18.11.2011, 11:00

Matthias Schwindt

Radarfallen umgehen

Klassisches Navigationsgerät um Radar-Warner erweitern

Die meisten der mobilen Navigationssysteme (PND - Personal Navigation Device) verwenden als Betriebssystem Windows CE. Dadurch lassen sich leicht zusätzliche Programme installieren. Zu den beliebtesten und nützlichsten Programmen zählen Anwendungen, die das Navi um Sonderziele, so genannte Points of Interest (POI), ergänzen. In diese Rubrik POIs fallen im weitesten Sinne auch Radargeräte.
Eines dieser Tools ist POIbase. Für unseren Test kam POIbase mobile auf einem MEDION PND mit GoPal 5 Navigationssoftware zum Einsatz. Als Add-On kann die Anwendung zeitgleich mit der Navigationsanwendung genutzt werden. 
POIbase warnt vor mobilen und stationären Blitzern
POIbase läuft im Hintergrund, während im Vordergrund GoPal die Routenführung übernimmt. POIbase Mobile kostet einmalig knapp 30 Euro und enthält bereits Daten für mobile und stationäre Blitzer. Aber POIbase ist mehr als nur ein Blitzerwarner. Es ist eine Kompletterweiterung für Sonderziele, speziell der Premium-POI-Dienste von pocketnavigation, einer der größen Communities für Sonderziele im deutschsprachigen Raum. Insgesamt stehen weit mehr als 500.000 POIs zur Verfügung. Davon über 18.600 stationäre Blitzer und 23.000 mobile Überwachungsstellen.
Die Standorte der Blitzer und die Sonderziele stammen aus einer Community mit über 200.000 angemeldeten Nutzern. Diese Daten werden von einer Redaktion überprüft. Darüber hinaus stellen Firmen wie etwa Mineralölkonzerne selbst die Informationen ihrer Tankstellen zur Verfügung.

POIbase für den Einsatz vorbereiten

Aber wie kommt diese riesige Anzahl an POIs auf das Navigationsgerät? Für die Verbindung mit dem PC ist als erstes das Microsoft Programm ActiveSync notwendig. Meist liegt das dem PND bei. Im Anschluss an die Installation von POIbase startet automatisch eine Suche nach angeschlossenen kompatiblen Navigationsgeräten. Nach der Installation des Basisprogramm POIbase mobile wählen Sie auf dem PND einfach die gewünschten POI-Kategorien aus und kopieren diese mit “Hinzufügen” auf die Speicherkarte. POIbase mobile arbeitet ab dem nächsten Start im Hintergrund. Erkennbar an einem kleinen Logo in einer Ecke des Navibildschirms.

POIbase konfigurieren

Um POIbase mobile in den Vordergrund zu bringen, tippen Sie einfach auf das Logo. Jetzt können alle Einstellungen, von denen viele zur Auswahl stehen, den eigenen Wünschen angepasst werden. Als erstes wählen Sie die POI-Kategorien, für die Sie eine Warnung bekommen möchten. Standardmäßig sind hier bereits die stationären und mobilen Blitzer ausgewählt. Warnungen sind aber auch für alle anderen Kategorien möglich. Sinnvoll etwa bei Sicherheits-POIs wie Wildquerungen oder Schulbushaltestellen. Sie erkennen die Kategorien, für die Sie Warnungen ausgewählt haben, am gelben Hintergrund. Für die Geschwindigkeitswarnungen kann eine Toleranzgrenze für Warnungen eingestellt werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll in den Experteneinstellungen den Warnmodus auf “Nur bei Geschwindigkeitsüberschreitung” umzustellen. Somit erfolgt eine Warnung nur dann, wenn die Geschwindigkeit tatsächlich zu hoch ist.
Negativ fiel im Test die Warnung vor Ampelblitzern auf. Gewarnt wird mit einem Tonsignal 500 m vor dem Blitzer bis kurz nach dem Blitzer. Muss man nun an der roten Ampel halten nervt der Warner mit Piepsen bis zur Weiterfahrt.
Als Besonderheit verfügt POIbase noch über so genannte Navi-Erweiterungen. Dazu gehört ein Audio Player, der Hörbücher gleich mitliefert. Selbst ein Programm für die Anzeige von topografischen Karten aus dem OpenStreetMap-Projekt mitsamt einer einfachen Navigation kann installiert werden.

SpeedLimit warnt vor stationären Blitzern

Eine weitere Möglichkeit, wenn auch nicht mit so vielen Zusatzmöglichkeiten wie bei POIbase, bietet die Software SpeedLimit von www.scdb.info . Der Schwerpunkt dieser Datenbank liegt auf stationären Blitzern. Laut Anbieter umfasst die Datenbank über 40.000 stationäre Blitzer und soll damit die umfangreichste Europas sein.
Der Anbieter ist selbst auf den Straßen unterwegs um die Standorte zu bestimmen oder die von Nutzern neu gemeldeten Blitzer zu überprüfen. Die Qualität sollte durch diese redaktionelle Arbeit besser sein als bei rein Community basierten Angeboten.

Auch Garmin nüvi-Geräte warnen vor Radarfallen

Ein ganz anderer Weg ist bei der Nutzung von mobilen Garmin-Navigationsgeräten möglich. Für die Geräte der nüvi Reihe bietet Garmin selbst die Zusatzsoftware POI Loader an. Diese übernimmt den Transfer der Blitzerinformationen vom PC zum Navigationsgerät. Die eigentliche Warnfunktion ist im Routingprogramm von Garmin enthalten und wird über “Alarme ändern” im Bereich “Annäherungspunkte” der Einstellungen aktiviert. Als Datenlieferant steht beispielsweise die Speed Camera Data Base zur Verfügung.
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