28.03.2009, 09:30

Ines Walke-Chomjakov

Kaufratgeber

Das ideale Navi

Mobile Navis bieten immer mehr: 3D-Darstellung, Spurassistent, TMC, Zusatzdienste in Echtzeit und vieles mehr. Diese Tipps helfen auf der Suche nach dem idealen Navi.
Der Frühling ist da und damit die Jahreszeit, in der wir wieder mehr unterwegs sind. Genau der richtige Zeitpunkt, über ein Navigationssystem nachzudenken. An der Spitze der Beliebtheitsskala stehen mobile Geräte, die inzwischen umfangreich ausgestattet sind, jede Menge Navigationsfunktionen mitbringen, und trotzdem verglichen zu Festeinbauten relativ günstig sind. Mit diesen Kauftipps finden Sie Ihren idealen mobilen Wegweiser.
1. Touchscreen: Von 3,5 bis 5 Zoll Diagonale
Mobile Navigationssysteme haben durch die Bank Touchscreens, die sich entweder mit der Fingerspitze oder per beiliegendem Stift bedienen lassen. Letztere Variante bietet sich gerade bei den Modellen an, die mit 3,5-Zoll – der kleinsten Bildschirmdiagonale – ausgestattet sind. Denn hier sind die Symbole oft recht klein gehalten. Dafür sind sie die erste Wahl, wenn Sie mal nicht mit dem Auto, sondern beispielsweise zu Fuß unterwegs sind. Gleichzeitig eignet sich die Bildschirmgröße gerade für Besitzer von Kleinwagen, da dort der Platz an der Windschutzscheibe begrenzt ist. Das Navi darf auf keinen Fall die Sicht auf den Verkehr beeinträchtigen. Die Auflösung der 3,5-Zoll-Geräte beträgt 320 x 240 Bildpunkte.
Das Format für den Breitbildschirm: 4,3 Zoll
Die Bildschirmdiagonale von 4,3 Zoll ist die gängige Größe für Touchscreens im Breitbildformat. Navis in dieser Größe bieten genug Platz auf dem Schirm für Infos und das Bedienen mit der Fingerspitze. Gleichzeitig bleibt der Kartenausschnitt gut erkennbar, auch wenn zusätzlich Sonderziele oder Wegweiser angezeigt werden. Die meisten Geräte sind relativ flach gebaut und lassen sich deshalb auch außerhalb des Autos mitnehmen. Die Bildschirmauflösung liegt bei 480 x 272 Pixeln.
Sondergrößen: Touchscreens mit 4,8 oder 5 Zoll
Bisher noch eher selten sind Navigationssysteme mit Bildschirmdiagonalen von 4,8 oder 5 Zoll. Ihre Auflösung entspricht mit 480 x 272 Pixeln der der 4,3-Zoll-Varianten. Für mobile Navigationsgeräte sind diese Wegweiser relativ wuchtig. Sie eignen sich zwar für den Einsatz im Auto, weniger aber, um das Gerät als Fußgänger länger mitzuschleppen.
2. Exaktes Routing – Kombination aus GPS und aktuellen Karten
GPS (Global Positioning System) ist das Positionsbestimmungssystem, das mobile Navigationssysteme nutzen. Um den Standort exakt zu ermitteln, ist der Empfang von mindestens vier Satelliten nötig. Inzwischen ist der Signalempfang von Navigationssystemen zuverlässig. Wenn trotzdem starke Abweichungen von der tatsächlichen Position vorkommen, liegt das entweder an den Witterungsbedingungen oder an der Aktualität des Kartenmaterials. Denn der GPS-Empfänger erhält lediglich die Koordinaten, die er mit den Karten abgleicht. Je genauer das aufgespielte Material, desto exakter auch die Positionsbestimmung.
Achten Sie deshalb stets darauf, welche Kartenversion auf dem jeweiligen Gerät verwendet wird. Immerhin dauert es in der Regel sechs Monate bis es eine Änderung tatsächlich in das Karten-Update schafft.
3. Menge an Karten im Lieferumfang
Grundsätzlich gilt: Je mehr Kartenmaterial mitgeliefert wird, desto höher ist der Gerätepreis. Zur Grundausstattung zählen die Daten zu Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH). Wie unsere Tests zeigen, differiert das Angebot bei Europakarten zwischen 21 und 44 Länder. Doch nicht allein die Anzahl entscheidet. Vielmehr wiederum die Datengenauigkeit: Denn was nützt es Ihnen, wenn Sie jede Menge Länderdaten auf Ihrem Navi aufgespielt haben, und letztlich erkennen, dass es sich in den meisten Fällen nur um das Hauptstraßennetz oder heillos veraltete Versionen handelt?
Die Hersteller von Navigationsgeräten reagieren auf das Dilemma der Kartengenauigkeit inzwischen mit verschiedenen Maßnahmen. So vertraut Tomtom auf den Anwender und ermöglich ihm, Fehler und Änderungen auf der Webseite einzugeben. Andere Hersteller wie etwa Falk bauen auf Kartenupdate-Angebote für ganz Europa, die zwei Jahre gelten. Garmin geht mit lebenslangen Updates, die an das jeweilige Modell gebunden sind, wenn einmalig 120 Euro extra gezahlt werden, noch einen Schritt weiter.
4. Navigationsdienst: Verkehrsinfos via TMC
Das Fahren angenehmer machen neben genauen Kartendaten auch zusätzliche Dienste wie etwa der Traffic Message Channel (TMC). Beherrscht das Navi diese Funktion, informiert es Sie über Verzögerungen auf der Strecke. Mehr noch: Es kann errechnen, wie stark sich der Stau zeitlich auswirkt. Gleichzeitig listet das Navi Alternativrouten auf, mit denen Sie den die Verkehrsbehinderung umfahren können. Quelle der TMC-Meldungen sind die Landesrundfunkanstalten der ARD. Bei der genaueren Variante TMC Pro kommen noch private und lokale Sender hinzu. Trotzdem gilt für TMC-Meldungen: Sie beziehen sich in erster Linie auf Autobahnen. Nebenstrecken bleiben unbeachtet.
5. Weitere Services fürs bessere Routing
Zum Füllen dieser Informationslücken denken sich Hersteller extra Dienste aus. Tomtom etwa nutzt mit HD Traffic, einen eigenen Verkehrsinfoservice, der neben Autobahnen auch Bundesstraßen einschließt. Allerdings funktioniert der Dienst derzeit ausschließlich mit den Modellen Go 740 sowie 940 Live und nur in Deutschland. In die Navis ist ein GPRS-Modul (General Packet Radio Service) und SIM-Karte eingebaut. So sind sie in Echtzeit empfangsbereit für Verkehrsinformationen oder Meldungen zum Wetter und zu Radarkameras. Es lassen sich auch Sonderziele (POIs - Points of Interest) via Google suchen. In den ersten drei Monaten nach dem Kauf ist das gesamte Angebot dieser Live-Services kostenfrei nutzbar. Danach schlagen die Dienste mit monatlich 9.95 Euro zu Buche. Das Abonnement lässt sich wiederum monatlich über die Hersteller-Software Tomtom Home kündigen.
Die Hersteller Falk, Navigon und Garmin wiederum verlegen sich darauf, die Routenplanung selbst zu verbessern. Aktuelle Navi-Generationen berücksichtigen dabei die Fahrweise des Anwenders, zeichnen gefahrene Kilometer auf oder berechnen den Spritverbrauch.
6. Straßennamen inklusive: Text to Speech
Wichtig bei einem Navi ist die stimmliche Führung. Hier soll die Stimme selbst angenehm und der Lautsprecher von ordentlicher Qualität sein, damit sie auch gut klingen kann. Auch die Wortwahl selbst ist von Bedeutung: Umständliche Formulierungen gehen Ihnen sicher mit der Zeit auf die Nerven.
Wer es ganz genau wissen will, durch welche Straßen er gerade fährt, erwirbt ein Gerät mit Text-to-Speech-Funktion. Hier sagt Ihnen die Stimme nicht nur, dass Sie nun rechts abbiegen müssen. Sie nennt Ihnen zusätzlich den genauen Straßennamen. Das kann gerade dann hilfreich sein, wenn Sie sich in einer fremden Gegend schnell heimisch fühlen sollen.
7. Handhabung: Navigieren per Finger und Stimme
Die Zieleingabe bei mobilen Navigationsgeräten beginnt mit der Auswahl des Landes, dann der Stadt und der Straße mit Hausnummer. Wahlweise können Sie auch eine Postleitzahl eintippen. In den meisten Fällen beschleunigen die Geräte das Eintippen, indem nur relevante Buchstaben angezeigt werden.
Immer beliebter werden Navis, die sich per Stimme bedienen lassen. Sie haben meist an der Gerätevorderseiten ein Mikrofon eingebaut, in das der Anwender spricht. Vielfach reicht eine kurze Anweisung wie „nach Hause“ aus, um zur Heimadresse navigiert zu werden. Unsere Tests zeigten, dass die Spracheingabe der Geräte inzwischen ziemlich ausgereift ist. Sie funktioniert auch neben dem Motorengeräusch im Wagen, ohne dass Sie allzu laut sprechen müssen.
8. Trends: Fußgängernavigation
Die schwierigste Aufgabe für Navigationssysteme ist das Routing zu Fuß. Es setzt die genauesten Kartendaten voraus. Der Grund: Bewegen wir uns zu Fuß vorwärts, nutzen wir neben Straßen auch Fußwege durch Parks und Grünanlagen. Außerdem wollen wir dann nicht nur wissen, wo die U-Bahn-Station ist, sondern auch, wo sich der Eingang mit dem Lift befindet. Das war bis vor kurzem noch nicht realisierbar, obwohl Navis bereits den Modus „Fußgänger“ angeboten haben. Garmin kündigt nun für das zweite Quartal 2009 Fußgängernavigation für ausgewählte Städte an. Die Karten laufen unter „City Xplorer“ und sollen zwischen 9,99 Euro und 14,99 Euro im Download kosten.
9. Mehr als Navi: Vom Freisprecher bis zum Musik-Player
Von A nach B zu leiten, reicht bei den mobilen Navigationssystemen nicht. Die Geräte bieten massenhaft Sonderziele (POIs - Point of Interest), Spurassistent, 3D-Animation von Sehenswürdigkeiten oder Verkehrsknotenpunkte in realistischer Darstellung. Viele Modelle fungieren zudem als Reiseführer, haben Übersetzungsprogramme aufgespielt und zusätzliche Schnittstellen wie Bluetooth, über die sich das Navi als Freisprechanlage nutzen lässt. Außerdem beherrschen die Geräte teilweise das Abspielen von Musik oder Videos. Die Fähigkeiten sind von Modell zu Modell unterschiedlich. Überlegen Sie vor dem Kauf, was Sie tatsächlich benötigen. Denn jede Zusatzfunktion schlägt sich unweigerlich im Preis nieder.
10. Mobil ohne Stromzufuhr: Akkulaufzeit

Eine Angabe zur Akkulaufzeit ist wichtig, wenn Sie Ihr Navi nicht nur im Auto benutzen wollen, sondern etwa auf einer Fahrradtour. Die technischen Infos zu Navigationsgeräten geben nicht immer Auskunft. Wie unterschiedlich die Akkuleistung ist, zeigen unsere Tests, bei denen die Laufzeit bei vollem Signalempfang erfasst wird. Sie reicht von einer bis zu fünf Stunden.
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