McAfee und Symantec. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Apps kleinerer Anbieter. Die Suche im Android Market nach Stichwörtern wie zum Beispiel „Virenscanner“ oder „Malware“ fördert mehr als 1000 Ergebnisse zutage. Wie auch auf dem Windows-Rechner sind die kostenlosen Basisversionen meist funktionsbeschränkt und sollen den Nutzern die korrespondierenden Kauf-Apps schmackhaft machen. Positiv: Wer nur gelegentlich Apps aus dem Android Market installiert, der fährt gut mit den Gratisversionen, sofern er neue Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen installiert und die jeweiligen Installationshinweise sorgfältig liest.

Mithilfe einer Firewall-Applikation legt der Anwender auf
einem gerooteten Smartphone genau fest, welche Apps Daten ins
Internet senden dürfen.
Vergrößern Mithilfe einer Firewall-Applikation legt der Anwender auf einem gerooteten Smartphone genau fest, welche Apps Daten ins Internet senden dürfen.

Zu empfehlen ist etwa die Sicherheits-App Lookout Security & Antivirus . Bereits die kostenlose Basisversion (Vollversion ab 2,49 Euro monatlich) schützt Ihr Smartphone vor Malware- und Spionage-Apps. Nachdem Sie die App installiert und gestartet haben, registrieren Sie sich mit Ihrer Mailadresse und einem Kennwort. Daraufhin scannt das Programm alle momentan auf dem Android-Handy installierten Programme und meldet dann diejenigen, die in der Lookout-Datenbank als gefährlich gekennzeichnet sind. Jedes Mal, wenn Sie zukünftig eine neue App aus dem Android Market installieren, wird sie von Lookout automatisch kontrolliert.

Im Bereich „Datenschutz“ ermittelt die Sicherheits-App des
Herstellers Avast, welche Rechte andere Android-Anwendungen für
sich reklamieren.
Vergrößern Im Bereich „Datenschutz“ ermittelt die Sicherheits-App des Herstellers Avast, welche Rechte andere Android-Anwendungen für sich reklamieren.

In der kostenlosen Sicherheits-App Avast Mobile Security gibt es eine Art Firewall für gerootete Geräte, mit der man den Datenverkehr auf dem Smartphone kontrollieren kann. Wahlweise für alle Anwendungen oder für einzelne Programme stellt man ein, ob WLAN, 3G und Roaming genutzt werden dürfen. Zusätzlich kombiniert die Avast-App weitere Funktionen zu einem Sicherheitspaket. Anti-Diebstahlfunktionen stellt das getrennt zu installierende Anti-Theft-Modul bereit. Wurde das Gerät als entwendet gemeldet und eine neue SIM-Karte eingelegt, sperrt das Programm den Bildschirm automatisch und es ertönt eine Warnsirene. Im Alltag kann der Diebstahlschutz ebenfalls praktisch sein, etwa wenn das Handy gerade unauffindbar ist. Die Sirene ertönt nämlich auch dann, wenn das Gerät zuvor lautlos gestellt wurde. Die Sicherheits-App überlebt sogar das Zurücksetzen des Smartphones auf seine Werkseinstellungen, den so genannten Factory-Reset. Mit Root-Rechten versehen kann Avast Anti-Theft auch im scheinbaren Android-Originalzustand das Telefon im Sinne des rechtmäßigen Eigentümers steuern. Überhaupt wird es einem Dieb nicht leicht gemacht, etwas vom Sicherheits-Tool mitzubekommen. Das Anti-Theft-Modul verschleiert seine Existenz durch einen frei wählbaren Namen oder taucht im App-Launcher überhaupt nicht auf. Gestartet wird es dann durch das Eintippen einer geheimen Ziffernfolge.

Erweiterte Sicherheit kostet Geld

Wer auch Apps auf dem Smartphone installiert, die er aus inoffiziellen Quellen oder von Download-Seiten im Internet geladen hat, der sollte den Kauf einer kostenpflichtigen Sicherheits-App in Erwägung ziehen: Darin enthalten sind neben dem Virenscanner auch Funktionen wie eine Rechtekontrolle von Android-Apps. Mit gutem Funktionsumfang wartet etwa Lookout Premium auf. Zu den Zusatzfunktionen der App gegenüber der Gratisausgabe zählen ein Filter für bösartige Websites zum sicheren Surfen und Schutz vor Phishing-Versuchen. Außerdem erfahren Sie, welche Apps auf persönliche Benutzerdaten zugreifen wollen.

Mithilfe einer Firewall-Applikation legt der Anwender auf
einem gerooteten Smartphone genau fest, welche Apps Daten ins
Internet senden dürfen.
Vergrößern Mithilfe einer Firewall-Applikation legt der Anwender auf einem gerooteten Smartphone genau fest, welche Apps Daten ins Internet senden dürfen.

Und so geht’s: In Lookout tippen Sie auf „App-Berater“ und dann auf „Prüfen“. Die Software untersucht die installierten Apps und zeigt anschließend an, welche Aktionen von den einzelnen Apps ausgehen. So werden etwa diejenigen Programme aufgelistet, die auf die eigene Handynummer zugreifen oder SMS-Nachrichten lesen können. Um zu verhindern, dass zwielichtige Webseiten in Android Ihnen Schädlinge unterjubeln, klinkt sich Lookout in den Android-Browser ein. Jede aufgerufene Webseite wird überprüft und mit einer Blacklist abgeglichen. Ist die entsprechende Webseite als Malware-Schleuder bekannt, wird der Seitenaufruf im Browser automatisch unterbunden. Ärgerlich: Im Vergleich mit anderen Apps wie G Data Mobile Security , Kaspersky Mobile Security und Security Pro AVG ist der Preis für Lookout Premium zu hoch.

Montag, 02.07.2012 | 11:01 von Christoph Hoffmann
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