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Kazaa: Friedensangebot an die Musikindustrie

10.10.2003 | 14:20 Uhr |

Kazaa ist mit einem Friedensangebot auf die Musikindustrie zugegangen, dass den Plattenbossen pro Monat hunderte Millionen Dollar einbringen könnte. Doch diese reagierten verhalten.

Kazaa ist mit einem Friedensangebot an die Musikindustrie herangetreten, das den Plattenbossen pro Monat hunderte Millionen Dollar einbringen könnte. Die "Distributed Computing Industry Association", eine Handelsgruppe, die im Juli von den Muttergesellschaften von Kazaa und Altnet gegründet wurden, legte einen Businessplan vor, der pro Monat bis zu 900 Millionen Dollar Umsatz in die Tresore der Industrie spülen würde.

Der Plan sieht vor, dass Musiktitel mit dem Segen der Industrie auch weiterhin über die P2P-Netze verteilt werden, diese allerdings mit einem Kopierschutz versehen sind, der ein Abspielen am PC unmöglich macht. Der Schutz kann nur gegen Gebühr entriegelt werden. Dies berichtet die " Washington Post ".

Allerdings, so Kazaa, funktioniere der Plan nur dann, wenn alle anderen P2P-Anbieter, wie Grokster oder Morpheus, die Industrie und ISPs Hand in Hand arbeiten. Spätere Stufen des Plans sehen vor, dass die ISPs die Kontrolle über die Downloads und die Abrechnung selbst vornehmen. Eine Aufgabe, die von Sarah B. Deutsch, Rechtsanwältin bei Verizon, aufgrund der Komplexität allerdings bereits als "unrealistisch" bewertet wurde.

Vertreter der RIAA zeigten nur geringes Interesse an dem Modell. Sie bevorzugen, Angaben der Zeitung zufolge, eher einen Dienst wie ihn Apple mit dem "iTunes Music Store" anbietet.

Copyright-Klagen der RIAA: P2P-User flüchten (PC-WELT Online, 01.10.2003)

RIAA einigt sich außergerichtlich mit 64 P2P-Nutzern (PC-WELT Online, 30.09.2003)

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