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Die optimale Micro-SD-Karte finden

31.03.2014 | 10:44 Uhr |

Aus der mobilen Welt sind MicroSD-Karten nicht mehr wegzudenken. Mit Hilfe der zierlichen Karten erweitern Sie bequem und kostengünstig den Speicherplatz im Smartphone, Tablet, Handheld, MP3-Player und Navi. Mit unseren Kauf-Tipps finden Sie die passende Karte für Ihr Mobilgerät.

Bei einem Millimeter Höhe nimmt eine Micro-SD-Karte lediglich die Fläche eine Fingernagels ein. Deswegen eignet sich dieser Speicherkartentyp perfekt für den mobilen Einsatz. Man unterscheidet aktuell drei Kapazitätsklassen. Karten nach dem bei Secure-Digital-Standard nutzen das FAT16-Dateisystem und bieten brutto maximal 2 Gigabyte Speicherplatz. Standard Secure Digital High Capacity (SDHC) verwenden üblicherweise das Dateisystem FAT32 und haben eine Kapazitätsgrenze von maximal 32 Gigabyte.

Für größere Karten ist das Nachfolgeformat SDXC (Secure Digital Extended Capacity) gedacht, das das Dateisystem exFAT (Extended File Allocation Table) nutzt und für ein Speichervolumen zwischen 64 Gigabyte und 2 Terabyte bietet. Aktuell sind allerdings nur Micro-SDXC-Karten mit 64 GB auf dem Markt. Sandisk hat aber kürzlich die erste 128-GB-Karte vorgestellt , die noch im ersten Quartal diesen Jahres erhältlich sein soll.

SanDisk Ultra microSDXC UHS-I 128 GB
Vergrößern SanDisk Ultra microSDXC UHS-I 128 GB
© Sandisk

Die Datenbus- und Tempoklassen der Micro-SD-Karten

Der Secure-Digital-Standard definiert Geschwindigkeitsklassen . Schon etwas älter ist die Einteilung "Class 2" bis "Class 10". Diese Tempoklassen bestimmt die minimale Schreibtransferrate einer Micro-SD-Karte. Eine Class-10-Karte lässt sich mit mindestens 10 MB/s beschreiben, bei Class 6 beträgt die minimale Datenrate 6 MB/s und so weiter. In unserem Test haben wir fast alle Class-10-Karten versammelt, die derzeit auf dem Markt sind. Erfreulicherweise sind ein Großteil der getesteten Micro-SD-Karten deutlich schneller, als es die Geschwindigkeitsklasse 10 verspricht.

Im Gegensatz zum Schreibtempo legt die Class-Einteilung nicht die Lesegeschwindigkeit fest. Aber auch hier gibt es entweder auf der Verkaufsverpackung konkrete Angaben zur Lesedatenrate oder einen sogenannten "x"-Wert, der ein Vielfaches der einfachen Geschwindigkeit beim CD-Brennen von 150 Kilobyte/s endspricht. In der Regel lesen Class-10-Karten mit mindestens 66facher (10 MB/s) Geschwindigkeit, es gibt aber auch "übertaktete" Modelle die bis zu zehnmal so schnell unterwegs sind. Das Spektrum bei den Leseraten reicht bei der aktuellen Kartengeneration von 150x (22,5 MB/s) bis 633x (95 MB/s).

Der moderne Tempostandard für Speicherkarten nennt sich Ultra High Speed (UHS) und führt einen deutlich schnelleren Datenbus ein. Das UHS-Zertifikat definiert, ähnlich bei wie SATA bei Festplatten, zunächst nur eine theoretische, maximal mögliche Transferrate, die die UHS-Schnittstelle transportieren kann - ohne konkret auf Lese- und Schreibraten der Speicherkarten einzugehen.

Die aktuell erhältlichen UHS-I-Modelle sind für Datenraten von bis zu 104 MB/s ausgelegt und unterteilen sich zusätzlich in die Geschwindigkeitsklassen UHS-I Class 1 sowie UHS-I Class 3 mit einer Mindestschreibrate von 10 respektive 30 MB/s. Im zweiten Schritt soll das Transfertempo bei UHS-II-Karten auf bis zu 312 MB/s steigen. Erhältlich sind die Turbokarten allerdings noch nicht und Schreibgeschwindigkeitsklassen hat die Standardisierungsgremium, die SD Association , auch noch nicht definiert.

Eine UHS-Speicherkarte kann ihr Tempopotenzial aber nur dann ausspielen, wenn auch das Smartphone oder Tablet die Micro-SD-Karte über einen UHS-Datenbus ansteuert. Gleiches gilt natürlich für externe Endgeräte wie Kartenleser und USB-SD-Adapter. Allerdings gibt es derzeit nur eine Handvoll Endgeräte mit UHS-Schnittstelle, darunter einige Kartenleser, Kameras und Windows-Phone-8-Smartphones. Wie hoch die Datenraten beim Lesen und Schreiben tatsächlich sind, hängt also stark vom Endgerät ab, in das Sie ihre Micro-SD-Karte einsetzen.

Preis pro Gigabyte: Welche Karten wirklich günstig sind

Für die schnellen übertakteten Micro-SD-Karten müssen Sie mit 1,30 bis 1,60 Euro etwa zwei- bis dreimal so viel pro Gigabyte zahlen. Die Mehrkosten sind aber nur gut angelegt, wenn ihr Smartphone oder Tablet die hohen Geschwindigkeiten der Spitzenmodelle auch ausreizen kann. Schnelle Speicherkarten können sich auch lohnen, wenn Sie beispielsweise mit dem Smartphone regelmäßig große Datenmengen erzeugen, die Sie dann per USB-3.0-Schnittstelle - entweder via Kartenleser oder direkt wie beim Samsung Galaxy Note 3 - flott auf den heimischen Rechner transferieren wollen.

In Frage kommen hier etwa HD-Videos und umfangreiche Sammlungen hoch aufgelöster Fotos. Wollen Sie die Micro-SD-Karte überwiegend in Endgeräten ohne UHS-Datenbus nutzen und die Speicherkarte nur in Ausnahmefällen ausbauen, können Sie ohne Reue auch zu einem mäßig schnellen, aber dafür preisgünstigen Modell greifen. Sie müssen dann nur 50 bis 70 Cent pro Gigabyte bezahlen.

Hersteller-Extras: Programme, Adapter und lange Garantiezeit

Meist mit im Lieferumfang dabei: Micro-SD-auf-SD-Adapter
Vergrößern Meist mit im Lieferumfang dabei: Micro-SD-auf-SD-Adapter

Gut ausgestattet Micro-SD-Karten müssen nicht zwangsläufig mehr kosten, als ganz blanke Modelle. Es kann sich also durchaus lohnen, den Lieferumfang zu vergleichen. Ein Datenwiederherstellungs-Programm kann vor dem Verlust kostbarer Schnappschüsse schützen. Wer seinen herkömmlichen Kartenleser füttern will, greift zu einem Modell mit SD-Adapter. Und wenn Sie noch keinen Kartenleser haben, ist vielleicht gerade eine Karte mit USB-3.0-Micro-SD-Adapter ideal.

Noch wichtiger als der Lieferumfang ist natürlich die erweiterte Garantiezeit. Einige Hersteller wie Kingston, Sandisk, Transcend und Verbatim bieten eine lebenslange Garantie an. Adata und Samsung gewähren immerhin noch 10 Jahre - bei den kurzen Produktzyklen von Speicherkarten sollte das ebenfalls noch dicke reichen, wenn Sie sich dann eine Dekade später eine nagelneu "64-Terabyte-Nano-SD-Speicherkarte" gönnen. Selbst mit den 5 Jahren, die Hersteller wie CnMemory, Hama, i.onik, Lexar und Patriot bieten, sollten Sie noch auf der sicheren Seite sein.

Lebenslang: die erweiterte Garantiezeit einiger Hersteller
Vergrößern Lebenslang: die erweiterte Garantiezeit einiger Hersteller

Lediglich die 24 Monate von Intenso sind für eine Speicherkarte im Vergleich zu knapp bemessen. Beachten Sie allerdings: Der erweiterte Garantieanspruch gilt nur für Erstbesitzer und lässt sich nach vielen langen Jahren oft auch nicht so ohne weiteres durchsetzen - ganz zu schweigen davon, ob die Unternehmen dann überhaupt noch existieren.
  
Fazit: Achten Sie auf Preis, Lieferumfang und Garantiezeit
Die Geschwindigkeitsklasse einer Micro-SD-Karte sagt nichts über das tatsächliche Praxistempo aus. Doch die schnellsten Speicherkarten im Test sind nicht zwangsläufig die ideale Wahl für Sie. Abhängig vom Endgerät und Einsatzzweck ist möglicherweise ein nur durchschnittlich schnelles, aber dafür auch nur halb so teures Modell die bessere Option. Überlegen Sie auch, ob Sie zusätzlich zur Speicherkarte noch Software oder Adapter brauchen – der Preisunterschied ist hier sehr gering. Und wenn Sie ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, holen Sie sich gleich eine Micro-SD-Karte mit mindestens 10 Jahren Garantie.

-> Micro-SD-Speicherkarten mit 16 GB im Test

-> Micro-SD-Speicherkarten mit 32 GB im Test

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