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Ubuntu für Profis

11.12.2008 | 10:19 Uhr |

Ubuntu ist bereit für den Desktop und bietet nach der Installation ein vernünftiges Standard-Repertoire. Für Fortgeschrittene fängt der Spaß dann aber erst an: Das Fein-Tuning macht den Unterschied.

Ubuntu 8.04 bietet den Pulseaudio-Server standardmäßig, einige Tools müssen aber noch nachinstalliert werden.
Vergrößern Ubuntu 8.04 bietet den Pulseaudio-Server standardmäßig, einige Tools müssen aber noch nachinstalliert werden.

Tweak-Tool für Ubuntu
Linux-Gurus greifen zum Editor, um die versteckten Optionen ihres Systems anzupassen. Vorab stellen wir aber ein Tool vor, mit dem auch Einsteiger zurecht kommen: Mit Ubuntu Tweak schrauben Sie per Mausklick an der Systemkonfiguration und passen den Desktop an.
Um Ubuntu Tweak zu installieren, öffnen Sie zunächst ein Terminal-Fenster und öffnen mit dem Befehl „sudo gedit /etc/apt/sources.list“ die Liste der Paketquellen im Editor. Fügen Sie dann die beiden folgenden Zeilen am Ende der Datei ein:

deb http://ppa.launchpad.net/tualatrix/ubuntu hardy maindeb-src http://ppa.launchpad.net/tualatrix/ubuntu hardy main

Anschließend führen Sie zur Installation des Pakets folgende Kommandos aus:

sudo apt-get updatesudo apt-get install ubuntu-tweak

Nach erfolgreicher Installation starten Sie das Tool über „Anwendungen, Systemwerkzeuge, Ubuntu Tweak“. Die Funktionen des Programms sind links im Fenster übersichtlich nach unterschiedlichen Bereichen gegliedert. Im Punkt „Computer“ finden Sie allgemeine Infos zu Ihrem Computer und Ihrer Linux-Umgebung, unter „Systemstart“ können Sie unter anderem die automatisch beim Hochfahren gestarteten Programme verwalten oder nicht benötigte Tools deaktivieren. Damit beschleunigen Sie den Startvorgang. Unter „Desktop“ können Sie das Verhalten und Aussehen Ihrer Oberfläche an Ihre Wünsche anpassen. Nutzen Sie den 3D-Desktop mit Compiz, dann können Sie hier unter „Compiz“ die Ecken Ihres Bildschirms mit Funktionen belegen. Wenn Sie mit der Maus in eine der Ecken fahren, wird die gewünschte Funktion ausgeführt. Unter „Persönlich, Ordner benutzen“ geben Sie an, wo das System Downloads, Musik, Bilder und Videos speichern soll. Unter „System“ sammeln sich diverse Einstellungen für Gnome, den Dateimanager Nautilus und zur Energieverwaltung. Hier können Sie etwa im Punkt „Gnome“ die „Änderungen des Panels verbieten“ – um das aufwendig eingerichtete Panel vor Änderungen zu schützen.

Haben Sie Ubuntu auf einem Laptop installiert, können Sie im Punkt „Energieverwaltung“ die Prozessorleistung reduzieren und damit die Akku-Laufzeit Ihres Laptops erheblich verlängern. Die Einstellungen unter „Sicherheit“ wiederum sind insbesondere dann interessant, wenn Sie den Computer mit anderen gemeinsam nutzen. Dann können Sie hier beispielsweise das Speichern oder Drucken von Dateien untersagen, oder das Ausführen von Programmen über den „Anwendung ausführen“-Dialog von Gnome verhindern, den Sie mit aufrufen. Wenn Sie die gewünschten Einstellungen vorgenommen haben, beenden Sie Ubuntu-Tweak mit einem Klick auf „Beenden“. Danach sind die Einstellungen gespeichert und aktiv.

Pulseaudio richtig nutzen
Eine grundlegende Neuerung bei Ubuntu 8.04 ist Pulseaudio – ein Soundserver, der als Abstraktionsschicht zwischen Anwendungen und Soundkarte und Codecs liegt. Pulseaudio kommt als Ersatz für den bisher unter Gnome üblichen ESD (Enlightened Sound Daemon). Wir zeigen Ihnen, wie Sie Pulseaudio nutzen.

Pulseaudio eignet sich perfekt für den Desktop und beherrscht das Zusammenspiel mit den bereits vorhandenen Soundservern und Einzelanwendungen: Soundausgaben gehen nicht direkt an die Hardware, sondern über die einzelnen Bibliotheken von Pulseaudio, die für andere Anwendungen aussehen wie die echte Soundkarte. Pulseaudio schont die Nerven des Desktop-Anwenders, denn es vermeidet Konflikte zwischen unterschiedlichen Anwendungen. Außerdem erhalten Sie mehr Kontrolle über die Audioquellen: Sie können beispielsweise für jede Anwendung, die Sound ausgibt, die Lautstärke einzeln regeln. Wenn Sie mehrere eigenständige Ausgabegeräte an den PC angeschlossen haben, etwa zusätzliche USB-Kopfhörern, lässt sich mit Pulseaudio eine Soundquelle direkt an eines der Geräte leiten.

Bevor das alles mit Ubuntu 8.04 funktioniert, müssen Sie noch einige Tools nachinstallieren, die nicht automatisch bei der Installation eingerichtet werden. Pulseaudio selbst brauchen Sie indes nicht einzurichten, das ist bereits während der Soundkarten-Erkennung automatisch geschehen. Öffnen Sie ein Terminal-Fenster, und geben Sie dort den Befehl

sudo apt-get install paman paprefs pavucontrol pavumeter

ein. Das installiert in einem Rutsch alle vier Tools, die Ihnen volle Kontrolle über Audioquellen geben. Sie starten die Tools mit und der Eingabe des Programmnamens.

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