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Kodi/XBMC zum Update manuell herunterladen

01.04.2015 | 12:01 Uhr |

Wer die aktuellste Kodi/ XBMC-Version benötigt, findet diese meist nicht über die Paketverwaltung des Linux-Systems. Es ist aber nicht weiter schwierig, die neueste Version selbst zu kompilieren.

Die Mediacenter-Software Kodi (vormals XMBC) ist bei fast allen Linux-Distributionen über die Standard-Repositorien verfügbar. Allerdings ist diese Version meist nicht sonderlich aktuell und lässt einige Funktionen vermissen. Ein Beispiel ist das PVR-Addon für Mythtv, das bei normaler Installation derzeit noch nicht funktioniert. Zum Hintergrund: Kodi/XBMC unterstützt keine TV-Karten oder DVB-USB-Sticks direkt. Wer also mit Kodi TV-Programme sehen und Aufnahmen steuern will, braucht einen extra TV-Server. Und dieser lässt sich dann über ein PVR Add-on (Media Portal, DVD Viewer, Mythtv) in Kodi/XBMC einbinden. In ein selbst kompiliertes Kodi lassen sich dann auch PVR-Add-ons (Personal Video Recorder) für Live-TV nachrüsten, die beispielsweise in Ubuntu 14.10 fehlen. Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.

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Die Voraussetzungen schaffen

Wir gehen davon aus, dass Sie Ubuntu 14.10 oder einen seiner Abkömmlinge wie Xubuntu oder Lubuntu installiert haben und sich die Software auf dem aktuellen Stand befindet. Sollte XBMC/ Kodi bereits installiert sein, deinstallieren Sie es zunächst über das Paketmanagement. Damit Sie die folgenden Befehlszeilen nicht umständlich abtippen müssen, laden Sie sich zunächst das Shell-Script „ compile_kodi.sh “ herunter und speichern es in Ihrem Home-Verzeichnis. Öffnen Sie mit der Tastenkombination Strg-Alt-T ein Terminal-Fenster, und machen Sie das Script mit

chmod 775 compile_kodi.sh  

ausführbar. Danach lässt es sich mit

./compile_kodi.sh  

starten. Nachfolgend erläutern wir die einzelnen Befehlszeilen des Scripts, die Sie auch direkt in einem Terminal-Fenster ausführen können: Als Erstes fügen Sie die Paketquelle von Team-XBMC hinzu. Diese ist für die zusätzlichen Tools nötig, damit sich Kodi erfolgreich kompilieren lässt. Dazu führen Sie im Terminal-Fenster die folgenden vier Befehlszeilen aus:

sudo add-apt-repository -s ppa:team-xbmc/unstable sudo apt-get update  sudo apt-get install git  sudo apt-get build-dep kodi  

Geben Sie Ihr root-Passwort ein, drücken Sie die Enter-Taste, und bestätigen Sie anschließend noch einmal mit der Enter-Taste. Nun erstellen Sie mit

mkdir -p ~/src/xbmc

ein Arbeitsverzeichnis. Wechseln Sie mit dem Befehl

cd ~/src/xbmc

in eben dieses Verzeichnis, und führen Sie dann die folgenden zwei Befehlszeilen aus:

git clone git://github.com/xbmc/ xbmc.git kodi  git clone git://github.com/opden kamp/xbmc-pvr-addons.git xbmc-pvr-addons 

Es entstehen im aktuellen Ordner „~/ src/xbmc“ die beiden neuen Verzeichnisse „kodi“ und „xbmc-pvr-addons“.

Kodi kompilieren und installieren

Wechseln Sie nun mit

cd ~/src/xbmc/kodi  

in das Verzeichnis mit den Kodi-Quelltexten. Tippen Sie hier Folgendes ein:

./bootstrap  ./configure --prefix=/usr/local make -j2  sudo make install  

Damit kompilieren Sie Kodi und installieren die Dateien unter „/usr/local“. Das ist das bevorzugte Verzeichnis für Dateien, die nicht über das Paketmanagement installiert wurden. Der make-Parameter „-j2“ steht für die Anzahl der Threads, die der Compiler verwenden soll. Bei Prozessoren mit mehreren Kernen können Sie auch „-j6“ oder „-j8“ verwenden. Dies beschleunigt den Kompiliervorgang.

Danach erstellen Sie die PVR-Addons mit diesen Kommandos:

cd ~/src/xbmc/xbmc-pvr-addons  ./bootstrap  ./configure --prefix=/usr/local  sudo make install  

Das war’s dann schon: Sie können das Programm jetzt in einem Terminal- Fenster über den Befehl kodi starten oder auch im Ubuntu-Dash nach „kodi“ suchen. Mit

sudo make uninstall  

im jeweiligen Verzeichnis können Sie Kodi beziehungsweise die PVR-Addons bei Bedarf übrigens auch wieder deinstallieren.

Bitte beachten Sie, dass Kodi Open- GL-Beschleunigung benötigt. Für Nvidia- und AMD-Grafikkarten bietet Ubuntu über „Software & Aktualisierungen“ auf der Registerkarte „Zusätzlich Treiber“ optimierte Treiber an. Kommt Intel-Chipsatz-Grafik zum Einsatz, installieren Sie die Pakete „i965-va-driver“, „libaacs0“ und „libva- intel-vaapi-driver“ nach.

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Kodi für Live-TV konfigurieren

Über die PVR-Add-ons lässt sich Kodi für Live-TV verwenden. Sie benötigen dafür eine zusätzliche TV-Server-Software, welche die Inhalte bereitstellt. Unter Linux empfehlen wir Mythtv, das Sie im Ubuntu-Software-Center finden und damit installieren können. Noch besser ist es jedoch, die aktuellsten Pakete von www.mythbuntu. org zu verwenden. Im Download-Bereich finden Sie unter „Add to Existing Ubuntu Install“ einen Link, über den Sie die Paketquelle hinzufügen. Das Einbinden des Mythtv-Add-ons in Kodi erfolgt schließlich unter „System > Einstellungen > Addons > Aktivierte Addons > PVR Clients“. Grundvoraussetzung für Mythtv ist natürlich eine TV-Karte, die unter Linux funktioniert. Informationen zur unterstützten Hardware finden Sie hier . Als Alternative bietet sich der DVB Link Server an, der etwa 25 Euro kostet. Passende USB-Tuner-Sticks gibt es im Shop für 68 Euro.

Die DVB-Link-Software läuft unter Ubuntu, aber auch auf dem Raspberry Pi und auf NAS-Geräten von Netgear, Qnap oder Synologie.

Installationspakete selbst erstellen

Sie können auch eigene deb-Pakete erzeugen, wenn Sie die Verwaltung über das Paketmanagement bevorzugen oder die Installationspakete auch für andere Rechner benötigen. Dazu installieren Sie das Tool checkinstall mit

sudo apt-get install checkinstall  

Wechseln Sie mit cd ~/src/xbmc/kodi in das Verzeichnis mit dem Quellcode und folgen Sie nach

sudo checkinstall  

den Anweisungen des Assistenten. Sie müssen dabei eine Bezeichnung für das Programmpaket und eine Versionsnummer festlegen, beispielsweise „kodi“ und „14.0“. Beim Erstellen gibt es wegen fehlender Sprachpakte einige Fehlermeldungen, die Sie aber ignorieren können. Danach entsteht bei einem 32-Bit-System die Datei „kodi_14.0-1_i386.deb“, die checkinstall auch gleich installiert. Mit

sudo dpkg -r kodi  

deinstallieren Sie das Paket bei Bedarf, und mit dem Befehl

sudo dpkg -i kodi_14.0-1_i386.deb 

lässt es sich installieren. Mit den PVR-Add- ons verfahren Sie entsprechend.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 2/2015

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