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Julius Caesar

18.08.2003 | 12:56 Uhr |

Regisseur Uli Edel versucht das Leben des wohl berühmtesten Römers von 82 bis 44 v.Chr. nachzuerzählen. Dabei orientiert er sich augenscheinlich an antiken Quellen wie Sueton (römischer Autor, geboren zirka 70 n.Chr.) und Plutarch (griechischer Autor, zirka 45 bis 120 n.Chr.), weicht in einigen Details jedoch von der historischen Überlieferung ab.

Edels Historien-Spektakel erreicht sicherlich nicht die Qualität eines Dokumentarfilms. Der Film liegt qualitativ jedoch über den zahlreichen Sandalenfilmen vergangener Jahrzehnte, in denen einige bekannte Ereignisse oder berühmte Personen als Grundlage für einen Film mit einer mitunter abwegig erfundenen Handlung herhalten mussten.

Am 27. und 28. Dezember 2002 zeigte die ARD eine rund 25 Millionen Euro teuere zweiteilige Fernsehproduktion über Gaius Iulius Caesar (100 bis 44 v.Chr.). Regisseur Uli Edel versucht das Leben des wohl berühmtesten Römers von 82 bis 44 v.Chr. nachzuerzählen. Dabei orientiert er sich augenscheinlich an antiken Quellen wie Sueton (römischer Autor, geboren zirka 70 n.Chr.) und Plutarch (griechischer Autor, zirka 45 bis 120 n.Chr.), weicht in einigen Details jedoch von der historischen Überlieferung ab.

Gleich zu Beginn des ersten Teils lässt Cornelius Sulla seine Truppen in die ewige Stadt einreiten, auf Proskriptionslisten gibt er die Namen der Geächteten bekannt. Tod und Verderben ziehen in Rom ein. Dass Sulla vor dem Einmarsch in Rom für das römische Reich mit Mithradates VI. Eupator einen gefährlichen Gegner im östlichen Teil des Mittelmeers abgewehrt hatte, verschweigt der Film ebenso wie die Tatsache, dass Sulla vielfach "nur" Rache nimmt für die vorangegangenen Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten, die seine nicht weniger brutalen politischen Gegner ihm und seinen Anhängern zugefügt haben.

Sulla (138 bis 78 v.Chr.) ist eine der umstrittensten Figuren der römischen Geschichte: Erfolgreicher Feldherr, genussfreudiger Lebemann, Freund der Schauspieler und Staatsreformator, aber auch brutaler Machtmensch, Glücksritter, Diktator und Massenmörder. Edel unternimmt gar nicht erst den Versuch, Sullas widersprüchliche Erscheinung zu hinterfragen. In "Julius Caesar" mutiert Sulla zum Monster schlechthin.

Bei der angeblichen Flucht des Cinna, des Schwiegervaters von Caesar, hat der junge Caesar seinen ersten großen Auftritt: In bester James Bond-Manier hält er mehrere von Sullas Häschern unter anderem mit einem Judowurf in Schach und ergibt sich erst einer vielfach überlegenen Reiterschar unter der Führung des Gnaeus Pompeius - Julius Caesar Superman.

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