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BMW ConnectedDrive bringt Internet und Multimedia ins Auto

02.05.2013 | 10:15 Uhr |

„Mehr Freude am Fahren“ - diesem BMW-Slogan ordnet sich auch die intelligente Vernetzung von Fahrzeug, Fahrer und Außenwelt unter dem Namen „ConnectedDrive“ unter. Online-Dienste, Fahrerassistenzsysteme, Callcenter-Services und Integrationslösungen für Smartphones kombinieren die Münchner hiermit in ihren Autos. Wir zeigen, was Sie mit BMW Connected Drive machen können.

Im zweiten Teil unserer aktuellen Serie über Konnektivität und Infotainment im Auto stellen wir das aktuelle System von BMW vor: ConnectedDrive . Dazu muss man wissen, dass BMW unter ConnectedDrive drei Einsatzbereiche zusammenfasst: Komfort, Infotainment und Sicherheit. In diesem Artikel befassen wir uns nur mit Komfort und Infotainment, also alles, was sich im weitesten Sinne um Internet, Konnektivität, Navigation und Unterhaltung dreht. Die verschiedenen Fahrsicherheitsassistenten wie Auffahrwarnung, Spurwechselwarnung und Co. sind nicht Gegenstand dieses Artikels.

BMW-Fahrer nutzen LTE

Die Bayerischen Motorenwerke gehören bei der IT-Integration zu den Spitzenreitern im Automobilbau. Anstelle von UMTS bieten die Münchner nämlich als erster Fahrzeughersteller seit Dezember 2012 Long Term Evolution (LTE) als Internetverbindung vom Auto zur Umwelt an. Sollte wegen der noch geringen Dichte des LTE-Netzes kein Empfang über LTE möglich sein, nutzt der Hotspot automatisch langsamere Verbindungsstandards wie UMTS oder Edge.

BMW ConnectedDrive auf der CeBIT

Benötigt wird neben dem mobilen „BMW Car Hotspot LTE“ auch noch eine LTE-fähige SIM-Karte, die in den Slot eingeschoben wird. Wie bei dem Wettbewerber aus Ingolstadt stellt nicht BMW diese Karte, sondern sie kommt vom Kunden.

BMW Live versorgt den Fahrer mit standortbezogenen Inhalten über Google Panoramio und Google Street View.
Vergrößern BMW Live versorgt den Fahrer mit standortbezogenen Inhalten über Google Panoramio und Google Street View.
© BMW

Rollender Hotspot

Der Web-Zugang erfolgt dann entweder über die Eingabe eines achtstelligen Codes oder per NFC (Near Field Communication) über das Smartphone. Ist das Endgerät nicht NFC-fähig, bietet der BMW Car Hotspot LTE über WPS (WiFi Protect Setup) eine weitere Möglichkeit der einfachen WLAN-Anbindung. Drückt man einmal auf den Verbindungsbutton des Hotspots, kann man sich mit seinem mobilen Endgerät innerhalb von drei Metern Umkreis ohne Eingabe einer PIN sicher mit dem Hotspot verbinden. Mitfahrer können im Fahrzeug mit bis zu acht mobilen Endgeräten gleichzeitig mit Hochgeschwindigkeit im Internet surfen.

BMW Online: Internetbasierte Mobilitätsdienste geben im Fahrzeug Auskünfte über Nachrichten und Wetterdaten. Sie bieten Zugriff auf Mails und weitere Funktionen.
Vergrößern BMW Online: Internetbasierte Mobilitätsdienste geben im Fahrzeug Auskünfte über Nachrichten und Wetterdaten. Sie bieten Zugriff auf Mails und weitere Funktionen.
© BMW

BMW Car Hotspot LTE ist ein Zubehörteil und laut Hersteller „optimiert für den Einsatz in allen Fahrzeugen der BMW Group, die über eine Telefongrundplatte verfügen“. Ist keine Telefongrundplatte verbaut, lässt sich der BMW LTE-Hotspot über einen optionalen Adapter und Mini-USB-Kabel anschließen. Er wird über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgt und ist so in jedem Fahrzeug einsatzfähig. Über den integrierten Akku kann der Car Hotspot LTE auch außerhalb des Fahrzeugs verwendet werden. Der Akku soll rund eine Stunde halten und ist über die Steckdose nach etwa 30 Minuten wieder geladen. Das optionale BMW Car Hotspot LTE ist ein eigenständiges Gerät und unabhängig von der sogenannten Telematics Control Unit (TCU). Der BMW-Kunde kann beide Systeme im Fahrzeug benutzen.

Audi connect

Telematikdienste im BMW: Die Grundlagen

Fester Bestandteil von ConnectedDrive sind die Telematikdienste BMW Assist, BMW Online und BMW TeleServices. Sie basieren auf dem Zusammenspiel des BMW-Navigationssystems mit der allerdings fest verbauten GSM-Mobilfunkkarte in der TCU. Die Nutzung der Telematikdienste Assist und Online, die nur zusammen erhältlich sind, ist bis zu drei Jahren kostenlos (beim Navigationssystem Professional mit integrierter Handyvorbereitung Bluetooth; bei der Handyvorbereitung Business mit Bluetooth-Schnittstelle sind nur sechs Monate kostenlos). Danach entstehen dem Besitzer bei gewünschter Weiternutzung Kosten von 250 Euro pro Jahr (Landesgrenzen übergreifende Flatrate). Unabhängig davon erhebt BMW für die uneingeschränkte Internet-Nutzung im Fahrzeug eine jährliche Gebühr (Flatrate) in Höhe von 150 Euro ab der Erstzulassung. Beide Flatrate-Pauschalen gelten grenzübergreifend. Roaming-Gebühren, wie sie in der Regel bei Mobilfunkanbietern anfallen, entstehen laut BMW nicht.

BMW Online versorgt den Fahrer mit aktuellen News. Diese werden auf Wunsch auch vorgelesen.
Vergrößern BMW Online versorgt den Fahrer mit aktuellen News. Diese werden auf Wunsch auch vorgelesen.
© BMW

Voraussetzungen für ConnectedDrive

Um Connected Drive zu nutzen, benötigt man die Navigationssysteme Business oder Professional. Letzteres wurde überarbeitet und kommt mit einem vollständig in 3-D realisiertem Design, einem überarbeiteten Anzeigebedienkonzept und zahlreichen zusätzlichen Funktionen für Navigation, Office und Multimedia. Praktisch: Via Google Maps geplante Reiseziele können mit der „Google Send to Car“-Funktion von BMW Assist an das Navigationssystem übertragen werden.

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Karten-Updates sind kostenpflichtig

Je nach Navigationssystem kostet ein Navigationsupdate für die Region Europa zwischen 80 und 220 Euro, abhängig davon, wie das Update durchgeführt wird. Der BMW-Kunde kann wählen, ob er das Navigationsupdate durch das Fachpersonal in der Werkstatt durchführen lässt oder selbst, abhängig von dem jeweils verbauten Navigationssystem, per CD, DVD oder USB-Stick durchführt. In der Region Europa bietet BMW, je nach Navigationssystem, ein bis zwei Navigationsupdates pro Jahr an. Verkaufszeitpunkt bei einem Update ist der Herbst. Bei zwei Updates im Frühjahr und im Herbst.

RTTI: Real Time Traffic Information deckt neben dem Autobahnnetz fast alle wichtigen Straßen in den Städten sowie Überlandverbindungen ab. RTTI ist für BMW-Assist-/-Online- Kunden im Routen-Portal gratis verfügbar.
Vergrößern RTTI: Real Time Traffic Information deckt neben dem Autobahnnetz fast alle wichtigen Straßen in den Städten sowie Überlandverbindungen ab. RTTI ist für BMW-Assist-/-Online- Kunden im Routen-Portal gratis verfügbar.
© BMW

Nachrichtenzentrale BMW Online

Als Nachrichtenzentrale, persönlicher Auskunftsdienst und mobiles Büro fungiert dabei das browserbasierte Info-Portal BMW Online, an das alle Online-basierten Mobilitätsdienste und Serviceleistungen übermittelt werden. Es informiert den Fahrer über Nachrichten, das Wetter am Zielort und freie Parkplätze.

Wie seine Wettbewerber auch, hat BMW zum dem eine E-Mail- und Adressfunktion integriert. Die jeweiligen Inhalte, die auf dem Display angezeigt werden, kann sich der Fahrer während der Fahrt zudem vorlesen lassen. Das funktioniert selbstverständlich auch anders herum: Über die Diktierfunktion mit Freitextspracherkennung können Sprachnotizen aufgenommen beziehungsweise Texte für E-Mail und SMS per Spracheingabe verfasst werden.

Im Falle eines Unfalls löst BMW Assist automatisch einen Notruf aus. Das kann bei Bedarf auch manuell geschehen.
Vergrößern Im Falle eines Unfalls löst BMW Assist automatisch einen Notruf aus. Das kann bei Bedarf auch manuell geschehen.
© BMW

RTTI optimiert die Verkehrsinformationen

Hat sich der Insasse dann mit dem Internet verbunden, stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung: BMW Assist übermittelt aktuelle Verkehrshinweise und Ausweichempfehlungen, weist den Weg zur nächsten Tankstelle und empfiehlt Restaurants. Optional zum rundfunkbasierten Traffic Message Channel (TMC) können BMW-Assist-Kunden die Real Time Traffic Informationen (RTTI) nutzen. BMW setzt hier auf anonymisierte Bewegungsprofile dynamischer Netzverbindungen von Mobilfunkgeräten. Aus der Anzahl der Smartphones und der Positionswechsel innerhalb der Funkzellen erstellt RTTI in Echtzeit ein Bild vom aktuellen Verkehrsgeschehen. Das optimiert die Routenführung mit Berechnung der Ankunftszeit und eventuellen Umleitungsempfehlungen. Allerdings muss man für RTTI Vertragskunde von BMW ConnectedDrive mit den Ausstattungen BMW Assist und BMW Online sein.  

Der BMW weiß, ob und wann eine Wartung ansteht.
Vergrößern Der BMW weiß, ob und wann eine Wartung ansteht.
© BMW

Notruf-Funktion

Der Mobilitätsdienst BMW Assist ist allerdings noch weit mehr als nur ein Verkehrsservice. Denn der BMW-Dienst stellt gleichzeitig eine Auskunfts- und Notruf-Zentrale dar. Im Falle eines Unfalls etwa löst das System über Crash-Sensoren und eine integrierte Telefoneinheit automatisch einen Notruf an das BMW-Assist-Callcenter aus und verbindet den Fahrer mit einem Mitarbeiter. Parallel werden die Fahrzeugposition und weitere Daten für eine schnellstmögliche Rettung übermittelt. Gleiches gilt, wenn das Fahrzeug liegen bleibt. Die BMW-Pannenhilfe sendet Position und relevante Fahrzeugdaten an den mobilen Service vom BMW, der sich um alles weitere kümmert. Das hat für BMW den nicht unwichtigen Zusatznutzen, dass im Pannenfall nicht der „Gelbe Engel“ vom ADAC gerufen wird. Der liegen gebliebene BMW fließt also nicht in die Pannenstatistik des ADAC ein!

Die App „MyBMWRemote” kann das Fahrzeug ver- und entriegeln, Hupe und Außenlichtfunktionen fernbedienen, über Google Lokale Suche Adressen auf dem iPhone suchen und ins Auto übertragen, die aktuelle Fahrzeugposition auf einer Karte im iPhone anzeigen und mehr.
Vergrößern Die App „MyBMWRemote” kann das Fahrzeug ver- und entriegeln, Hupe und Außenlichtfunktionen fernbedienen, über Google Lokale Suche Adressen auf dem iPhone suchen und ins Auto übertragen, die aktuelle Fahrzeugposition auf einer Karte im iPhone anzeigen und mehr.
© BMW

Generell überwacht der Dienst „BMW TeleServices“ den Zustand von Verschleißkomponenten wie Bremsbeläge oder Motoröl. Über den automatischen Teleservice Call wird der Fahrer auf einen erforderlichen Werkstattaufenthalt hingewiesen. Der BMW-Service-Partner ruft zur Terminvereinbarung an.

Mobile Helferlein: BMW-Apps

Für mobile Endgeräte hält BMW auch Apps parat. Über die „My BMW Remote“-App ist die Online-Nutzung von RTTI außerhalb des Fahrzeugs möglich. Ab Juli 2013 soll die applikationsbasierte Integration auch für Smartphones mit Android-Betriebssystem möglich sein.Mit My Remote können Sie vom iPhone aus die Klimaanlage und die Heizung Ihres BMWs regeln (und diesen beispielsweise vor dem Einsteigen aufheizen lassen). Sie können Ihn entriegeln (wenn das Einsteigen besonders schnell gehen soll oder wenn man sich versehentlich mit dem Schlüssel ausgesperrt hat) und die (Licht)-Hupe auslösen - wenn Sie beispielsweise auf dem überfüllten Parkplatz schneller Ihren Wagen finden wollen. Die Fahrzeugposition können Sie sich auf der iPhone-Karte ebenfalls anzeigen lassen.

BMW Parkinfo: Damit weiß man schon vorher, in welchem Parkhaus noch Platz ist.
Vergrößern BMW Parkinfo: Damit weiß man schon vorher, in welchem Parkhaus noch Platz ist.
© BMW

Bislang setzt BMW auf das iPhone. Mit der iPhone-App „BMW Connected“ kann sich der Nutzer mit dem Fahrzeug verbinden und so alle iPhone-Funktionen über den iDrive-Controller in der Mittelkonsole steuern. Damit lassen sich Funktionen wie Kalendereinträge , Webradio, Facebook oder Twitter auf dem Fahrzeug-Display anzeigen.

Ferner sind Navigationsziele und Positionsdaten des Fahrzeugs auch auf dem iPhone verfügbar. Bei Bedarf kann eine Navigation außerhalb des Fahrzeugs für die verbleibende Wegstrecke (Last Mile Navigation) und zurück zum Fahrzeug mit Hilfe der eingebauten Kartennavigation erfolgen (Vehicle Finder). Darüber hinaus können ergänzende Notizen zur Fahrzeugposition, wie die Nummer des Parkplatzes, gespeichert werden.

Über „Fahrerprofile“ lassen sich individuelle Einstellungen wie Sitzposition, Temperatur, Fahrerassistenzsysteme, bevorzugte Radiosender und persönliche Kontaktdaten via USB-Schnittstelle im Handschuhfach übertragen und zügig wiederherstellen.
Vergrößern Über „Fahrerprofile“ lassen sich individuelle Einstellungen wie Sitzposition, Temperatur, Fahrerassistenzsysteme, bevorzugte Radiosender und persönliche Kontaktdaten via USB-Schnittstelle im Handschuhfach übertragen und zügig wiederherstellen.
© BMW

BMW Future Lab

Selbstverständlich entwickelt BMW auch Connected Drive weiter. In seinen „Future Labs“ tüfteln die Münchner Automobilbauer an Systemen zum ferngesteuerten Einparken, kamerabasierten Fußgängerschutz oder dem „Seamless Media Access“, bei dem Musik, Videos und Hörbücher, die auf dem heimischen PC lagern, dann auch im BMW verfügbar sind. Diese und mehr interessante Projekte lassen sich auf den Internet-Seiten vom BMW nachlesen .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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