Kaufentscheidung

Schnell, schneller, SSD - lohnt sich das Upgrade?

Samstag, 06.10.2012 | 08:55 von Thorsten Eggeling
SSDs hängen klassische Magnetscheiben-Festplatten in Sachen Zugriffszeit locker ab.
Vergrößern SSDs hängen klassische Magnetscheiben-Festplatten in Sachen Zugriffszeit locker ab.
Kaum ein anderes Hardware-Upgrade bringt soviel Schub wie eine SSD. Doch für wen lohnt sich der Wechsel zur neuen Festplatten-Generation? Wir geben alle Details.
Ihr PC hat eine schnelle CPU und ausreichend Hauptspeicher, aber Windows startet immer noch zu langsam? Wahrscheinlich bremst die Festplatte das System aus, denn die herkömmliche Festplattentechnik ist einfach zu langsam für aktuelle Computer. Die Speicherkapazität ist zwar inzwischen auf mehr als drei TB angewachsen, aber bei den Transferraten und Zugriffszeiten hat sich in der letzten Zeit nur wenig geändert.

Solid State Disks (SSD) bieten sich hier als deutlich bessere Alternative an. Mit einer SSD arbeitet der PC teilweise viermal schneller als mit einer Festplatte. Warum das so ist und welche Möglichkeiten SSDs zur Beschleunigung des PCs bieten, lesen Sie in diesem Artikel.


 
1. Wie funktioniert eine SSD?

Klassische Festplatte vs. SSD
Vergrößern Klassische Festplatte vs. SSD

Eine herkömmliche Festplatte speichert die Daten auf ferro-magnetischen Scheiben. Ein kombinierter Schreib-/Lese-Kopf fährt auf der Festplatte hin und her und greift die Daten auf den rotierenden Scheiben ab. In einer SSD steckt dagegen Flash-Speicher, wie Sie ihn vom USB-Stick oder von der SD-Karte für die Kamera her kennen. Es gibt also keine beweglichen Teile. Die SSD arbeitet daher geräuschlos und ist weitgehend unempfindlich gegenüber mechanischen Einwirkungen.

Der Chipentscheidende Vorteil einer SSD gegenüber einer Festplatte sind die kurzen Zugriffszeiten. Bei der Festplatte muss der Schreib-/ Lese-Kopf immer erst an die erforderlichen Positionen fahren. Weil größere Dateien über die ganze Festplatte verteilt sein können („Fragmentierung“), dauert der Zugriff relativ lange. Im Flash-Speicher lässt sich dagegen jede Speicherzelle direkt ansprechen, was deutlich schneller geht. Bei Festplatten ist außerdem die Transferrate nicht konstant. Im äußeren Bereich der Platte passieren in der gleichen Zeit mehr Daten den Schreib-/Lese- Kopf als im inneren Bereich. Der Unterschied kann 10 bis 20 MB/s betragen.


 
2. Wie schnell ist eine SSD?

AS SSD Benchmark
Vergrößern AS SSD Benchmark

In unserem Testcenter brachte es die sehr schnelle Festplatte Western Digital Caviar Black WD1002FAEX beim sequenziellen Lesen und Schreiben auf etwa 134 MB pro Sekunde. 1000 MP3-Dateien (fünf Gigabyte) ließen sich in 0:54 Minuten auf die Festplatte schreiben und in 1:08 Minuten von ihr lesen. Der derzeitige SSD-Testsieger, die Patriot Wildfire 120 GB , erreichte beim sequenzi ellen Lesen im Durchschnitt ganze 475 MB pro Sekunde und beim Schreiben 407 MB pro Sekunde. Die 1000 MP3-Dateien fanden in 0:23 Minuten ihren Platz auf der SSD, das Lesen derselben dauerte 0:21 Minuten. Das sind schon deutliche Unterschiede, die sich in der Praxis in einem spürbar schnelleren Windows- und Programmstart niederschlagen. Wenn Sie die Geschwindigkeiten von Festplatte und SSD selbst messen wollen, können Sie auf das kostenlose Programm url link http://www.alex-is.de/PHP/fusion/downloads.php?cat_id=4&download_id=9 AS SSD Benchmark _blank zurückgreifen .

Allerdings bleibt die hohe Geschwindigkeit nicht bei allen SSDs über die gesamte Lebenszeit konstant. Bei einigen Modellen sinkt die Transferrate nach einigen Terabyte geschriebener Daten deutlich ab. Es wird vermutet, dass der Controller der SSD die Absenkung vornimmt, um zu verhindern, dass innerhalb der Garantiezeit mehr Daten geschrieben werden können als üblich . Denn jede Speicherzelle verkraftet nur eine bestimmte Anzahl von Schreib-/Lösch-Zyklen. Ein Controller in der SSD sorgt aber dafür, dass Schreibzugriffe gleichmäßig über alle Zellen verteilt werden, und bei Defekten steht eine gewisse Anzahl von Reservezellen zur Verfügung. Bei normalem Gebrauch der SSD ist der Effekt jedoch nicht zu beobachten. Intel beispielsweise gibt eine Lebensdauer von fünf Jahren für SSDs an und geht dabei von 20 GB Schreibzugriffen täglich aus. Das ist deutlich mehr, als bei einem Desktop-PC in der Regel zu erwarten ist. Deshalb dürfte die Lebensdauer einer SSD deutlich über fünf Jahren liegen.

Samstag, 06.10.2012 | 08:55 von Thorsten Eggeling
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
1431510