Käuferschutz, Sicherheitsschlüssel und Kundenservice-PIN

Paypal-Konto sicher nutzen

Mittwoch, 06.06.2012 | 10:23 von Moritz Jäger
Bildergalerie öffnen Sicherheit bei Paypal
© Paypal
Der Bezahldienst Paypal ist eine beliebte Alternative zur Kreditkarte. Das liegt auch daran, dass der Dienst inzwischen über ausgefeilte Sicherheitsfunktionen verfügt, die Käufer, Verkäufer und deren Konten schützen. PC-Welt.de stellt die Funktionen vor.
Seit Paypal 1998 gegründet wurde, hat sich einiges getan. Spätestens seit der Übernahme durch eBay und die darauf folgende Integration in die Verkaufsplattform hat sich Paypal als Alternative zur Kreditkarte etabliert. Was nur wenigen bekannt ist: Paypal ist nicht nur ein Bezahldienst, sondern verfügt auch über eine gültige Banklizenz. Allerdings sind die Guthaben auf einem Paypal-Konto nicht über ein Einlagensicherungssystem geschützt.

So geht's mit Paypal: Käuferschutz gegen Abzocker

Die meisten Nutzer verwenden den Dienst wohl als Käufer. Da Paypal ein Vorkassen-System darstellt, ist es für Betrüger oftmals verlockend, das Geld zu kassieren und die versprochene Ware niemals zu liefern oder einen Artikel zu versenden, der nicht der Beschreibung entspricht. In diesen beiden Fällen greift der so genannte Käuferschutz . Dieser besteht aus zwei Komponenten. Im ersten Schritt versucht Paypal einen direkten Kontakt zwischen den beiden Parteien herzustellen. Diese erste Konfliktmeldung muss innerhalb von 45 Tagen nach der Bezahlung erfolgen. Sollte es zu keiner Klärung kommen, hat man bis zu 20 Tage nach der Konfliktmeldung Zeit, um Paypal die Angelegenheit zu übertragen. Die entsprechende Option findet sich hier im Nutzerportal . Paypal erklärt den Käuferschutz in diesem Video:

Die Voraussetzungen für den Käuferschutz sind relativ simpel: Die Ware muss per Paypal bezahlt worden sein und es muss sich um etwas handeln, dass physikalisch verschickt werden kann - eBooks oder ähnliche Produkte fallen also nicht darunter. Ebenfalls ausgenommen sind Fahrzeuge und Produkte, die gegen die Paypal-Nutzerbedingungen verstoßen.

Verkäuferschutz - Hilfe für ehrliche Händler

Nicht nur bei den Händlern gibt es schwarze Schafe, auch Käufer nehmen es mit der Zahlungsmoral nicht immer genau. Der Verkäuferschutz greift beispielsweise bei Rücklastschriften, Kontounterdeckung, Kontomissbrauch, Rückbuchungen von Kreditkartenzahlungen und bei ungerechtfertigten Käuferbeschwerden. Allerdings müssen die Verkäufer dafür einige Punkte erfüllen. Paypal verlangt einen Nachweis, dass die Ware versichert versendet wurde. Zudem muss die Ware an die vom Verkäufer an die Adresse gesendet werden, die der Käufer in seinem Paypal-Profil hinterlegt hat - lassen Sie sich also auf keinen Fall auf eine alternative Adresse ein.

Technische Sicherheit: Token und PIN

Neben den Schutzfunktionen im Hintergrund gibt der Dienst seinen Nutzern zwei Möglichkeiten, aktiv das eigene Konto zu schützen: Den Sicherheitsschlüssel und die Kundenservice-PIN. Der Sicherheitsschlüssel ist eine so genannte Token-Lösung. Sie generiert jede Minute eine neue, sechsstellige Zahlenkombination. Ist der Sicherheitsschlüssel im Nutzerprofil aktiviert, fragt Paypal die jeweils aktuelle Kombination bei jedem Login ab – nur wenn ein Benutzer Passwort und Token-Nummer richtig eingibt, erhält er Zugriff auf sein Konto.

Paypal liefert den Sicherheitsschlüssel in zwei Varianten: Als Hardware-Token im Scheckkartenformat und als SMS-Dienst. Letzterer arbeitet ähnlich wie das bei der Online-Überweisung bekannte mTAN-Verfahren, bei jedem Login schickt Paypal den passenden Code an die hinterlegte Handynummer. Während der SMS-Sicherheitsschlüssel kostenlos ist, fallen für die Hardware-Variante 23 Euro Gebühren an. Dafür funktioniert der Hardware-Sicherheitsschlüssel auch mit eBay, die SMS-Variante klappt zum Testzeitpunkt nur mit Paypal.

Die zweite Sicherheitsfunktion ist die Kundenservice-PIN . Diese nutzt Paypal, um bei einem Gespräch die Identität des Anrufers zu verifizieren. Die PIN erscheint im Kundenbereich und ist jeweils eine Stunde gültig.

Ein Trick für die Besitzer des Hardware-Tokens: Wer seine Token-ID beim Login direkt im Anschluss an das Passwort eingibt, kann die separate Abfrage überspringen. Das klappt sowohl bei Paypal wie auch bei eBay.

Fazit

Wer Paypal ausgiebig nutzt, egal ob als Käufer oder Verkäufer, sollte in jedem Fall in einen Hardware-Token investieren. Zu Beginn ist der zusätzliche Schritt etwas nervig, allerdings gewöhnt man sich schnell an die Sicherheitserweiterung. Googlemail und Blizzard bieten zwar ähnliche Konzepte, allerdings sind diese nicht zueinander kompatibel. In jedem Fall sichert man das eigene Konto effektiv gegen Attacken und Übernahmen ab. Grundsätzlich lässt sich zwar auch der Token-Schutz durch gezielte Man-in-the-Browser-Attacken aushebeln, das setzt aber ein sehr hohes technisches Know-How voraus, welches nur wenige Kriminellen besitzen. Oder, um es mit einem alten Barwitz auszudrücken: Man selbst muss nicht das sicherste System haben, es muss nur sicherer sein als die meisten anderen.

Mittwoch, 06.06.2012 | 10:23 von Moritz Jäger
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (8)
  • magiceye04 11:53 | 09.06.2012

    Zitat: Lobogang58
    Auch das PayPal inzwischen eine Banklizenz hat ist durchaus positiv zu bemerken.
    Die Luxemburgische "Banklizenz" hat Paypal schon länger - und das ist eigentlich auch einer der größten Kritikpunkte: Sie spielen sich auf wie eine Bank, obwohl sie in Deutschland keine sind (Konten sperren, Gelder einfrieren)
    Zitat: Fröschli
    :aua: Meine Einkäufe über das Internet liegen im 2-stelligen tausender Betrag. (ca. 40) Davon in mehreren Ländern in Europa und in USA. Betrogen wurde ich bisher "ausschlieslich durch DEUTSCHE!" Diese waren alle Anbieter bei eBay! ... Über das Internet kaufe ich ein, weil ich in einer Gegend wohne, wo die nächsten grösseren Orte 100 - 150 km entfernt liegen und in unserer Gegend noch lange nicht alles angeboten wird, was man möchte.
    Wer zwingt Dich denn, bei windigen Ebay-Abzockern zu kaufen?? Wer sowas regelmäßig macht, ist selber schuld, da muß man ja zwangswweise den Jackpot knacken. Es gibt auch einen Online-Handel außerhalb von Ebay. Seriöse Firmen, die das schon seit Jahrzehnten machen. PS: Die c't berichtet regelmäßig kritisch über Painpal, ist also nicht so, dass die Presse komplett gekauft ist.

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  • ohmotzky 07:43 | 09.06.2012

    Zitat: Fröschli
    :aua: Meine Einkäufe über das Internet liegen im 2-stelligen tausender Betrag. (ca. 40) Davon in mehreren Ländern in Europa und in USA. Betrogen wurde ich bisher "ausschlieslich durch DEUTSCHE!" Diese waren alle Anbieter bei eBay! Der grösste Einzelfall lag bei annähernd 500,00 EURO!, durch einen Händler! Das war vor der Einführung von PayPal. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Deutschen den Europameistertitel im Internetbetrug erlangt haben!!! Sicher wird es auch noch zum Weltmeistertitel reichen. Es ist nur eine Frage der Zeit. An der Sucht nach Weltmeistertiteln fehlt es nicht!!! Über das Internet kaufe ich ein, weil ich in einer Gegend wohne, wo die nächsten grösseren Orte 100 - 150 km entfernt liegen und in unserer Gegend noch lange nicht alles angeboten wird, was man möchte.
    Dank Internet musst du ja nicht von Deutschen kaufen, übrigens nicht jeder Händler der in Deutschland verkauft ist auch Deutscher, mach dich mal schlau...........

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  • deoroller 16:01 | 07.06.2012

    Im Moment ist es nur eine Behauptung, bzw. persönliche Einschätzung.

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  • P.A.C.O. 15:49 | 07.06.2012

    Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Deutschen den Europameistertitel im Internetbetrug erlangt haben!!!
    Deutsche Staatsbürger? Accounts aus Deutschland? Oder wie...

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  • Fröschli 15:47 | 07.06.2012

    Wenn man Glück hat! Die Deutschen sind immerhin Europameister im Internet-Betrug!!!!

    :aua:

    Zitat: Lobogang58
    So langsam empfinde ich die Berichterstattung hier als nur noch als reine Werbung. Nicht nur das mit unsicherer Datenspeicherung in der Cloud für einschlägige Konzerne geworben wird, nun auch noch PayPal, das zukünftig wohl zwangsweise eingeführte Zahlungssystem von Ebay. Liebe Redaktion, ich kenne in meinem recht weiten Umfeld mehr als genug Menschen, die mit PayPal (und auch anderen z.B. Click&Bye) ihre einschlägigen negativen Erfahrungen gemacht haben. Von Käuferschutz kann da keine Rede sein. Sogar Verbraucherschützer kritisieren PayPal aus verschiedensten Gründen. Ich persönliche habe in den letzten 10 Jahren bei Ebay nicht einen einzigen Kauf oder Verkauf gehabt in dem ich hätte eingreifen müssen oder aber gar betrogen worden wäre. Die Nachteile dieses Bezahlsystems (lange Wartezeiten, gesperrte Konten usw.) überwiegen bei weitem. Zudem vertraue ich deren Datenhaltung, nach diversen Hackerattacken, ohnehin nicht mehr. Schade eigentlich, die PC-Welt war mal eine durchaus auch kritische Stimme. Inzwischen ist es wohl nur noch ein Werbeblatt.
    Meine Einkäufe über das Internet liegen im 2-stelligen tausender Betrag. (ca. 40) Davon in mehreren Ländern in Europa und in USA. Betrogen wurde ich bisher "ausschlieslich durch DEUTSCHE!" Diese waren alle Anbieter bei eBay! Der grösste Einzelfall lag bei annähernd 500,00 EURO!, durch einen Händler! Das war vor der Einführung von PayPal. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Deutschen den Europameistertitel im Internetbetrug erlangt haben!!! Sicher wird es auch noch zum Weltmeistertitel reichen. Es ist nur eine Frage der Zeit. An der Sucht nach Weltmeistertiteln fehlt es nicht!!! Über das Internet kaufe ich ein, weil ich in einer Gegend wohne, wo die nächsten grösseren Orte 100 - 150 km entfernt liegen und in unserer Gegend noch lange nicht alles angeboten wird, was man möchte.

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