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KDE: Die besten Tipps für den Linux-Desktop

27.06.2016 | 14:50 Uhr |

KDE vereint unzählige praktische Funktionen und sieht auch noch schön aus. Geizig zeigen sich die Entwickler allerdings mit der Dokumentation. Da ist eine nützliche Funktion schnell mal übersehen. Mit unseren Tipps passiert Ihnen das nicht!

Ohne Zweifel ist die freie Wahl des Desktops einer der größten Vorzüge von Linux. Das bietet Ihnen in dieser Form kein anderes Betriebssystem. Man stelle sich vor, Nutzer von Windows könnten je nach Laune und Tageszeit, eine Oberfläche wie Windows 10 oder Mac-OS oder eben Linux starten. Unter Linux geht das. Wie Sie KDE, die beliebteste Linux-Oberfläche, noch besser und attraktiver machen, zeigen die folgenden Tipps. Sie gelten für KDE allgemein, so etwa für Kubuntu, aber natürlich auch für die auf Heft-DVD enthaltenen Betriebssysteme Linux Mint 17.3 KDE-Edition und Manjaro 15.12 KDE.

Siehe auch: KDE - der beliebteste Linux-Desktop im Überblick

Desktophintergrund ändern

Es ist zwar trivial – aber leider nicht offensichtlich: Das Ändern des Desktophintergrunds finden Sie nirgends in den Systemeinstellungen und auch beim Rechtsklick auf dem Desktop erscheint keine Option „Hintergrundbild …“. Einschlägig ist hier vielmehr die Kontextoption „Einstellungen für „Ordner“ – dann erhalten Sie die Einstellungen für den Plasma-Desktop und dort die Standard-Hintergrundbilder oder auch die Möglichkeit, ein eigenes Bild anzugeben. Technisch ist diese Kontextoption völlig korrekt, aber keinesfalls intuitiv.

Krunner: Mehr als nur „Ausführen“

Jeder Linux-Desktop hat einen Mini-Ausführen-Dialog für schnelle Programmstarts, der gewöhnlich mit Alt-F2 gestartet wird. Unter KDE nennt sich das Tool Krunner – und es kann einiges mehr als vergleichbare Eingabedialoge. Kleine vorinstallierte Erweiterungen geben Krunner zusätzliche Fähigkeiten zum Navigieren, zum Rechnen und zur Websuche.

Suche im Web: Um direkt aus Krunner bei Google oder in der Wikipedia zu suchen, beginnen Sie die Eingabe mit „gg: [Suche]“ beziehungsweise „wp: [Suche]“. Es gibt noch zahlreiche weitere Krunner-Übergabekürzel für den Standardbrowser, die Sie durch die Eingabe „Webkürzel“ angezeigt bekommen.

Berechnungen: Krunner kann mit vorangestelltem „=“ komplexe Berechnungen erledigen, wie etwa

=sqrt(18)+45*78,9

Anwendungen finden: Krunner bietet eine Instant Search für installierte Programme. Wenn Sie die Buchstaben des Programmnamens eintippen, werden bereits die passenden Programme gefiltert und angezeigt. Per Mausklick wählen Sie die passende Software.

Hängende Programme beenden: Mit „kill [Programm]“ sendet Krunner ein Term-Signal an einen laufenden Prozess.

Manpages: Das Terminal bleibt weiter benutzbar und die Dokumentation ist weitaus besser lesbar, wenn Sie die Manpages zu Kommandotools im Krunner aufrufen – etwa „man:dd“. Die Hilfeseite wird dann im Browser angezeigt.

Dateisystem und Websites: Selbstverständlich kann Krunner auch Ordnerangaben oder URLs direkt an die richtigen Programme – nämlich an Dolphin oder an den Standardbrowser schicken. Bei Eingabe „~“ öffnet Dolphin das Home-Verzeichnis, bei Eingabe „pcwelt.de“ lädt Firefox die angegebene Website.

Wer die Möglichkeiten von Krunner schätzt, sollte eine komfortablere Tastenkombination als Alt-F2 in Erwägung ziehen. Den Hotkey finden Sie in den Systemeinstellungen unter „Kurzbefehle und Gestensteuerung -> Globale Kurzbefehle -> Oberfläche zur Ausführung von Befehlen“.

Die Mehrfach-Zwischenablage Klipper

Das Eingabefeld hat eine ganze Reihe von nützlichen, aber durchaus gewöhnungsbedürftigen Spezialitäten zu bieten – hier den Start einer Manpage.
Vergrößern Das Eingabefeld hat eine ganze Reihe von nützlichen, aber durchaus gewöhnungsbedürftigen Spezialitäten zu bieten – hier den Start einer Manpage.

Eine Zwischenablage kann jeder – KDE und sein Tool Klipper können mehr: Nach seinem Start nistet sich das Tool dauerhaft in der Kontrollleiste mit seinem „Scheren“-Symbol ein und sammelt fleißig alle Textschnipsel ein, die Sie mit Strg-C oder „Bearbeiten -> Kopieren“ einlesen. Diese lassen sich dann in beliebiger Reihenfolge an anderer Stelle einfügen, wobei Sie aber zunächst mit Klick auf den Klipper und der Auswahl eines bestimmten Inhalts den gewünschten Text bestimmen müssen.

Arbeiten mit der Kontrollleiste

Das dominierende Element auf dem Desktop ist die Kontrollleiste. Darüber starten Sie nicht nur Anwendungen, sondern wechseln zwischen laufenden Programmfenstern und erreichen wichtige Systemfunktionen wie die Arbeit mit WLAN-Netzwerken. Allerdings wird der Platz schnell knapp. Je mehr Anwendungen laufen und je mehr Einträge in der Leiste zu finden sind, umso weniger Raum für die Anzeige von Informationen bleibt übrig.

Es gibt praktische Funktionen, mit denen Sie die Optik und die Position der Leiste verändern können. Dazu klicken Sie an einer freien Stelle der Leiste mit der rechten Maustaste und nutzen das Kommando „Einstellungen für Kontrollleiste, Kontrollleisten-Einstellungen“. Direkt oberhalb der Kontrollleiste erscheint eine Art von zweiter Kontrollleiste, die zur Steuerung und Anpassung der Leiste verwendet wird. Möchten Sie die Kontrollleiste etwa mehr in der Mitte des Bildschirms sehen und wie ein Dock nutzen, bewegen Sie die kleinen Icons, die mit den Symbolen für Tabulatoren beschriftet sind. Der Schalter mit dem Pfeil nach unten legt den Beginn der Leiste fest. Die beiden anderen Knöpfe regeln die Breite insgesamt. Sie wollen die Leiste lieber breiter oder noch einen Tick schmaler? Dann drücken Sie auf den Schalter „Höhe“ und bewegen die Maus. Die Leiste folgt unmittelbar Ihren Angaben, und der Zustand wird automatisch gespeichert.

Jede Position der Kontrollleiste ist möglich, und bis zu vier Leisten können angelegt und beliebig bestückt werden.
Vergrößern Jede Position der Kontrollleiste ist möglich, und bis zu vier Leisten können angelegt und beliebig bestückt werden.

Wenn Sie die Leiste im Stil von Unity am linken Rand des Bildschirms sehen wollen, dann drücken Sie auf den Schalter „Bildschirmkante“ und bewegen den Mauszeiger, bis die Leiste sich an der Position befindet, die Ihnen zusagt. Sie können auch mehrere (bis zu vier) Kontrollleisten anlegen und nutzen – etwa am linken und unteren Bildschirmrand. Dazu legen Sie einfach weitere Leisten an. Um eine weitere Kontrollleiste anzulegen, klicken Sie auf einer freien Stelle des Desktops (nicht auf der Kontrollleiste) mit der rechten Maustaste. Wählen Sie „Kontrollleiste hinzufügen“. Die beiden üblichen Fälle dürfte entweder die Nutzung einer völlig leeren Kontrollleiste sein oder der Einsatz einer „Standard-Kontrollleiste“. Benutzen Sie die Option „Standard“ und greifen Sie auf eine Kopie der aktuellen Kontrollleiste zu. Diese können Sie dann ganz nach Ihren Wünschen anpassen, also nicht nur die Lage und Position ändern, sondern auch die Miniprogramme und Applets einsetzen (dazu im nächsten Abschnitt mehr). Um eine zusätzliche Kontrollleiste wieder loszuwerden, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und nutzen „Einstellungen für Kontrollleiste, Kontrollleiste entfernen“. Es erfolgt eine Sicherheitsabfrage und ein Mausklick später ist die Leiste wieder verschwunden.

Tipp: Die beliebtesten Programme für KDE

Kontrollleisten mit Apps bestücken

Das Angebot an zusätzlichen Minianwendungen und Programmen für den Desktop und die KDE-Kontrollleiste ist enorm.
Vergrößern Das Angebot an zusätzlichen Minianwendungen und Programmen für den Desktop und die KDE-Kontrollleiste ist enorm.

Nach der Standardinstallation ist die Kontrollleiste bereits mit einer Reihe von Apps bestückt. Dazu gehört etwa das K-Menü, über das Sie Zugriff auf die installierten Programme erhalten. Welche Elemente eine Leiste zeigen soll, legen Sie aber ganz individuell fest. Wenn Sie also zwei K-Menüs, jeweils eines in jeder Kontrollleiste, nutzen wollen, ist auch das möglich.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen Sie „Miniprogramme hinzufügen“. Sie erhalten eine kurze Liste von Komponenten, die Sie nutzen können. Allerdings ist die Auswahl in Wahrheit sehr viel größer, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Die Miniprogramme sind nach Kategorien geordnet. Drücken Sie also auf den gleichnamigen Schalter und sehen Sie sich die Apps an, die Sie interessieren. Mit einem Doppelklick fügen Sie das Programm der gerade aktiven Kontrollleiste hinzu. Installierte und laufende Apps werden mit einem grünen Häkchen markiert. Unter Umständen überlagern sich die Miniprogramme. Dann setzen Sie die Kontrollleiste in den Bearbeitungsmodus und platzieren beispielsweise „Abstandshalter“. Im Bearbeitungsmodus werden Sie auch nicht mehr gewünschte Miniprogramme wieder los. Dazu müssen Sie, wenn die Leiste prall gefüllt ist, vielleicht etwas genauer zielen. Platzieren Sie dann den Mauszeiger auf einen Eintrag und nutzen Sie den Rechtsklick. Es wird dann das Menü zum Entfernen des Eintrags sichtbar.

Es gibt noch sehr viel mehr Auswahl an kleinen Apps für die Kontrollleiste und den Desktop selbst. Drücken Sie dazu auf den Schalter „Neue Miniprogramme holen“. Die KDE-Entwickler sammeln neue Erweiterungen in einem Onlinespeicher. Wenn Sie sich für „Neue Miniprogramme herunterladen“ entscheiden, öffnen Sie einen Dialog, der Ihnen neue Plasmoiden zum Download anbietet. Stöbern Sie in der Liste und lassen Sie sich von den Bewertungen der anderen Nutzer leiten. Haben Sie eine Erweiterung gefunden, die Sie nutzen wollen, drücken Sie einfach auf „Installieren“.

Über das Werkzeugkastensymbol in der rechten oberen Bildschirmecke öffnen Sie die Option „Aktivitäten“.
Vergrößern Über das Werkzeugkastensymbol in der rechten oberen Bildschirmecke öffnen Sie die Option „Aktivitäten“.

Arbeitsflächen je nach Aufgabengebiet

Zum Alltag jedes Anwenders gehören regelmäßige Aufgaben, zu deren Lösung immer die gleichen Programme genutzt werden. Wenn Sie sich mit Buchhaltung und Steuern beschäftigen, verwenden Sie dafür wahrscheinlich immer das gleiche Set von Programmen. Ebenso, wenn es um die Bearbeitung von Fotos oder Screenshots geht.

Mit den „Aktivitäten“ haben die KDE-Entwickler dem Desktop eine Möglichkeit spendiert, solche Arbeitssituationen permanent zu speichern und per Mausklick abzurufen. Klicken Sie dazu auf den „Werkzeugkasten“ (das Symbol in der rechten oberen Ecke) und entscheiden Sie sich hier für „Aktivitäten“. Am unteren Bildschirmrand werden jetzt bereits eingerichtete Aktivitäten eingeblendet, die Sie als Vorlagen für eigene Experimente verwenden können.

Aktivitäten stoppen: In der Übersicht der Aktivitäten können Sie diese stoppen oder eine laufende Aktivität auch wieder komplett entfernen.
Vergrößern Aktivitäten stoppen: In der Übersicht der Aktivitäten können Sie diese stoppen oder eine laufende Aktivität auch wieder komplett entfernen.

Eine „Aktivität“ ist ein Inhaltscontainer, der Informationen über laufende Anwendungen, aber auch über Fensteraufteilungen und Hintergrundbilder speichert. Sobald Sie sich für eine Aktivität entscheiden, befinden Sie sich auch schon unmittelbar darin. Mit „Aktivitäten“ aus dem Werkzeugkasten und „Aktivität erstellen“ legen Sie einen eigenen Eintrag an. Jetzt haben Sie die Wahl, die aktuelle Aktivität zu klonen. Entscheiden sich für eine der angebotenen Vorlagen oder beginnen mit einer leeren Arbeitsfläche. Es können mehrere Aktivitäten parallel ablaufen und gestartet werden. Zwischen laufenden Aktivitäten schalten Sie entweder mit der Maus in der Liste der Aktivitäten um oder mit der Tastenkombination Win-Tab.

Passen Sie die Arbeitsfläche an Ihre Wünsche an und starten Sie Anwendungen nach Bedarf. Normalerweise gehört ein Programm zu der Aktivität, aus der heraus sie gestartet wurde.

Wenn Sie eine Anwendung unterschiedlichen Aktivitäten zuweisen wollen oder von einer zur anderen verschieben möchten, ist das ebenfalls möglich. Klicken Sie auf das kleine Icon in der Titelzeile der App und nutzen Sie hier „Aktivitäten“. Dort weisen Sie die Anwendung entweder allen laufenden Containern oder einer bestimmten Aktivität zu. Das Entfernen einer Aktivität ist ein bisschen versteckt. Öffnen Sie den Bereich der Aktivitäten. Unter dem Namen der Aktivität und dem Schraubenschlüssel ist ein Stopp-Schalter. Wenn Sie diesen Schalter anklicken, wird der Eintrag „Löschen“ angezeigt. Damit entfernen Sie den Eintrag.

Optisches Zuckerwerk, so viel Sie wollen

Bildschirmeffekte für jedes Detail: Sie können in dem unglaublich großen Angebot nach Herzenslust stöbern. Viele Effekte lassen sich auch noch individuell anpassen.
Vergrößern Bildschirmeffekte für jedes Detail: Sie können in dem unglaublich großen Angebot nach Herzenslust stöbern. Viele Effekte lassen sich auch noch individuell anpassen.

KDE geizt nicht mit optischen Reizen. Die Effekte sind fest in den Programmcode integriert. Sie müssen keine zusätzliche Software installieren oder externe Tools zur Konfiguration nutzen, wie dies beispielsweise bei Unity unter Gnome der Fall ist. Sie finden alle Effekte direkt in den „Systemeinstellungen“.

Rufen Sie dort „Arbeitsflächen-Effekte“ auf. Im Register „Allgemein“ können Sie alle Effekte zentral abschalten. Gerade bei etwas älteren Systemen setzt dies auch Leistungsreserven frei. Wenn Sie hingegen in das Register „Alle Effekte“ wechseln, haben Sie dort die Qual der Wahl.

Hier aktivieren Sie ganz nach Wunsch aus dem riesigen Angebot die Effekte, die Ihnen gefallen. Einige davon verfügen auch noch über Optionen, die sich mit einem Klick auf den Schraubenschlüssel öffnen.

Sie möchten etwa, dass sich ein Fenster beim Verschieben zusätzlich bewegt? Dann aktivieren Sie doch beispielsweise die Option „Wabernde Fenster“. Mit einem Klick auf „Anwenden“ übernimmt die Oberfläche die Einstellung sofort und Sie können den neuen Effekt ausprobieren. Dieser Effekt besitzt noch zusätzliche Optionen, mit denen Sie das Verhalten noch weiter verändern können. Und wenn Sie gern wollen, dass Fenster beim Verkleinern wie der Geist in der Flasche verschwinden, dann schalten Sie einfach mal die „Wunderlampe“ ein. Wem die angebotenen Effekte nicht ausreichen, besorgt sich einfach Nachschub mit einem Klick auf „Neue Effekte herunterladen”“. Hier gibt es ab und an immer mal wieder einige Neuheiten. Anwendungen, die im Vollbildmodus laufen, sind von den Effekten nicht betroffen. Das garantiert, dass Sie ungestört einen Film ansehen können.

Auch interessant: KDE-Dateimanager im Vergleich

Sitzung speichern: Es geht da weiter, wo Sie aufgehört haben

Sitzungsverwaltung: Hier legen Sie fest, ob der Desktop nach einem Neustart „leer“ oder mit den gespeicherten Anwendungen der letzten Sitzung starten soll.
Vergrößern Sitzungsverwaltung: Hier legen Sie fest, ob der Desktop nach einem Neustart „leer“ oder mit den gespeicherten Anwendungen der letzten Sitzung starten soll.

Damit Sie beim Starten des Systems möglichst schnell wieder dort weitermachen können, wo Sie die Arbeit unterbrochen haben, kann KDE den Inhalt der aktuellen Arbeitssitzung speichern und beim Anmelden wiederherstellen. Diese Option kann ebenso praktisch wie nervtötend sein, denn bis große Anwendungen wie Libre Office oder Gimp gestartet sind, vergeht einige Zeit. Das Wiederherstellen einer Session klappt übrigens nur dann reibungslos, wenn die Anwendung auch dafür vorbereitet ist. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie einmal vom Browser den Hinweis erhalten, dass die Sitzung nicht wiederhergestellt werden konnte.

Das Verhalten von KDE in diesem Moment steuern Sie über die „Sitzungsverwaltung“. Sie ist Teil der Systemeinstellungen (im Abschnitt „Starten und Beenden“), kann aber auch separat gestartet werden. In der Sitzungsverwaltung stehen drei Optionen zur Auswahl. Voreingestellt ist das Fortsetzen der vorherigen Sitzung. KDE merkt sich also, welche Apps gelaufen sind und welche Dokumente Sie bearbeitet haben. Wenn Sie dies nicht wollen, können Sie KDE auch so einstellen, dass Sie stets mit einer neuen leeren Sitzung beginnen. Das ist dann natürlich der schnellste Systemstart. Oder Sie aktivieren die Option, eine Sitzung manuell zu speichern, damit diese später fortgesetzt werden kann. Übernehmen Sie diese Option mit „Anwenden“.

Richten Sie sich alle Apps und Dokumente so ein, wie diese benötigt werden. Über das Startmenü von KDE wechseln Sie dann in den Bereich „Verlassen“ und führen hier „Sitzung speichern“ aus. Diese von Ihnen manuell gespeicherte Sitzung wird dann bei der nächsten Anmeldung genutzt.

Während die Sitzungsverwaltung sich den Zustand des Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt merkt, gibt es noch die übliche Autostart-Funktion, um Anwendungen beim Starten des Systems aufzurufen. Sie befindet sich ebenfalls in der Kategorie „Starten und Beenden“ der „Systemeinstellungen“. Um eine Anwendung dort abzulegen, klicken Sie auf „Programm hinzufügen“ und wählen dessen Eintrag aus den Programmgruppen des Startmenüs aus. Wenn die Software dort keinen Eintrag besitzt, navigieren Sie mit dem Datei-Symbol bis zum Verzeichnis und der ausführbaren Datei. eben Programmen ist es auch möglich, Scripts in den Autostart zu übernehmen. Das Ablegen eines Scripts funktioniert analog zum Speichern einer Anwendung im Autostart.

Android-Smartphone und KDE koppeln

Das ist Linux-Standard: Wenn Sie bestimmte Programme gleich bei der Anmeldung starten wollen, tragen Sie diese in die Autostart-Gruppe ein.
Vergrößern Das ist Linux-Standard: Wenn Sie bestimmte Programme gleich bei der Anmeldung starten wollen, tragen Sie diese in die Autostart-Gruppe ein.

Apple und Microsoft haben es vorgemacht: Wer Smartphones dieser Hersteller benutzt, kann sich direkt auf dem Desktop über eingehende Nachrichten informieren lassen. Wenn Sie ein Smartphone mit dem Betriebssystem Android einsetzen, nutzen Sie KDE Connect dafür. Dazu müssen Sie die App sowohl auf dem Desktop als auch dem Smartphone installieren. Besuchen Sie den Google Play Store, und suchen Sie dort nach „KDE Connect“. Damit Sie auf dem Desktop auch auf Nachrichten zugreifen können, öffnen Sie die „Einstellungen“ auf dem Smartphone und rufen den Abschnitt „Ton & Benachrichtigungen“ auf. Sie finden dort den „Benachrichtigungszugriff“. Hier müssen Sie KDE Connect Zugriff einräumen.

Installieren Sie im zweiten Schritt die Software auf dem Desktop. Starten Sie das Programm nun auf beiden Geräten. Auf dem Smartphone sollte nach kurzer Frist der Gerätenamen des Desktoprechners auftauchen. Tippen Sie auf den Eintrag, um eine Verbindung herzustellen. Auf dem Desktop erscheint die kurze Mitteilung, dass es einen Pairing-Versuch gibt. Nehmen Sie diesen an. Erfahrungsgemäß funktioniert die Kopplung nicht immer auf Anhieb. Versuchen Sie es ruhig mehrfach, vor allem wenn es zu Zeitüberschreitungen beim Verbindungsaufbau kommen sollte. Wenn auch nach mehrfachem Wiederholen keine Verbindung möglich ist, überprüfen Sie, ob die Datei „~/.kde/share/config/kdeconnectrc“ bereits vorliegt. Löschen Sie diese Konfigurationsdatei dann einfach und wiederholen Sie den Verbindungsaufbau.

Läuft die Software auf dem Smartphone und am PC-Desktop, dann erkennt die Android-App den Rechner und die Verbindung kann hergestellt werden.
Vergrößern Läuft die Software auf dem Smartphone und am PC-Desktop, dann erkennt die Android-App den Rechner und die Verbindung kann hergestellt werden.

Ist die Kopplung abgeschlossen, stehen Ihnen alle Funktionen zur Verfügung. So erhalten Sie auf dem Desktop alle Mitteilungen, die auch auf dem Handy erscheinen. Darüber hinaus können Sie Dateien direkt vom Telefon an den Computer senden und das Smartphone als entfernten Mausersatz nutzen. Ist der Computer gerade mit dem Abspielen eines Videos beschäftigt, verwenden Sie das Smartphone als Fernbedienung – eine schöne Ergänzung im Alltag.

Benachrichtigungen verwalten

Wenn Sie Ihr Smartphone mit dem Desktop verbunden haben, wird Ihnen auffallen, dass sich das externe Gerät regelmäßig mit kleinen Meldungen in Erinnerung bringt. Der Infobereich auf der Taskleiste von KDE füllt sich im Laufe eines Tages mit unzähligen Hinweisen und Mitteilungen von Programmen – der Abschluss eines Downloads, der Eingang neuer Nachrichten oder andere Statusmeldungen. Wenn Ihnen die ganzen Hinweise zu viel werden, dann werden Sie diese mit einem Mausklick wieder los:

Manche Nachrichtencontainer besitzen eigene Optionen. Dann wird in der Benachrichtigung ein Schraubenschlüssel sichtbar. In diesem Fall legen Sie fest, welche Infos sie benötigen.
Vergrößern Manche Nachrichtencontainer besitzen eigene Optionen. Dann wird in der Benachrichtigung ein Schraubenschlüssel sichtbar. In diesem Fall legen Sie fest, welche Infos sie benötigen.

Klicken Sie dazu auf das Hinweis-Icon mit den Benachrichtigungen (das Ihnen die Zahl der nicht gelesenen Mitteilungen anzeigt). Klicken Sie auf das Kreuz in der rechten oberen Ecke. Schon gehören die Hinweise der Vergangenheit an. Wenn Sie sich eine der Mitteilungen ansehen, achten Sie darauf, ob innerhalb des Benachrichtigung das bekannte Symbol (Schraubenschlüssel) für das Anpassen der Optionen sichtbar wird. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, die Benachrichtigung an Ihre Wünsche anzupassen. Nicht empfehlenswert ist das vollständige Abschalten der Mitteilungen. Aber wenn Sie auf die Rückmeldung über im Hintergrund laufende Dateiübertragungen verzichten können oder keine Mitteilungen von Apps erhalten wollen, klicken Sie auf den kleinen Pfeil neben der Uhr, um sich die Details des Systemabschnitts anzusehen. Entscheiden Sie sich dann für „Benachrichtigungen“. Im nächsten Dialog können Sie etwa die Meldungen zu Datenübertragungen deaktivieren.

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