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Kazaa will Lizenzgebühren zahlen

25.04.2002 | 17:00 Uhr |

Das unrühmliche Schicksal von Napster vor Augen machen die Betreiber der Filesharing-Software Kazaa ein Schritt auf die Musikindustrie zu. Nikki Hemming, die Chefin von Kazaa denkt darüber nach, an die Musikindustrie Gebühren zu zahlen.

Das unrühmliche Schicksal von Napster vor Augen machen die Betreiber der Filesharing-Software Kazaa ein Schritt auf die Musikindustrie zu. Nikki Hemming, die Chefin von Kazaa denkt darüber nach, an die Musikindustrie Gebühren zu zahlen, wie Australian IT berichtet.

Nikki Hemming ist die CEO des australischen Unternehmens Sharman Networks, das die in den Niederlanden ansässige Kazaa Media Desktop (KMD) im Januar gekauft hat. Hemming bestätigte, dass sie eine Vereinbarung mit der Musikindustrie anstrebe. Sharman Networks solle unter anderem zusammen mit Internet Providern und Hardware-Herstellern eine kleine Gebühr an die Musik-Prdouzenten entrichten um deren Urheber-Ansprüche zu befriedigen.

Diesen Vorschlag machte ein Lobbyist von Sharman Networks in Washington, um so etwas den Druck der Musikindustrie von Kazaa zu nehmen. Seit einigen Monaten haben sich nämlich die Musik-Produzenten auf den inoffiziellen Nachfolger der ehemaligen freien Musiktauschbörse Napster eingeschossen, weil die Nutzer von Kazaa in großen Mengen Kopien von Musikstücken tauschen, ohne dafür Lizenzgebühren zu bezahlen. Gegen den ursprünglichen niederländischen Inhaber von Kazaa wurden deshalb mehrere Prozesse angestrebt.

Hemming sieht nun die Lösung in einem neuen kommerziellen Modell, dessen Details sie aber noch für sich behält. Sie sieht darin einen Schritt hin zu mehr Copyright-geschützten Inhalten bei Kazaa. "Die Nutzer von Kazaa werden nicht in erster Linie durch Gratisinhalte angetrieben - es würde durchaus Interesse an Original-Content geben", so Hemming. Wie Kazaa die Gebührenzahlungen an die Musikindustrie refinanzieren will und welche Gebührenmodelle auf die Nutzer von Kazaa zukommen, sagte Hemming nicht.

Kazaa gesteht: Wir zwacken Rechenleistung ab (PC-WELT Online, 24.04.2002)

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