31.05.2012, 09:30

Verena Ottmann

Kaufberatung

Die richtige Digitalkamera für jeden Zweck

Kaufberatung: Die richtige Digitalkamera für jeden Zweck ©Canon, Fujifilm, Nikon, Pentax, Sony

Digitalkameras gibt's in groß und kompakt, mit 10 bis 16 Megapixeln und unterschiedlichen Zoomobjektiven. Doch welches Modell ist für Sie das richtige? PC-WELT hat sich fünf typische Zielgruppen ausgesucht und sagt Ihnen, was für welche wichtig ist. Damit Sie die perfekte Digitalkamera finden.
Wer sich eine neue Digitalkamera kaufen möchte und nicht genau weiß, welches Modell er will, hat es nicht leicht: Die großen Hersteller bringen alle paar Monate neue Geräte auf den Markt, von den B-Brands ganz zu schweigen. Mittlerweile können Sie Digitalkameras sogar in Supermärkten, in Tankstellen und im Fernseher auf Shopping-Kanälen finden. Was die Auswahl natürlich nicht einfacher macht.
PC-WELT will Ihnen bei der Kaufentscheidung helfen. Voraussetzung dafür: Sie wissen, welche Motive Sie vermutlich am häufigsten ablichten: Sind Sie passionierter Hobbygärtner und fotografieren am liebsten Blüten in Nahaufnahme? Steckt ein kleiner Steven Spielberg in Ihnen, wodurch Sie viel Wert auf eine optimale Videofunktion legen? Oder möchten Sie einfach nur Urlaubserinnerungen festhalten und brauchen dafür eine Kamera, die Sie auch an den Strand oder Pool mitnehmen können?
Wir haben die wichtigsten Kaufkriterien für diese und weitere Anwendungsbeispiele zusammengestellt, damit Sie die optimale Kompaktkamera finden. Haben Sie dann Ihre Auswahl auf zwei bis drei Kameramodelle begrenzt, machen Sie den Praxistest! Nehmen Sie die Kandidatinnen in die Hand, probieren Sie sie aus, und wählen Sie dann das Gerät, dessen Bedienung Ihnen am meisten zusagt. Informationen über die Bildqualität aktueller Digitalkameras finden Sie in unseren Tests.
Für Naturfreunde: Makro und Geschwindigkeit
Wer in der Natur unterwegs ist, sei es im eigenen Garten, in öffentlichen Parks oder im Wald, findet dort unzählige spannende Motive. Dabei zeigt sich: Je größer Sie ein Motiv aufziehen, desto interessanter wird es: Blüten entfalten erst ihre ganze Pracht, wenn die Staubgefäße zu sehen sind. Ein Tannenzapfen wird durch eine extreme Vergrößerung zu einem bizarren Gebilde. Und wenn Sie eine Biene bei der Arbeit erwischen, ist dies erst recht ein ganz besonderes Motiv.
Voraussetzung für derart beeindruckende Perspektiven ist eine Kamera mit Supermakromodus. Er stellt das Motiv meist schon bei einem Abstand von einem Zentimeter zur Kamera scharf. Auch der Einsatz eines Objektivadapters und einer Makro-Linse ermöglicht tolle Nahaufnahmen. Dafür muss eine Kompaktkamera jedoch ein spezielles Gewinde am Objektiv besitzen. Als dritte Alternative für Close-Ups können Sie auch an das Motiv heranzoomen, was vor allem Sinn macht, wenn das Motiv sehr schreckhaft ist - etwa eine Biene oder ein Schmetterling. Dann ist jedoch ein Stativ unverzichtbar, damit die zoombedingte längere Belichtungszeit keine Unschärfen verursacht. Um die Tiere nicht zu verjagen, sollten Sie zudem die Kameratöne ausschalten können. Außerdem ist eine kurze Auslöseverzögerung und/oder ein schneller Serienbildmodus mit mindestens vier Bildern pro Sekunde hilfreich, um die optimale Position des Motivs zu erhalten.

Für Urlauber: Robuster Reiseführer mit Spezialausstattung

Urlaubszeit ist Reisezeit. Und egal, ob es Sie ans Meer, in die Berge oder zu einer Städterundreise zieht - man möchte am liebsten alle Urlaubseindrücke in Bildern festhalten. Gehören Sie zu den passionierten Badeurlaubern, sollte Ihre Kamera optimalerweise wasserfest und staubdicht sein. So können ihr ein Bad im Meer - etwa beim Schnorcheln oder  Tauchen - sowie ein paar Sandkörnchen nichts anhaben. Möchten Sie auch unter Wasser fotografieren, ist ein Motivprogramm "Tauchen" hilfreich, das den Weißabgleich und die Helligkeit an Neptuns Reich anpasst.
Zieht es Sie dagegen in die Berge, gerne auch in extremere Höhen, sollte Ihre zukünftige Kamera neben der Wasser- und Staubfestigkeit unbedingt auch starke Temperaturen aushalten. Ein nettes Gimmick ist zudem ein eingebautes Manometer.
Wer seinen Urlaub in den Großstädten der Welt verbringt, kann seine Sightseeing-Touren später nachvollziehen, falls seine Kamera mit einem GPS-Modul versehen ist. Ist die GPS-Funktion aktiviert, speichert die Kamera zu jedem Bild die Geo-Daten, also den Ort, an dem es gemacht wurde. Diese Daten lassen sich auf einer Karte anzeigen, um die Routen nachzuvollziehen. Manche Kameramodelle sind zusätzlich zu dem GPS-Modul mit Reiseführerinfos ausgestattet.Die Kamera erkennt eine Sehenswürdigkeit anhand ihrer GPS-Daten und zeigt die dazugehörigen Infos auf dem Display an.

Für Bildkünstler: Sinnvoller Sensor, wenig Zoom und manuelle Einstellungen

Manche Hobbyfotografen haben keine Lieblingsmotive, sie wollen einfach nur die beste Bildqualität für alle Gelegenheiten. Sie sollten daher bei der Auswahl der drei Kernelemente einer Digitalkamera - Bildsensor, Bildprozessor und Objektiv - keine Kompromisse eingehen. Was den Bildsensor angeht, so sind die so genannten BSI-Sensoren derzeit das Nonplusultra. Sie werden sozusagen verkehrt herum in eine Kamera eingebaut, wodurch die lichtempfindliche Fläche nicht durch Leiterbahnen und andere Elektronik abgeschattet wird. Der Sensor sollte möglichst groß sein, optimalerweise größer als der bei Kompaktkameras übliche 1/2,3-Zoll-Chip. Bei der Auflösung reichen 10 Megapixel absolut aus, weniger finden Sie kaum mehr.
Anders als bei System- und Spiegelreflexkameras haben Sie bei Kompaktkameras kein Mitspracherecht, was die Wahl des Objektivs angeht. Allerdings bestücken manche Kamerahersteller ihre Modelle mit Linsen aus namhaftem Hause: Vor allem Leica, Schneider Kreuznach und Zeiss sind da zu nennen. Für eine optimale Bildqualität sollten die Objektive über nicht mehr als einen 5fach-Zoom verfügen. Superzoom-Kameras mit 20fach- und mehr Zoom neigen zu Unschärfen, bedingt durch die lange Brennweite. Hier benötigen Sie ein Stativ, falls Sie das Tele voll nutzen möchten.
Neben der technischen Ausstattung sollte Ihre neue Kamera auch noch einige Funktionen beherrschen, die Ihnen einen direkten Einfluss auf die Bildqualität gewähren: Blenden- und Zeitvorwahl sowie ein manueller Modus sorgen für die optimale Belichtung. Mittels manuellem Weißabgleich vermeiden Sie Farbstiche und andere Verfärbungen. Zuguterletzt bietet Ihnen der RAW-Modus die Möglichkeit, per Software alle Parameter außer Blende, Verschlusszeit und Lichtempfindlichkeit nach der Aufnahme selbst anzupassen.
Für Hobbyfilmer: Full-HD und Spezialfunktionen
Längst ist die Videofunktion in Kompaktkameras keine überflüssige Beigabe mehr, die mit VGA-Auflösung pixelig vor sich hin ruckelt. Wer ernsthaft Videos aufzeichnen, sich dafür aber keinen Camcorder anschaffen möchte, kann dies mittlerweile auch mit einer Digitalkamera. Für die optimale Videoaufzeichnung sollte eine Kamera die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel beherrschen - was nahezu alle aktuellen Modelle tun. Unterschiede gibt es jedoch bei der Bildfrequenz: Achten Sie hier darauf, dass das Gerät mit 50 oder 60 Vollbildern pro Sekunde (50p oder 60p) aufzeichnet. Manche Modelle schaffen nur 50 oder 60 Halbbilder (50i oder 60i), was dann 25 beziehungsweise 30 Vollbildern entspricht - und das ruckelt deutlich stärker als 50p oder 60p.
Da Kompaktkameras keine manuelle Justierung der Schärfe zulassen, sind Sie hier auf den Autofokus angewiesen. Besonders beim Zoomen während der Videoaufnahme gelangt der Autofokus oft an seine Grenzen: Entweder hinkt er mit dem Scharfstellen hinterher oder versagt komplett. Wie sich eine Kamera hinsichtlich des Nachschärfens verhält, können Sie nur durch Ausprobieren herausfinden. Bei der Gelegenheit sollten Sie auch gleich überprüfen, ob das Gerät Optimierungsmaßnahmen für die Videofunktion bereit stellt, etwa einen Windgeräuschfilter und einen Bildstabilisator. 
Ein großes, hochauflösendes Display vereinfacht die Bildkontrolle. Hier sollten es mindestens 3 Zoll bei 460 000 Pixel sein. Zum Übertragen der fertigen Clips auf den TV besitzt eine Kamera am besten einen HDMI-Anschluss - der jedoch bei den meisten aktuellen Modellen mittlerweile Standard ist. Nützlich für Spontanfilmer ist ein extra Knopf am Gehäuse, der die Videofunktion sofort startet. Um ihn prominent herauszustellen, färben die Hersteller den Knopf meist rot.
Für Kinder: Günstig und einfache Bedienung
Wer seinen Kindern eine Kamera schenken möchte, sollte dabei nicht mehr als 150 Euro ausgeben. Halten Sie sich außerdem an bekannte Hersteller - denn auch, wenn B-Brands manchmal mit Tiefstpreisen locken, die Bildqualität ist meist ebenso unterirdisch. Wichtig bei einer kindgerechten Kamera ist vor allem eine einfache Bedienung: Achten Sie auf eine übersichtlich gehaltene Kamerarückseite und große Knöpfe, die auch Kinderhände gut bedienen können. Komplizierte Menüs und zu viele Funktionen können Kinder schnell überfordern und den Fotospaß trüben. Sehen Sie die Kinderkamera lieber als Einstiegsgerät, das den Weg zur anspruchsvollen Kompaktmodell, einer Systemkamera oder gar einer DSLR ebnet.
Neben der einfachen Handhabung gehört auch ein kompaktes und robustes Gehäuse zu den Ausstattungsmerkmalen, die eine kindgerechte Kamera haben soll. In stabilen Kunststoff gehüllt, darf die Kamera auch mal auf den Boden fallen, ohne kaputt zu gehen. Metallgehäuse kommen bei einem Sturz schon mal zu Schaden und sind meist schwerer als Kunststoffgehäuse.
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