Kameratechniken: Der Weißabgleich

Freitag den 20.07.2012 um 12:00 Uhr

von Verena Ottmann

Weißabgleichs-Option "Bewölkt"
Vergrößern Weißabgleichs-Option "Bewölkt"

Der Weißabgleich einer Digitalkamera sorgt dafür, dass weiße Flächen in Ihren Bildern auch weiß dargestellt werden - egal, ob Sie bei Kerzenschein, Sonnenlicht oder unter einer Neonröhre fotografiert haben. Dazu muss die Funktion entsprechend flexibel reagieren, denn jede Lichtquelle hat eine andere Farbtemperatur (Einheit: Kelvin) und wirkt sich anders auf die Farbgebung eines Bildes aus. Die Aufgabe des Weißabgleichs ist es daher, die Farbwerte in der Aufnahme an die Farbtemperatur der vorhandenen Lichtquelle anzupassen und auf diese Weise einen Farbstich zu verhindern.

Weißabgleichs-Option "Fluoreszent"
Vergrößern Weißabgleichs-Option "Fluoreszent"

Die meisten Kompaktkameras sind mit einem automatischen Weißabgleich ausgestattet. Ist er aktiv, sucht die Kamera die hellste Stelle im Bild und definiert diese als weiß. Dieses Verfahren funktioniert in der Regel zwar ganz gut. Allerdings kann es dennoch zu Farbstichen kommen, etwa wenn die definierte Stelle nicht weiß, sondern farbig ist.

Weißabgleichs-Optionen: Für die wichtigsten Lichtquellen

Deutlich bessere Ergebnisse erzielen Sie daher, wenn Sie Ihrer Kamera die Lichtquelle und damit die Farbtemperatur vorgeben. Diese Möglichkeit bieten übrigens auch schon höherpreisige Smartphones. Im Bedienmenü der Kamera oder des Smartphones finden Sie unter "Weißabgleich" etwa die Optionen "Glühlampe", "Sonnenlicht", "Wolkig" und Neonröhre" oder entsprechende Symbole.

Bei dieser Fujifilm-Kamera können Sie die Farbtemperatur
direkt auswählen.
Vergrößern Bei dieser Fujifilm-Kamera können Sie die Farbtemperatur direkt auswählen.

Bei manchen Kameramodellen können Sie auch den Kelvin-Wert direkt eingeben. Wie die Kamera auf die Eingabe reagiert, sprich, ob sie einen Farbstich produziert, können Sie auf dem Display kontrollieren. Grundsätzlich gilt immer: Ein Bild wird umso röter, je geringer die Farbtemperatur ist. Je höher der Kelvin-Wert ist, desto bläulicher wird eine Aufnahme.

 Die gängigsten Lichtquellen und die dazugehörigen Farbtemperaturen in Kelvin (K) sind:

  • Kerze: 1500 K, Bild zeigt Rotstich auf
  • Glühbirne: 2000-2500 K, Bild hat leichten Orange-Stich 
  • Neonlampe: 3000 K, leichter Gelbstich
  • Tageslicht: 5000 K, kein Farbstich
  • Sonne: 6000 K, heller Cyanstich
  • Wolkig: 8000 K, etwas dunklerer Cyanstich
  • Schatten: 9000 K, dunkler Cyanstich

Manueller Weißabgleich: Aufwändig, aber bessere Ergebnisse

Zusätzlich zum automatischen Weißabgleich und den verschiedenen Lichtquellen-Optionen lassen höherpreisige Kompakte, Systemkameras und DSLRs einen manuellen Weißabgleich zu. Mit ihm können Sie konkret eine weiße Fläche als weiß definieren, um Farbstiche zuverlässig zu vermeiden.

Mit einer solchen Graukarte können Sie den manuellen
Weißabgleich optimal einsetzen.
Vergrößern Mit einer solchen Graukarte können Sie den manuellen Weißabgleich optimal einsetzen.
© Teufel

Allerdings ist die Justierung des manuellen Weißabgleichs etwas aufwändiger: Sie benötigen dazu ein Blatt weißes Papier oder - noch besser - eine Graukarte zur Kalibrierung. Haben Sie den manuellen Weißabgleich gestartet, müssen Sie das Blatt Papier oder die Graukarte formatfüllend abfotografieren. Danach nimmt die Kamera den Farbton des Papiers beziehungsweise der Graukarte als weiß an und passt die Farbgebung der zukünftigen Aufnahmen daran an. Aber Achtung: Die Weißabgleichseinstellungen gelten nur, solange das Licht nicht verändert wird!

Freitag den 20.07.2012 um 12:00 Uhr

von Verena Ottmann

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