22.12.2012, 07:44

Friedrich Stiemer

Kaufberatung

So finden Sie die perfekte Grafikkarte

Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf einer neuen Grafikkarte achten sollten.

Eine performante Grafikkarte bringt nicht nur einen deutlichen Leistungszuwachs in Spielen, sondern auch in Multimedia-Anwendungen und zählt damit zu den wichtigsten Komponenten eines guten PCs. PC-WELT erklärt Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Nicht nur im Bereich Gaming, sondern auch im GPGPU-Bereich (General Purpose Computation on Graphics Processing Unit) spielen Grafikkarten eine gewichtige Rolle. Denn wenn es um das parallele Berechnen von mehreren Aufgaben geht, übertreffen die Grafikchips schon seit etwas längerer Zeit die herkömmlichen Desktop-CPUs. Damit Sie sich im Wirrwarr der verschiedenen Anbieter und Versionen zurecht finden, haben wir für Sie einen Kaufratgeber zusammengestellt.

Passive oder aktive Kühlung: Stets ein Kompromiss

Wer Wert auf besonders leise Grafikkarten legt, der sollte zu einer passiv gekühlten Grafikkarte greifen, die komplett lautlos arbeitet. Hier sorgen umfassende Kühlkörper aus Aluminium und Wärmeleitrohre (Heatpipes) aus Kupfer für den Abfuhr der Wärme. Der Verzicht auf aktive Lüfter schränkt die Karten aufgrund der thermischen Restriktionen in der Performance ein: Sie sind nicht so leistungsfähig wie die Karten aus der Mittel- und Oberklasse. Denn derart starke GPUs produzieren eine größere Abwärme, die eine passive Kühlung nicht abführen kann.
Die passiven Grafikkarten wie die Club 3D Radeon HD 7750 Royal Queen eignen sich also optimal für den leisen HTPC (Home Theater Personal Computer) oder den unauffälligen Computer am Arbeitsplatz. Bei den aktiv gekühlten Karten dürfen Sie zwar mehr Leistung für Spiele und Multimedia-Tools erwarten, dafür könnte ein Radiator unter Last hörbar rauschen. Hier müssen Sie abwägen, worauf Sie besonders Wert legen.

Schnittstellen: Drei oder sechs Monitore?

Mehr als drei Monitore können Sie mittlerweile mit allen aktuellen Karten ansteuern. Wichtig dabei ist, dass Ihnen genügen Anschlüsse zur Verfügung stehen. In letzter Zeit hat sich besonders der sogenannte Displayport etabliert, der neben Video- auch Audiosignale überträgt. Standardmäßig sollte die Karte mit zwei DVI-Buchsen und einer anderen Schnittstelle ausgestattet sein. Die Hersteller setzen hierbei oft auf HDMI oder Displayport. Möglich sind derzeit bei AMD-Grafikkarten dank Eyefinity sechs Monitore, bei Nvidia dagegen nur vier. Hierbei übertragen die GPUs nicht nur den Video-Stream parallel und unabhängig voneinander, sondern auch den Ton. Zum Beispiel bei der HIS 7970 X Turbo dürfen Sie aufgrund der zahlreichen Anschlüsse ohne zusätzliches Equipment sechs Monitore anschließen.

Damit wird's ruckelfrei

Ab einer AMD Radeon HD 7870 und einer Nvidia Geforce GTX 660 Ti können Sie alle aktuellen Spiele ruckelfrei in den höchsten Details in Full-HD (1920 x 1080 Pixel) spielen. Für einen flüssigen und flotten Betrieb von Multimedia-Anwendungen genügen bereits die beiden Einsteigermodelle AMD Radeon HD 7750 und Nvidia Geforce GTX 650. In fertigen Desktop-PCs finden aber oft Grafikkarten Verwendung, die bei der Namensgebung an die leistungsfähigen Grafikkarten erinnern, wie zum Beispiel eine Radeon HD 7450 oder eine Geforce GT 640.
Hierbei handelt es sich um sogenannten OEM-Modelle, die es im freien Handel nicht zu kaufen gibt. Diese Versionen sind oft sehr leistungsreduziert und zwacken sich mangels eigenem Speicher etwas von Ihrem RAM ab. Achten Sie also auf den Begriff "Shared" oder die herstellerspezifischen Bezeichnungen "TurboCache" bei Nvidia und "HyperMemory" bei AMD. Alle diese Begriffe bedeuten, dass sich die Grafikkarte ihren nötigen Auslagerungsplatz von Ihrem Arbeitsspeicher holt. Das wiederum verlangsamt Ihren PC.

Mehr Speicher bei extremen Auflösungen

Oft halten Laien eine Grafikkarte für besonders leistungsfähig, weil sei einen großen dedizierten Speicher besitzt. Leider ist das keine Garantie für das Zocken auf hohem Niveau. Denn nicht nur die Größe, sondern auch der Speicher-Takt und das Speicher-Interface sind wichtig, mindestens genau so essentiell wie der Grafikchip-Takt und die Anzahl der Shader-Prozessoren im Inneren der GPU. Je höher die Werte sind, desto mehr Performance erbringt die Karte.
Bei hohen Auflösungen jenseits von 1920 x 1080 Bildpunkten wird die Größe des Videospeichers wichtiger. Denn hier muss die Grafikkarte Pixel für Pixel ablegen, besonders im Mehrmonitor-Betrieb ist das der Fall. 2 GB sollten es heutzutage mindestens sein, mehr ist hier wie fast immer besser. Auch beim Speichertyp der Flashbausteine sollten Sie ein Auge haben, denn oft kommen bei großen Kapazitäten ältere und damit langsamere Typen wie DDR3 zum Einsatz. Aktuell herrscht aber schon DDR5-Speicher vor. Die Gigabyte Geforce GTX 680 OC vereint nicht nur hohe Taktraten, sondern auch einen großen 4 GB DDR5-Speicher.

Mehr Stromverbrauch bei Overclocked-Grafikkarten

Apropos hohe Taktraten: Die Board-Partner der beiden Größen Nvidia und AMD geben sich mit dem Referenzdesign der neuen Grafikkarten nicht zufrieden und legen nicht nur Hand an der Kühlung, sondern auch an den Taktraten. Diese Grafikkarten kommen dann im sogenannten Custom-Design mit erhöhten Taktraten und eigenem Kühldesign. Die hohen Taktraten versprechen mehr Leistung in der Praxis, besonders spürbar in hohen Auflösungen. Aber die Kehrseite der Medaille ist der erhöhte Stromverbrauch, den die gestiegenen Taktraten verursachen.
Wer auf den Stromverbrauch kuckt, den können wir fast schon beruhigen. Die aktuellen Generationen sind weit entfernt von den Vorgängern, die wir heute als absolute Stromfresser brandmarken dürfen. Hier gilt ebenfalls die einfache Faustregel: Je weniger Leistung eine Grafikkarte erbringt, desto weniger Strom verbraucht sie. Allerdings ergeben sich aufgrund der verschiedenen Versionen und Bauweisen der vielen verschiedenen Hersteller oft Unterschiede, obwohl die gleiche GPU die Effekte berechnet. Mit den kommenden Grafik-Generationen werden die Grafikchips auch immer sparsamer. Die Asus HD 7770 DirectCU verbraucht unter Last maximal 167 Watt (gesamte Testplattform) und zählt damit zu den effizientesten Karten aus unserem Testfeld.

Das braucht der Technik-Fan

Die Leistung der besten Grafikkarte toppt nur eine Zweikern-Karte: Hier setzt der Hersteller nicht auf hohe Taktraten und mehr Speicher, sondern gleich auf doppelte Leistung durch zwei Grafikprozessoren auf nur einer Platine. Absoluter Spitzenreiter ist derzeit die Nvidia Geforce GTX 690, die es derzeit für rund 1000 Euro zu kaufen gibt. Eine offizielle Dual-Grafikkarte von AMDs GNC-Chip (Graphics Next Core) gibt es nicht, stattdessen haben zwei Board-Partner selbst dafür gesorgt: Powercolor mit der Radeon HD 7990 Devil 13 und Club 3D mit der Radeon HD 7990 Dual GPU. Doch auch hier beläuft sich der Preis auf kaum erschwingliche 1000 Euro.

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