Ramsch zu Geld

Konditionen vergleichen: Wer zahlt am meisten?

Donnerstag, 23.02.2012 | 10:12 von Tobias Weidemann
Nicht alle kaufen alles
Ein direkter Vergleich zwischen den Diensten ist nicht einfach. Da gibt es Portale, die neben Büchern, Musik-CDs, Videos auf DVD oder Blu-ray, Software, PC-Konsolen und -Spielen auch Geräte wie Notebooks, Handys, Tablet-PCs und Apple-Produkte ankaufen. Andere Kaufdienste hingegen haben sich auf bestimmte Warengruppen spezialisiert – für Bücher sind das etwa Buchankauf 24 und Amazon Trade-in, für reine Technikprodukte beispielsweise Wir kaufens und Flip 4 New. Amazon Trade-in ist zudem erst gestartet und kauft zumindest in Deutschland nur eine kleinere Zahl an Bestsellern an. Die amerikanischen Kollegen von Amazon sind hier schon etwas mutiger und bieten ein deutlich umfangreicheres Spektrum an Titeln, die sie zu übernehmen bereit sind. Sie kaufen außerdem nicht nur Bücher an, sondern auch Filme, Computer- und Konsolenspiele sowie Elektronikartikel.

Der Second-Hand-Dienst Momox kauft in einem besonders
breiten Spektrum Waren an. Für ein Angebot genügt bei CDs, Filmen,
Spielen und Büchern die Artikelnummer, bei Tablet-PCs und Handys
ist die genaue Produktbezeichnung erforderlich.
Vergrößern Der Second-Hand-Dienst Momox kauft in einem besonders breiten Spektrum Waren an. Für ein Angebot genügt bei CDs, Filmen, Spielen und Büchern die Artikelnummer, bei Tablet-PCs und Handys ist die genaue Produktbezeichnung erforderlich.

Wer wofür den höchsten Preis bietet, lässt sich nicht pauschal sagen. Zwar war in den PC-WELT-Tests bei Büchern oftmals Rebuy oder Bücher.de am großzügigsten, bei Software und Computerspielen bot Momox oft das meiste. Doch gerade dieser Dienst hatte offenbar zum Zeitpunkt der Anfrage die Lager recht voll und verweigerte teilweise den Ankauf. In einem solchen Fall kann es sich lohnen, gegebenenfalls einige Tage später noch einmal die Anfrage zu versuchen.

Bei älteren Waren, die mit ihrer Artikelnummer nicht mehr in den Läden zu bekommen sind, geht der Kunde oft gänzlich leer aus. Einige Dienste, etwa Buchankauf 24, weisen außerdem darauf hin, dass man bei bestimmten Artikeln (etwa Sachbüchern oder Computerbüchern, bei denen sich von Auflage zu Auflage viel ändert) nur die aktuelle Ausgabe anzukaufen bereit ist. Der Kunde muss hier selbständig prüfen, ob es bereits eine neuere Auflage des Titels gibt – auch wenn diese dieselbe ISBN hat.


Eine weitere Stolperfalle sind Buchclub-Ausgaben von Büchern oder Filmen, außerdem Bücher, die durch einen Stempel oder Farbstrich als Remittenden gekennzeichnet sind, sowie unverkäufliche Musterexemplare, wie sie an Buchhändler versandt werden. Viele Ankaufdienste nehmen keine solchen Waren an. Lesen Sie dazu die FAQs und die allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Dienste.

Nicht für alle lieferbaren Bücher machen die Ankaufdienste
ein Angebot. Das kann mit einer zu geringen Nachfrage oder bereits
vollen Lagern zusammenhängen.
Vergrößern Nicht für alle lieferbaren Bücher machen die Ankaufdienste ein Angebot. Das kann mit einer zu geringen Nachfrage oder bereits vollen Lagern zusammenhängen.

Ärgerlich kann die Rücksendung sein, etwa wenn ein Artikel nicht den Vorgaben entspricht. Während diese beispielsweise bei Amazon Trade-in kostenlos erfolgt, müssen Sie bei den meisten anderen Diensten eine Handling- oder Portogebühr zahlen, um Ihr Eigentum wiederzubekommen.

26 Anbieter im Vergleich
Nach welchen Kriterien welche Preise gezahlt werden, ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der Ankaufdienste. Schließlich ist genau das einer der wichtigsten Faktoren in diesem Geschäft. Die meisten Dienste machen offenbar auf der Basis komplexer Algorithmen Angebote, die am kommenden Tag schon wieder anders ausfallen können – niedriger, aber auch höher. Ein Muster war hier vor allem bei den preisgünstigeren Warengruppen nicht auszumachen. Dagegen sinken bei Technikartikeln die Angebotspreise tendenziell eher, etwa wenn Nachfolgemodelle erscheinen oder große Handelsketten ein Gerät im Sonderangebot haben.

Damit verbunden ist ein weiteres Problem: Ein Verkaufswilliger mit einer Vielzahl von Produkten, etwa einer CD- oder DVD-Sammlung oder einer Bücherkiste, kann nur schwer einschätzen, wo er den besten Preis erzielen wird. Hierfür gibt es aber mit ein Portal , das einen bequemen Preisvergleich von bis zu 26 Ankaufportalen ermöglicht. Zum einen lässt sich hier eine einzelne EAN oder ISBN auf der Startseite eintragen, und die Seite fragt über ein Dutzend Portale nach den angebotenen Preisen ab. Zum anderen können angemeldete Nutzer ganze Warensammlungen vergleichen lassen.


Legen Sie dazu kostenlos ein Konto an, und definieren Sie über „MeinWZM ➞ Massenvergleich“ ein Warenpaket, indem Sie die jeweils 13-stelligen Artikelnummern in das Formular eingeben (jeweils eine Nummer pro Zeile). Bestätigen Sie die Auswahl mit „Speichern“, und klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Pfeil zum Starten des Vergleichs. Im Hintergrund werden nun alle Artikel bei sämtlichen 26 hinterlegten Portalen abgefragt, was bei rund einem Dutzend Einträgen etwa eine Minute dauert, bei größeren Warenpaketen entsprechend länger. Werzahltmehr zeigt nun in einer übersichtlichen Darstellung, welche Ankaufdienste wie viel zu zahlen bereit sind, und weist gegebenenfalls auch die zu zahlenden Versandkosten aus.

Gerade bei technischen Geräten hängt der Preis stark vom
Zustand der Ware ab. Bei allen Diensten müssen Sie daher eine Reihe
von Fragen beantworten, bevor Sie ein Angebot erhalten.
Vergrößern Gerade bei technischen Geräten hängt der Preis stark vom Zustand der Ware ab. Bei allen Diensten müssen Sie daher eine Reihe von Fragen beantworten, bevor Sie ein Angebot erhalten.

Bis zu fünf Warenpakete lassen sich gleichzeitig definieren und auswerten, wobei Pakete jederzeit wieder gelöscht und durch andere Warenzusammenstellungen ersetzt werden können – eine maximale Zahl an erlaubten Abfragen gibt es nicht. Sinnvoll kann es sein, seine Artikel nach Angebotsgruppen zu sortieren, also etwa nur Bücher oder nur Tonträger in einer Gruppe zu erfassen. So stellen Sie sicher, dass auch Dienste, die nicht alle Warengruppen ankaufen, in ausreichendem Maß berücksichtigt werden. Teure Technikprodukte sollten Sie in jedem Fall extra erfassen.


Donnerstag, 23.02.2012 | 10:12 von Tobias Weidemann
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