14.04.2008, 11:03

Andreas Kroschel

Fremdsprachige Tastatur

Keyboard wechseln: Kommandozeile und xorg.conf

Sie in der X.org-Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf sind alle Optionen verzeichnet, mit denen Ihre Tastatur beim Start von X versehen wird. Sie geben Sie in einem Terminal-Fenster mit dem Befehl
grep Xkb /etc/X11/xorg.conf
auf den Bildschirm aus. Herauskommen könnte, je nachdem was Sie bei der Installation angegeben haben, etwa folgendes:
Option "XkbRules" "xorg"Option "XkbModel" "pc105"Option "XkbLayout" "de"Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
Interessant sind die letzten hier gedruckten drei Zeilen. Sie geben an, dass Sie als Tastatur ein 105-Tasten-Modell (das sind die mit den Windows-Tasten) mit deutschem Layout und der Option „nodeadkeys“ betreiben. Wenn die letzte Zeile bei Ihnen fehlt, ist die Option „nodeadkeys“ nicht gesetzt, das heißt, Sie können Buchstaben mit darüber gesetzten diakritischen Zeichen erzeugen, indem Sie nacheinander erst das Zeichen und dann den Buchstaben selbst eingeben.
So wird etwa aus ~ und n ein „ñ“ oder aus ' und e ein „é“. Mit „nodeadkeys“ ist das nicht möglich, statt dessen erscheint jedes eingegebene Zeichen sofort am Bildschirm. Wer viel programmiert, bevorzugt oft „nodeadkeys“, weil Sonderzeichen wie Tilden in Programmiersprachen direkt benötigt werden. Mehr dazu erfahren sie im Abschnitt „Deadkeys: Varianten des deutschen Tastaturlayouts“.

Um die Tastaturbelegung dauerhaft zu wechseln, passen Sie die Datei /etc/X11/xorg.conf an. Sie ersetzen etwa „pc105“ durch „pc102“, wenn Sie eine Tastatur ohne Windows-Tasten besitzen oder „de“ durch „ru“, wenn es sich um eine Tastatur in russischem Layout handelt. Dazu müssen Sie nicht wirklich eine neue Tastatur anschließen, aber auch mit einer deutschen Tastatur ist es für die Zeit, in der Sie etwa einen russischen Brief tippen, sehr viel praktischer, sie umzuschalten, als die Zeichen aus der Zeichentabelle zusammenzukratzen.
Noch praktischer ist es, die Layouts mal eben schnell umzuschalten, ohne die X-Konfiguration zu verändern. Dazu dient der Befehl „setxkbmap“. Mit ihm können Sie zwischen allen verfügbaren Layouts umschalten, die sich auf dem System befinden. So einfach geht’s: Mit
setxkbmap -layout us
etwa erhalten Sie etwa eine US-Tastatur, oder mit
setxkbmap -layout ru
eine russische. Sie haben hoffentlich nicht live mitgemacht? Denn sonst wäre jetzt der Rückweg versperrt. Mit dem russischen Layout können Sie nicht einmal mehr einen Befehl eintippen, da Sie keine lateinischen Buchstaben mehr haben. Deshalb ist es eine gute Idee, vor allen Experimenten mit „setxkbmap“ den Befehl
setxkbmap -layout de
einzugeben. Der wechselt in diesem Augenblick zwar nur von deutsch auf deutsch, aber Sie können ihn mit Cursor oben leicht wieder zum Vorschein bringen, wenn doch einmal etwas schief läuft. Die insgesamt verfügbaren Layouts finden Sie als Textdateien unter /etc/X11/xkb/symbols. Schauen Sie einfach mit einem Texteditor hinein, falls eine Abkürzung unklar ist; anhand der Kommentare können Sie sehen, welches Layout in der Datei enthalten ist.
Wenn der X-Server gleich mit einer anderen Tastaturbelegung starten soll, tragen Sie das Layout in die Datei /etc/X11/xorg.conf hinter „XkbLayout“ ein. Die Option „nodeadkeys“ müssen Sie allerdings weglassen, da sie nicht in jedem Tastaturlayout zur Verfügung steht. Auch hier gibt es allerdings den Effekt, dass Sie nicht einmal mehr einen Befehl eingeben können.

Wie Sie Tastaturbelegungen so einrichten, dass Sie bequem zwischen dem echten, das Sie vor sich zu liegen haben und einem virtuellen für eine Fremdsprache wechseln können, erfahren Sie im Abschnitt „Gruppen: Fremdsprache als Alternative“. Hier geht es erst einmal im deutschen Tastaturlayout weiter, das einige Variationen zu bieten hat.
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