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Warten auf Neues im Smartphone-Markt

09.07.2008 | 09:14 Uhr |

Apple hat mit dem iPhone ein Smartphone auf den Markt gebracht, das der Konkurrenz beim Design und der Benutzerführung einiges voraus hat. Lesen Sie hier, wie die anderen Hersteller darauf reagieren.

Das neue Nokia N96
Vergrößern Das neue Nokia N96
© 2014

Von Manfred Bremmer
Mit dem iPhone hat Apple die etablierten Handy-Hersteller offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt: Selbst ein Jahr nach der Vorstellung des Kultgeräts fehlt ihnen noch ein probates Gegenmittel im Programm, der Schwerpunkt liegt auf Altbewährtem. Das gilt insbesondere für den Marktführer Nokia, der erst in der zweiten Jahreshälfte Modelle auf Basis der neu entwickelten Symbian-S60-Plattform mit Touch-Interface herauszubringen plant. Nokia wolle zuvor sicherstellen, dass die mehr als 5000 für S60 entwickelten Programme auch problemlos auf den Modellen mit Touchscreen laufen, so die Erklärung von Niklas Savander, Leiter des Bereichs Services und Software. "Wir streben keine Ein-Gerät-Lösung an wie andere Hersteller", fügte Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo hinzu. Nokia wolle stets eine komplette Produktpalette anbieten, auch bei Handys mit Touchscreen.

Leichte Peripherieängste
Ob die künftigen Smartphones dem iPhone den Rang ablaufen können, wird sich zeigen. Generell kann man sagen, dass bereits ab dem Start zahlreiche Applikationen bereitstehen und Nokia neueste Technik einsetzt - einen Verzicht auf mobiles Breitband oder auf eine hoch auflösende Kamera wie beim iPhone wird es wohl kaum geben. Wie die ersten Demos von S60 Touch zeigen, dürften die Finnen in puncto Berührungsempfindlichkeit mit Apple bestenfalls gleichziehen, während sie in Sachen Usability noch etwas Nachhilfe benötigen. So fehlen etwa bekannte iPhone-Features wie das Zoomen von Bildern und Websites mit zwei Fingern. Die in Videos gezeigte virtuelle Tastatur ist außerdem so klein, dass der Nutzer zur Eingabe einen Stift benötigt. Immerhin unterstützt S60 Touch eine taktile Rückmeldung nach der Berührung bestimmter Felder - das fehlt den Apple-Handys bislang. Als originell bis nützlich sind Feinheiten zu bewerten wie die Möglichkeit, durch Umdrehen des Gerätes einen Alarm zu deaktivieren.

Während die Touch-Modelle noch etwas auf sich warten lassen, hat Nokia einen Nachfolger für das bisherige Topmodell N95 der N-Serie vorgestellt. Das "N96" wartet mit 16 GB integriertem Speicher, einem größeren 2,8-Zoll-Display, Videounterstützung sowie einem DVB-H-Modul auf. Der Multimedia-Barren "N78" wiederum tritt in die Fußstapfen des "N73". Besonderes Feature ist neben der Unterstützung des UMTS-Turbos HSDPA sowie von WLAN und GPS ein integrierter FM-Transmitter, welcher das Abspielen von gespeicherten Musiktiteln auf einem in der Nähe befindlichen (Auto-)Radio erlaubt. Beide Smartphones - von Nokia etwas großspurig als Multimedia-Computer bezeichnet - taugen wegen ihrer numerischen Tastatur und den installierten Anwendungen allerdings nur bedingt für den Business-Alltag. Besser geeignet sind die Modelle der E-Serie "E66" und "E71". Details zu beiden Geräten waren bereits Anfang des Jahres auf einer Powerpoint-Präsentation im Internet aufgetaucht, die Interna zur künftigen Smartphone -Roadmap von Vodafone preisgab.

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