Ein echter virtueller PC ist komplett vom Wirtsystem abgeschottet. Nahezu alle Systemkomponenten wie Grafikkarte, Festplatte, Soundkarte, Speicher, Tastatur und Maus werden emuliert. Das schafft größtmögliche Unabhängigkeit. Allerdings benötigt der virtuelle PC zusätzlichen Arbeits- und Festplattenspeicher, der vom Hauptsystem abgezwackt wird. Empfehlenswert sind deshalb mindestens 2 GB RAM und 10 GB Festplattenplatz. Der virtuelle Rechner läuft entweder im Fenster oder im Vollbild auf Ihrem normalen Betriebssystem. Wenn Sie ihn starten, stehen Sie zunächst vor einem schwarzen Bildschirm - denn ein Betriebssystem wird nicht mitgeliefert. Sie haben die Wahl, ob Sie ein Linux- oder ein Windows-System einrichten. Die Vorgehensweise ist dabei von einer Virtualisierungs-Software zur anderen unterschiedlich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie vorgehen müssen.
Vmware: Pionier der Virtualisierung
Vmware Workstation war das erste kommerziell verfügbare Produkt, das einen kompletten virtuellen PC bereitgestellt hat. Die Liste der unterstützten Gastsysteme und der emulierten Hardware wächst von Version zu Version. Mit dem Programm können Sie vom aktuellen Zustand des virtuellen Systems einen Schnappschuss machen und jederzeit innerhalb von Sekunden dorthin zurückkehren. Auch mehrere dieser Snapshots sind möglich. Mit rund 160 Euro ist das Programm allerdings nicht gerade billig.
Um sein Produkt bekannter zu machen und um auf die wachsende Konkurrenz zu reagieren, brachte das Unternehmen den englischsprachigen Vmware Player heraus. Damit ist es möglich, fertige virtuelle Systeme zu benutzen. Diese gibt es zum Beispiel hier zum Download. Dabei handelt es sich aus lizenzrechtlichen Gründen allerdings ausschließlich um Linux-Systeme. Snapshots kann der Player nicht anlegen. Auch neue Systeme lassen sich mit dem Player nicht erstellen. Doch zumindest dieses Manko können Sie mit dem englischsprachigen Freeware-Tool VMX Builder umgehen, das die grundlegenden Konfigurationsdateien und die Festplatte für virtuelle Systeme anlegt.
So gehen Sie vor: Klicken Sie in VMX Builder auf "New Virtual Machine", um ein neues virtuelles System zu erstellen. Als Erstes fragt Sie das Tool nach dem Ordner, in dem die zugehörigen Dateien gespeichert werden sollen, und nach einem frei wählbaren Titel. Dann gelangen Sie in die Konfigurationsansicht. Auf der ersten Seite ("General") stellen Sie "Player" als "Target Platform" und "2.x" als Version ein. Bei "Guest O/S Family" und "Version" wählen Sie das Betriebssystem, das Sie auf den virtuellen PC installieren möchten. Nun klicken Sie auf die Registerkarte "Hardware" und auf "Add", um dem System virtuelle Komponenten hinzuzufügen. Nützlich sind vor allem "Sound Adapter", "Network Adapter", "USB Controller", "Hard Disk" und "DVD/CD-ROM Drive".
Anschließend geht es an die Konfiguration der Hardware. Klicken Sie im linken Bereich auf "Hard Disk", im rechten Bereich auf "Create New". Geben Sie die gewünschte Größe an, und wählen Sie "Growable virtual disk, split into files". Dadurch wird der Platz nicht sofort auf der echten Festplatte belegt, sondern nur nach Bedarf nach und nach.
Bei der Netzwerkkarte ("Ethernet") legen Sie fest, wie das Netzwerk im Gastsystem funktionieren soll. "Bridged" bedeutet, dass es sich bei Ihrem Router eine eigene IP-Adresse holen soll. "NAT" heißt, dass Vmware Server als Router fungiert und die IP-Adresse des Wirts mitbenutzt. Bei "Host-only" kann das Netzwerk des Gastes nur mit dem Wirt kommunizieren. Bei Bedarf können Sie noch die Größe des Arbeitsspeichers ("Memory") und die des Videospeichers ("GPU") anpassen. Danach speichern Sie die Konfiguration. Per Klick auf den Play-Button starten Sie die virtuelle Maschine im Vmware Player. Zuvor legen Sie eine Installations-CD/-DVD für das von Ihnen gewünschte Betriebssystem ein.
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