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Die besten Programmier-Sprachen für die JVM

Welches ist die beste Skriptsprache für die Java Virtual Machine? Groovy und JRuby führen momentan das Feld an. Scala, Fantom und Jython sind ihnen aber auf den Fersen. Wir nehmen die Skript-Sprachen unter die Lupe.

Wer die Software Entwicklung der letzten Jahrzehnte mitverfolgt hat weiß, dass der Begriff "Java" ein Technologie-Pärchen bezeichnet. Da wäre die bekannte Java-Programmiersprache und eben auch die Java Virtual Machine (JVM). Die Java-Programmiersprache wird in Bytecode umgewandelt und danach auf der JVM ausgeführt. Durch diese Konstellation ist Java beinahe uneingeschränkt auf andere Plattformen portierbar.

Die Sprache und die JVM sind in der Vergangenheit jedoch immer weiter in unterschiedliche Richtungen gewandert. Die Sprache ist komplexer geworden, während die JVM zu einer der schnellsten und effizientesten Ausführungsplattformen gereift ist. Benchmark-Tests zeigen, dass das Leistungsvermögen von Java auf Augenhöhe zu binär generiertem Code von kompilierten Sprachen wie C und C++, steht. Die zunehmende Komplexität und zugleich die herausragenden Leistungseigenschaften, Portierbarkeit und Skalierbarkeit der JVM hat den Weg für eine neue Generation moderner Programmiersprachen geebnet. Den Sprachen fehlt die überladene Java-Syntax. Damit ist gemeint, dass der benötigte Zusatz-Code vor dem eigentlichen Programm-Code deutlich reduziert ist, aber zugleich die Vorteile der JVM genutzt werden.

In diesem Artikel werden wir eine Handvoll dieser modernen Sprachen vergleichen und genauer voneinander abgrenzen. Vor allem wollen wir aber die jeweiligen Stärken der Programmiersprachen hervorheben. Wir haben uns auf kostenlose Open-Source-Programmiersprachen beschränkt. Die Programmier-Welt der geschlossenen kostenpflichtigen Codes bietet jedoch wenig Vergleichbares, sodass die Beschränkung nicht so drastisch ausfällt, wie es zunächst den Anschein hat. Die einzige erwähnenswerte Ausnahme bildet die Cold Fusion Markup Language. Sie ist Teil der Adobe Cold Fusion Web Application Development-Umgebung.

Die Expertenmeinung bei der Definition einer Skript-Sprache geht etwas auseinander. In der engsten Definition ist es eine Programmiersprache, die es Entwicklern ermöglicht, schnell einfache Programme zu schreiben. Diese Programme sind üblicherweise nur interpretiert oder semi-kompiliert und nicht traditionell voll-kompiliert. Bei der Sprachauswahl für diesen Ratgeber haben wir eine weitergefasste Definition verwendet. Eine JVM-Skript-Sprache ist für uns jede JVM-Sprache, die einfacher zu verarbeiten ist als Java. Einige sind kompiliert und andere semi-kompiliert, aber alle eignen sich für eine schnelle Entwicklung kleinerer Programme. Die von uns genauer untersuchten Sprachen sind Groovy, JRuby, Fantom, Jython und Scala. Es gibt noch eine Reihe weiterer Kandidaten, wie Clojure, JavaFX und NetRexx, die am Ende kurz erwähnt werden.

Die aktuellen JVM-Skript-Sprachen teilen sich in zwei große Gruppen auf. Die einen sind in der Programmier-Community schon sehr bekannt, beispielsweise Groovy und JRuby. Andere hingegen sind eher Nischenprodukte. Jedoch ist es wichtig festzuhalten, dass Groovy und JRuby vor zwei Jahren auch noch Nischenprodukte waren, sodass es keinen Grund gibt die aktuellen Nischensprachen zu unterschätzen. Vielleicht schafft ja die ein oder andere Sprachen den Sprung in die Community. Wir denken, dass am ehesten Scala, gefolgt von Fantom eine Chance haben. Wie wir später genauer besprechen werden, sind wohl die besten Zeiten von Jython schon vorüber.

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